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Basketball

Wobos kleine Auferstehung

Mit einem erstarkten Jonas Wohlfahrt-Bottermann gewinnen die Riesen auch gegen Braunschweig

Kampf unter dem Korb: Ludwigsburgs Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann (links) im Duell um den Ball mit Ex-Riese Karim Jallow. Foto: Baumann
Kampf unter dem Korb: Ludwigsburgs Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann (links) im Duell um den Ball mit Ex-Riese Karim Jallow. Foto: Baumann

Ludwigsburg.. Laut John Patrick war es ganz einfach: „Er ist zum Ball gegangen“, sagte der Trainer der MHP-Riesen Ludwigsburg auf die Frage, wieso sein Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann in der zweiten Halbzeit zu einem spielentscheidenden Faktor wurde, nachdem er in Hälfte eins gegen die Löwen Braunschweig noch mehrfach schlecht ausgesehen hatte. Am Ende haben die Riesen zum siebten Mal in Serie gewonnen und damit den Vereinsrekord eingestellt. So deutlich wie sich das 91:77 liest, war es im gestrigen Basketball-Bundesligaspiel vor 4040 Zuschauern in der ausverkauften MHP-Arena allerdings nicht.

„Es war ein enges Spiel“, gab auch Patrick zu. Sein Pendant auf der Braunschweiger Trainerbank sah es ähnlich. „Wir haben das ganze Spiel gekämpft, am Ende bin ich sauer, dass wir verloren haben“, ärgerte sich Pete Strobl.

Gleich zu Beginn der Partie hatten die Riesen Probleme unter den Körben. Wohlfahrt-Bottermann, Hans Brase und Ariel Hukporti fanden keine Mittel gegen Löwen-Center Scott Eatherton, der auf zwölf Punkte in der ersten Hälfte kam. Immer wieder wechselte Patrick auf seiner Center-Position durch. Zunächst jedoch ohne Erfolg. Beim Stand von 10:15 nahm er seine erste Auszeit. Erst nach einem 10:0-Lauf übernahmen die Ludwigsburger die Führung. Tanner Leissner per Dreier sowie Marcos Knight ebneten den Weg für Nick Weiler-Babb, der mit einem Distanzwurf auf 22:21 stellte.

Davonziehen konnte aber auch im zweiten Viertel keines der beiden Teams, auch wenn sich die Riesen effektiver zeigten. Thomas Wimbush ließ seine Athletik aufblitzen und hämmerte einen Dunk in den Korb, was auf der Gegenseite Thomas Klepeisz mit der Schlusssirene zum 48:43-Pausenstand für die Riesen konterte.

Dann entwickelte sich das von Löwen-Coach Strobl angesprochene umkämpfte Spiel, in dessen Folge Patrick später von einem Mentalitätssieg sprach. Viele hitzige Szenen, Kämpfe um den Ball sowie mächtig Stimmung von den Rängen sorgten für wenig Spielfluss und viel Stückwerk in beiden Offensiven, dafür aber viele Emotionen. Besser zurecht kamen damit die Ludwigsburger mit den 4040 Zuschauern im Rücken. „Es hat gepusht, dass die Fans richtig da waren“, sagte Wohlfahrt-Bottermann nach der Partie.

Dabei gerieten erst Lukas Wank und Riesen-Guard Khadeen Carrington aneinander und holten sich je ein Technisches Foul ab. Dann räumte Tanner Leissner Braunschweigs Eatherton mit einem Block ab, ehe er selbst auf der anderen Seite einen Dreipunktewurf zum 58:50 versenkte. Doch die Niedersachsen gaben nicht auf. Karim Jallow, der letzte Saison noch im schwarz-gelben Riesen-Trikot auflief, brachte die Löwen auf 58:60 heran.

Löwen-Ausgleich im Schlussviertel

Die Zwei-Punkte-Führung retteten die Riesen ins Schlussviertel (63:61). Rund sieben Minuten vor Spielende glich der treffsichere Klepeisz jedoch aus. Was folgte, war Wohlfahrt-Bottermanns kleine Auferstehung. Nach null Punkten in den ersten drei Vierteln wirkte der 2,08-Meter-Hühne wie ausgewechselt, holte drei Offensivrebounds und machte sechs wichtige Punkte. „Die erste Hälfte war zerfahren, erst später bin ich hart ans Brett gegangen. Das wurde belohnt“, sagte Wobo, wie der gebürtige Bonner genannt wird. Auch Patrick beließ es nicht nur bei der Aussage, dass er endlich zum Ball gegangen sei. „Am Anfang war er unkonzentriert. Ich glaube, er war dann frustriert, hat die Frustration aber in Aggressivität umgewandelt – in einer Phase, in der wir die einfachen Punkte gebraucht haben.“

Nach Wobos sechstem Punkt lagen die Riesen mit 77:71 in Front. Weiler-Babb mit einem erneut wichtigen Dreier sowie Carrington ließen die Führung auf zwölf Punkte wachsen. Damit war der Löwen-Widerstand gebrochen und die Riesen zogen bis zum 91:77 davon.

„Das war ein Sieg der Mannschaft“, sagte Leissner nach Spielende. „Wir haben jedes Spiel Spieler, die herausragen. Heute war es Jonas.“ Das ist auch den Riesen-Fans nicht entgangen. Mit Sprechchören forderten die Gelb-Schwarzen Wobo zur Siegesfeier in den Fanblock.

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