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WZG auf Wachstumspfad – aber wohl nicht mehr lange

Die Weingärtnerzentrale WZG in Möglingen hat 2020 rund 30,4 Millionen Liter abgesetzt – das ist der höchste Wert der vergangenen sieben Jahren. Doch die Aussichten sind nicht rosig.

Weinkeller der WZG in Möglingen: 2021 rechnen die Weingenossen mit deutlich geringeren Absatzmengen. Foto: privat
Weinkeller der WZG in Möglingen: 2021 rechnen die Weingenossen mit deutlich geringeren Absatzmengen. Foto: privat

Möglingen. Absatz- und Umsatzziele übertroffen, meldet die Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft für das abgelaufene Geschäftsjahr. Demnach kommen die Weingenossen auf einen Absatz von 30,4 Millionen Liter, was einem Plus von fünf Prozent entspricht. Der Umsatz wuchs ebenfalls um fünf Prozent auf 80,8 Millionen Euro. Der Vorstandsvorsitzende Uwe Kämpfer in einer Pressemitteilung: „Die WZG ist zurück auf dem Wachstumspfad.“

Grundsätzlich hat sich das Unternehmen, dem mehr als 30 Genossenschaften angehören, weiterhin Expansion vorgenommen. Für 2021 rechnet es jedoch – bedingt durch die sehr kleine Lese im Herbst 2020, insbesondere im Weißweinbereich – mit deutlich geringeren Absatzmengen, so Kämpfer. 2021 liege der Fokus auf dem WZG-Markengeschäft und der weiteren Überarbeitung des Sortiments. „Neben der Erfolgsgeschichte von ,Süß & fruchtig‘ aus den Rebsorten Riesling, Trollinger Rosé und Samtrot ist es unser Ziel, auch mit den anderen Markenlinien überproportional zu wachsen.“

Das abgelaufene Weinjahr bezeichnete der WZG-Chef als herausfordernd. „Nach einer qualitativ zwar guten, aber quantitativ enttäuschenden Ernte 2019 war das vergangene Vegetationsjahr durch zahlreiche Wetter-Kapriolen geprägt“, so Kämpfer weiter. „Insbesondere die Eisheiligen machten mit einem Kaltlufteinbruch mit Minusgraden ihrem Namen alle Ehre. Aus fast allen Weinbauregionen Württembergs wurden daher teils massive Frostschäden gemeldet.“

Die Erntemenge des Jahrgangs 2020 lag mit 16,2 Millionen Liter daher nochmals 18 Prozent unter der des mengenmäßig schwachen Jahrgangs 2019. Die Weinbestände reduzierten sich auf rund 30 Millionen Liter. „Aufgrund der geringen Erntemengen bei Weißwein ist die Handlungsfähigkeit im Markt bei weißen Rebsorten nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet“, räumt Kämpfer ein. „Deshalb mussten im Weißweinsegment umfangreiche Anpassungen im Sortiment vorgenommen werden.“

Das Gesamtmarktvolumen für Wein und Sekt in Deutschland hat sich nach Angaben des Marktforschungsinstituts GfK 2020 deutlich erhöht. Demnach gab es bei einem mengenmäßigen Anstieg von 16,5 Prozent auch eine wertmäßige Entwicklung von 20,2 Prozent. „Deutsche Weine konnten sich so-wohl beim Absatz als auch im Umsatz noch besser entwickeln und damit ihre Marktposition in einem – zumindest in 2020 – wachsenden Markt ausbauen“, sagt Kämpfer.

Der Durchschnittspreis für die im Lebensmittelhandel gekauften Weine ist nach Angaben der WZG im Vergleich zu 2019 um weitere drei Cent auf 2,37 Euro je 0,75-Liter-Flasche gestiegen. Für deutsche Rotweine wurden durchschnittlich 2,49 Euro und damit zwei Cent weniger als im Vorjahr ausgegeben. Deutsche Weißweine blieben mit einem Durchschnittspreis von ebenfalls 2,49 Euro konstant zum Vorjahr, heißt es in der Pressemitteilung der WZG weiter.

Für Württemberger Weine wurden 2020 durchschnittlich 3,13 Euro je 0,75-Liter-Flasche (2019: 3,11 Euro) bezahlt – sie sind damit teurer als die Produkte aller anderen deutschen Anbaugebiete. (red)