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Zipfelbach-Alpakas wieder auf Tour

Bisher standen sie auf einer Weide am Neckarremser Ortsrand, jetzt sind die 16 Alpakas von Judith und Klaus Eppinger nach Hochberg umgezogen. Und nach dem langen Corona-Lockdown dürfen sie nun endlich wieder mit Besuchern Wanderungen unternehmen.

Judith Eppinger (rechts) wandert mit einer kleinen Besuchergruppe sowie Theo, Ajako, Herkules und Benito über die Felder bei Hochberg.Fotos: Ramona Theiss
Judith Eppinger (rechts) wandert mit einer kleinen Besuchergruppe sowie Theo, Ajako, Herkules und Benito über die Felder bei Hochberg. Foto: Ramona Theiss

REMSECK. Judith Eppinger erinnert sich noch ganz genau: Es war Liebe auf den ersten Blick. Während ihres Agrarwissenschaftstudiums betrat sie bei einer Seminarexkursion einen Alpakastall – da war es um sie geschehen. Die Tiere faszinierten sie so sehr, dass sie sich 2010 selbst drei Alpakas anschaffte. Glücklicherweise war auf dem Hof ihres Schwagers gerade eine Weide frei, die sie nach einiger Überzeugungsarbeit nutzen durfte.

„Lange Zeit waren die Alpakas nur ein Hobby“, berichtet die 33-Jährige beim Besuch unserer Zeitung. Inzwischen sind es 16 Tiere. Judith und Klaus Eppinger und ihre drei Kinder empfinden die Alpakas als „eine wahre Bereicherung“. Gerne möchten sie andere an dieser positiven Erfahrung teilhaben lassen. Deshalb bieten sie Wanderungen, Kindergeburtstage, Firmenfeiern sowie Junggesellenabschiede mit ihren Tieren an. In den Sommerferien sollen noch Familientage dazukommen. Judith Eppinger macht als Vorbereitung darauf gerade eine Ausbildung zur Naturpädagogin.

Alpakas stammen ursprüngliche aus den südamerikanischen Anden. Ihnen sei das Wandern nicht fremd, sie zögen neugierig und interessiert durch ihr Revier, sagt Judith Eppinger. An Menschen müsse man sie aber erst gewöhnen. Die Zipfelbach-Alpakas, wie die Eppingers ihre kleine Herde nennen, weideten bisher in Neckarrems. Jetzt sind sie auf einen Aussiedlerhof in Hochberg umgezogen. Für die Wanderungen über die Felder und hinunter zum Zipfelbach werden derzeit acht Hengste eingesetzt.

„Es erfordert eine Menge Training, bis die Tiere sich Halfter anlegen und führen lassen“, so Judith Eppinger. Dass sei für sie als Mutter von drei kleinen Kindern schon eine Herausforderung gewesen. Jetzt geht es ruckzuck, dass die Tiere startklar für einen Ausflug gemacht sind. Nur Theo ist beim Besuch der Ludwigsburger Kreiszeitung ein bisschen durch den Wind. Kein Wunder: Er ist gerade erst vom Decken zurückgekommen und vermisst nun ganz offensichtlich die Stuten. „Er ist noch etwas liebestoll“, lacht Judith Eppinger. Zusammen mit Herkules, Ajako und Benito kommt er dennoch gerne mit auf einen morgendlichen Spaziergang.

Kaum gestartet, lässt Herkules sich in ein Maisfeld plumpsen, vollzieht eine Rolle seitwärts und wälzt sich wohlig in den jungen Pflanzen hin und her. Benito tut es ihm wenig später im Gras nach. „Dann fühlen sie sich wohl“, weiß Judith Eppinger. Einige ihrer Tiere wälzten sich an heißen Tagen wie diesen auch gerne ausgiebig im kühlen Zipfelbach.

So knuffig die Alpakas aussehen, so eigensinnig sind sie auch. Sie bestimmen das Tempo bei der Tour – und ihr graziler Gang ist eher gemächlich. Den Reflex, den Tieren durch ihre drollige Frisur zu strubbeln, sollte man übrigens unterdrücken. Denn das mögen die Alpakas gar nicht. „Es sind Distanztiere, Berührungen sind für sie negativ behaftet“, erklärt Judith Eppinger. Alpakas seien zurückhaltend, hätten ihre Umgebung aber immer genau im Blick, und könnten wunderbar auf Stimmungen eingehen. Je ruhiger der Besucher sei, desto mehr gingen die Tiere auf ihn zu. „Die Alpakas möchten ihr Gegenüber erst einmal aus der Entfernung begutachten und nehmen dann von sich aus Kontakt auf“.

An Sonntagen bieten Eppingers übrigens keine Wanderungen und Veranstaltungen mit den Tieren an. Dieser eine Tag in der Woche ist der Familie vorbehalten. Auch an Feiertagen gibt’s keine Termine.

Internet: www.alpaka-venture.de/

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