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Zu viel abgeholzt an der Autobahn

BUND bemängelt die flächige Baumfällung entlang der A81 – Autobahn GmbH sieht Verkehrssicherheit im Vordergrund

Rund 250 Bäume wurden diesen Winter entlang der Autobahn bei Freiberg gefällt.Foto: BUND Freiberg
Rund 250 Bäume wurden diesen Winter entlang der Autobahn bei Freiberg gefällt. Foto: BUND Freiberg

Freiberg. Zahlreiche Bäume gefällt und die Flächen unangemessen bewirtschaftet – das ist die Kritik des BUND Stadtverband Freiberg an den jüngsten Baumfällungen entlang der A81 bei Freiberg. Die zuständige Autobahn GmbH verweist auf den mit Land und Gemeinden abgestimmten Gehölzpflegeplan. Laut diesem seien die Maßnahmen verhältnismäßig.

Alleine in diesem Winter sind bei Freiberg entlang der A81 rund 250 Bäume gefällt worden, zeigt der BUND Stadtverband Freiberg auf. Nach Informationen der Naturschützer habe es sich um überhängende oder geschädigte Bäume gehandelt, von welchen eine Gefahr ausgegangen sei. Doch die geschnittenen Bäume haben nach Angaben des BUND kaum Beschädigungen aufgewiesen. Das großflächige Niederschneiden der Bäume würde die Reviere für Vogel- und Insektenarten zerstören. Auch das Abtransportieren von gefällten, toten Bäumen wirke sich negativ auf die Flora aus. In den rottenden Stämmen haben zahlreiche Insektenarten ihren Lebensraum.

Neben der Kritik gibt der BUND auch Anregungen, wie in Zukunft die Lage verbessert werden kann. So solle auf Artenreichtum in den Waldstücken geachtet werden: Verschiedene Bäume unterschiedlichen Alters seien unempfindlicher gegenüber Schädlingen und dem Klima. Zudem wird darauf verwiesen, genauere Vorabkontrollen von speziell geschultem Personal durchzuführen beziehungsweise das eigene Personal entsprechend weiterzubilden. So soll dann gezielt in den Baumbestand eingegriffen werden und kein prophylaktischer, großflächiger Kahlschlag wie an der A81 betrieben werden. Das würde der Tier- und Pflanzenwelt und dem Stadtklima in Freiberg zugutekommen.

Zuständig für die Pflege der Bäume ist an dieser Stelle die Autobahnmeisterei Ludwigsburg, welche seit Anfang des Jahres der Autobahn GmbH des Bundes untersteht. Seitens der Autobahn GmbH wird auf den Gehölzpflegeplan des Landes verwiesen. Denn die Pflegemaßnahmen an der A81 seien Teil dieses Planes, welcher vom Land Baden-Württemberg in Auftrag gegeben wurde. Erstellt wurde er von dem Ingenieurbüro faktorgrün in Abstimmung mit den Unteren Naturschutzbehörden der betroffenen Landkreise. Darin sollen die Belange Ökologie und Naturschutz, Landschaftsbild sowie die Verkehrssicherheit beachtet werden. In diesem Plan eingeschlossen sei somit auch der Insekten- und Vogelschutz.

Der Aspekt der Verkehrssicherheit betreffe nicht nur die Fahrzeuge auf der Autobahn, sondern auch die Nutzer der Wege und Grundstücke neben der Fernstraße. Laut der Autobahn GmbH war neben dem Pflegezyklus, der durch den Gehölzpflegeplan bestimmt wird, die Verkehrssicherheit ausschlaggebend für das Fällen der Bäume diesen Winter. Auch zurückgelassenes Totholz hätte eine Gefahr für Fahrzeuge dargestellt, die von der Fahrbahn abkommen. Überprüft werden die Bäume zweimal im Jahr durch die Autobahnmeisterei Ludwigsburg.

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