Logo

Zu wenig Lehrer an Musikschulen

Gemeinsam für die Musikschulen: (von links) Landtagsabgeordneter Tayfun Tok, Marbachs Bürgermeister Jan Trost, Schulleiterin Bärbel Häge-Nüssle, Ministerin Marion Gentges, Landrat Dietmar Allgaier und Steinheims Bürgermeister Thomas Winterhalter. Fot
Gemeinsam für die Musikschulen: (von links) Landtagsabgeordneter Tayfun Tok, Marbachs Bürgermeister Jan Trost, Schulleiterin Bärbel Häge-Nüssle, Ministerin Marion Gentges, Landrat Dietmar Allgaier und Steinheims Bürgermeister Thomas Winterhalter. Fot
Die von den Ludwig Chamber Players gespielte und von außergewöhnlicher Heiterkeit geprägte achte Beethoven-Symphonie passte zu einem Abend unter dem Motto „Musik verbindet“. Die Musikschule Marbach-Bottwartal feierte mit einem großen Festakt ihr 50-jähriges Bestehen.

Marbach. Viele Ehrengäste waren in die Stadthalle gekommen, um die Musikschule und ihre Arbeit zu würdigen. „Sie zeigen auf wunderbare Weise, in welchen Facetten Musik gelebt und erlebt werden kann“, sagte die baden-württembergische Ministerin für Justiz und Migration und Präsidentin des Landesverbandes der Musikschulen, Marion Gentges. Sie bescheinigte der in Marbach, Benningen, Erdmannhausen, Murr, Steinheim, Großbottwar, Oberstenfeld und Mundelsheim tätigen Flächenmusikschule eine hervorragende Arbeit. „Musik wird zum Teil des Lebens für alle Kinder in der Region“, machte die Ministerin deutlich und würdigte vor allem die Kooperationen mit Schulen und Kindertagesstätten.

Baden-Württemberg könne mit Fug und Recht als Musikland Nummer eins mit einer Förderung in der Spitze und in der Breite bezeichnet werden, führte sie weiter aus. Neben den Chancen für alle, ein Instrument zu erlernen verwies Gentges aber auch auf die Gewinnung von Fachkräften als aktuelle Herausforderung. Musikschulpädagogen würden zur Mangelware, das gelte vor allem im Elementarbereich. Gentges kündigte an, an den Musikhochschulen für dieses Berufsbild zu werben.

Es braucht laut Gentges aber auch mehr Anerkennung und größere Wertschätzung für Musikschullehrer. „Wir können freie Stellen nicht besetzen“, bestätigte die Leiterin der Musikschule Marbach-Bottwartal mit ihren über 1000 Schülern und den 35 Lehrkräften, Bärbel Häge-Nüssle. Der Fachkräftemangel werde in den nächsten Jahren ein großes Thema sein, fügte sie an. Glücklich sei sie, dass im vergangenen Jahr ein Förderverein gegründet wurde, der vielfältige Unterstützung leiste. „Die Kraft der Musik trägt uns auch durch schwere Zeiten“, sagte Häge-Nüssle. Als weitere Herausforderung nannte die Leiterin überdies den Mangel an geeigneten Räumlichkeiten in Marbach. Der Sitz der Musikschule befindet sich dabei in Steinheim, wo sie auch 1972 gegründet wurde.

„Wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens“

Mit durchschnittlich 85 Konzerten im Jahr sei die Musikschule Marbach-Bottwartal wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens im Landkreis, machte Landrat Dietmar Allgaier deutlich und verwies vor allem auf die große Zahl von Ensembles. Dank des Fördervereins werde nun auch eine kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe aller jungen Menschen ermöglicht. Der Hintergrund: Der Förderverein will mit Patenschaften helfen, wenn Familien den Unterricht nicht bezahlen können.

Der erste Vorsitzende der Musikschule, der Marbacher Bürgermeister Jan Trost erinnerte an die Anfänge im Jahre 1972, als der damalige Steinheimer Bürgermeister Alfred Ulrich in seiner Stadt die Musikschule gründete, die dann schließlich erweitert und zu Marbach-Bottwartal wurde. „Nur mit einer soliden Basis ist Hochkultur überhaupt erst möglich“, sagte Jan Trost. Deshalb bezeichnete er es als wichtig, möglichst vielen Kindern Musik näherzubringen.

Beim Festakt war mit den Ludwig Chamber Players besagte Hochkultur vertreten. Die acht Instrumentalisten gehören dem SWR-Symphonieorchester an und sind Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs. Sie begeisterten nicht nur mit Beethovens achter Symphonie, die mit reichlich Finesse und Brillanz gespielt wurde, sondern boten überdies leicht-sommerliche Unterhaltung unter anderem mit Musik von Johann Strauß, Astor Piazzolla und Jaques Offenbach.