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Zum Porsche mit dem Rädle

Entscheidung über Radstation im Gewerbegebiet aber zunächst vertagt – Technische Probleme bei der Videositzung

Die Radstation am Sachsenheimer Bahnhof soll ein Gegenstück im Gewerbegebiet Eichwald bekommen. Eine abschließende Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.Foto: Alfred Drossel
Die Radstation am Sachsenheimer Bahnhof soll ein Gegenstück im Gewerbegebiet Eichwald bekommen. Eine abschließende Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Die jüngste Sitzung des Zweckverbands Eichwald im Sachsenheimer Wasserschloss lief als Videositzung alles andere als geplant ab; technische Probleme machten eine ungestörte Sitzung unmöglich. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung, nämlich die Errichtung einer Radstation im Gewerbegebiet, wurde außerdem wegen fehlender Informationen vertagt.

Während die virtuellen Sitzungen des Sachsenheimer Gemeinderates inzwischen vom Kulturhaus aus einigermaßen störungsfrei über die Bühne gehen und Bürgermeister Holger Albrich die Tagesordnungen weitgehend abwickeln kann, war dies bei der Verbandsversammlung Eichwald am Montagabend vom Rathaus aus nicht möglich, so dass ein Teilnehmer ein Plakat mit der Aufschrift „Das Wasserschloss ist verwanzt“ in die Kamera hielt. Nur einzelne Redebeiträge waren akustisch zu verstehen.

Förderung über sechs Jahre hinweg

Verbands-Geschäftsführer Steffen Schurr informierte die Teilnehmer über das Vorhaben des Verbands Region Stuttgart (VRS), ein weiteres Förderprogramm für den Ausbau des Verleihsystems „Regiorad“ aufzulegen. Geplant ist dabei, zu der bestehenden Station am Großsachsenheimer Bahnhof eine „Gegenstation“ im Eichwald einzurichten und für sechs Jahre zu 50 Prozent der üblichen Gebühren zu fördern.

Die Station soll in der Breuningerstraße in Verlängerung einer bestehenden Bushaltestelle angelegt werden. Die Bürgermeister der Verbandskommunen haben sich dahingehend abgestimmt, dass der Zweckverband der Stadt Sachsenheim dafür die nötige Fläche überlässt. Geplant ist dasselbe Modell wie am Bahnhof mit Platz für drei Pedelecs und zwei herkömmliche Räder zum Ausleihen. Die Stadt habe bereits den Zuschlag für eine Förderung bekommen, bestätigte Schurr.

Während der Bietigheimer Oberbürgermeister Jürgen Kessing die zweite Station als sinnvoll erachtete, lehnte sie Günter Dick (GLS Sachsenheim) zunächst ab. Er begründete seine Haltung damit, dass die Stadt bisher noch keine Nutzungsbasis vorgelegt habe. Bevor so etwas realisiert werde, müsse die Stadt erst Daten über die erste Station liefern. Immerhin koste die Station am Bahnhof in sechs Jahren 15000 Euro. Man müsse mit dem Geld vorsichtiger umgehen, sagte Dick. Sein Fraktionskollege Thomas Wörner sah ebenfalls Gesprächsbedarf beim Standort für die Eichwald-Station. Das Thema wurde vertagt, weil Sachsenheim erst einmal seine Hausaufgaben machen müsse, wie ein Gesprächsteilnehmer meinte.

Traute Theurer (GAL Bietigheim-Bissingen) erkundigte sich nach dem Stand des artenschutzrechtlichen Gutachtens für die alte Landebahn, das entscheidend für eine weitere Erweiterung des Gewerbegebiets ist. Ihr wurde eine schriftliche Antwort zugesagt.

Die Versammlung wurde schließlich abgebrochen, ohne dass der nichtöffentliche Teil abgehandelt worden wäre. Die Greensill-Pleite soll dem Vernehmen nach in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung kommen. Der Zweckverband Eichwald hat zwei Millionen Euro bei Greensill angelegt und fürchtet nun um sein Geld.

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