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Zum Sonntag Dunkelheit: Danke, es reicht!

Die Bäume sind leer. Die Gärten sind trist. Der Wecker klingelt, obwohl es noch dunkel ist. Die Sonne schleppt sich mühsam in den Tag, um bald wieder zu versinken. Feierabend, und es ist schon wieder dunkel. Okay, überall brennt das Licht, das künstliche. Trotzdem das Gefühl, dass einen die Dunkelheit im Griff hat. Besonders übel für Frauen und Männer, die eh das Empfinden haben, Schattenmenschen zu sein, die nie auf die Sonnenseite des Lebens kommen. Und Stress für die auf der Sonnenseite, die auf keinen Fall in die dunklen Gefilde des Lebens abrutschen wollen. Schlimmer noch als all dies ist der Blick in die Augen eines anderen, aus denen nichts mehr strahlt, kein Licht, kein Glanz, keine Lust am Leben. Im Gegenteil, Tristes und Seelendunkel.

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Wie eine Kerze bringt die Weihnachtsgeschichte Licht in die Dunkelheit der Herzen. Foto: Fotolia
Ludwigsburg. Man möchte fliehen, dorthin, wo das Licht dominiert, wo einen Menschen freudig anstrahlen und mitreißen, hinein ins Leben.

Es scheint so, als wenn es das Leiden an der Dunkelheit schon immer gegeben hat, weltgeschichtlich und privat. Wer hat sich nicht als Kleinkind vor der Dunkelheit gefürchtet? Wer scheut nicht die Seelenfinsternis, das innere Tappen im Dunklen?

Die Weihnachtsgeschichte versucht, eine Antwort auf die Erfahrung von Dunkelheit zu geben. Mitten in der finsteren Nacht geht den hartgesottenen Hirtenmännern ein Licht auf. Ihnen öffnet sich der Himmel mit der Botschaft von einem Gott, der sich den Menschen in Liebe zuwendet mit der Geburt eines Kindes, das unglaublich viel Licht ausstrahlen wird.

Licht, das in jedem Menschenherz eine Kerze anzündet mit der beigelegten persönlichen Grußkarte: „Du bist ohne Wenn und Aber geliebt und wertgeschätzt, der Himmel mag dich mehr, als du glaubst.“

Georg Schützler

Ehemaliger Pfarrer der Friedenskirche