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Zum Sonntag Wie neu geboren

Mein schönstes Erlebnis im Jahr: Sommerurlaub, Fahrt an den Bodensee und das erste Bad im See. Seit ein paar Jahren nehme ich dies als mein persönliches Tauf-Erinnerungs-Ritual. Alles Vergangene wird abgewaschen. Gern schaue ich das Gelungene und Schöne noch einmal an. Das, was nicht so gut gelungen ist, wo es Ärger gab, der ganze Druck der Arbeit wird in mehreren Tauchgängen aus jeder Faser meines Körpers und meiner Seele heraus- gespült. Wie neu geboren fühle ich mich dann. Und dann kommt eine kreative Urlaubswoche am See. Die Seele kann auftanken, der Körper kann sich erholen. Ich komme wieder an bei mir und bei den anderen.

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Für Pfarrerin Irmtraut Aebert ist das jährliche Bad im Bodensee ihr persönliches Tauf-Erinnerungs-Ritual. Archivfoto: dpa
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Ludwigsburg. Haben Sie auch solche Orte für sich? Ein Bild malen, in die Stille des Waldes gehen, tanzen, eine gute Begegnung erleben. Und danach fühlt man sich wie neu geboren. Erfrischt. Zuversichtlich.

„Quasimodogeniti“ – „wie die neugeborenen Kinder“ – so heißt der kommende Sonntag.

In der Alten Kirche hat man das wörtlich genommen. Alle, die sich in der Osternacht hatten taufen lassen, galten als „neugeborene Kinder“. Etwas Neues begann für sie. Und darin brauchten sie die Begleitung erfahrener Christen. Sie brauchten Unterstützung, um ihren Glauben im Alltag zu leben. Die katholischen Geschwister feiern am „Weißen Sonntag“ die Erstkommunion, die erste Teilnahme der Kinder an der Kommunionsfeier.

Etwas Neues beginnt, eine tiefere Verbindung mit Gott, die die Unterstützung der Familie und der Gemeinde braucht.

Wir brauchen solche Rituale des Neubeginns. Sie zeigen uns, dass wir nicht festgelegt sind auf unsere Vergangenheit, sondern dass unser Leben neu werden kann.

So kann ich ihn aus vollem Herzen mitsprechen, den Wochenspruch, der über dem morgigen Sonntag und der kommenden Woche steht: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ (1. Petr 1, 3)

Pfarrerin

Irmtraut Aebert

Evangelische Kirche Remseck-Hochdorf