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Die Schule beginnt!

Zur Schule gehen will geübt sein

Schulwegtraining ist zentraler Bestandteil der Mobilitätserziehung im ersten Schuljahr

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Ludwigsburg. Jeder Schulweg ist anders. Der Schulweg ist vor allem Sache der Eltern, aber auch die Schule kann einiges zur Sicherheit der Kinder beitragen. „Den Schulweg“ gibt es nicht, jedes Kind legt seinen eigenen Weg zurück, je nach Wohngegend gestaltet er sich gefährlicher oder eher unproblematisch. Die Rolle der Eltern – Schulwegtraining geht von der konkreten Situation vor Ort aus. Die Eltern erkunden den sichersten Weg und üben ihn gemeinsam mit ihrem Sohn/ihrer Tochter. Mit einem einmaligen „Spaziergang“ ist es nicht getan, fünf bis zehn Übungsgänge sind meistens notwendig, am besten unter „Realbedingungen“, also morgens im Berufsverkehr.

Mögliche Gefahrenpunkte werden, wenn sie sich nicht umgehen lassen, besonders angesprochen und geübt. Das Kind muss wissen, dass der festgelegte Weg verbindlich ist. Auch sollte darüber gesprochen werden, wie man sich verhält, wenn es zu unvorhergesehenen Störungen kommt, wie einer kurzfristigen Sperrung des Gehwegs oder einem Ampelausfall.

Kinder sollen grundsätzlich auf Wegen für Fußgänger oder auf dem Bürgersteig gehen. Auf dem Gehweg sollen sie innen gehen, nicht am Straßenrand. Sie sollen Straßen nur an übersichtlichen Stellen überqueren, an Ampeln, Mittelinseln oder Zebrastreifen.

An Zebrastreifen müssen sie warten, bis sich im Verkehr eine Lücke ergibt. Die Kinder sollen Blickkontakt mit dem Fahrer aufnehmen und erst losgehen, wenn alle Fahrzeuge stehen. An Ampeln müssen Schüler auf abbiegende Fahrzeuge achten. Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen.

Die Kinder sollten frühzeitig losgehen. Wer unter Zeitdruck steht, achtet weniger auf den Verkehr.

Grundschüler sollten nicht vor Abschluss der Radfahrausbildung mit dem Rad zur Schule fahren.

Schrittweise können die kleinen Schüler dann ohne Erwachsene gehen, wobei Eltern sie anfänglich noch beobachten sollten. Halten sie Absprachen ein? Wie verhalten sie sich in einer Gruppe mit Gleichaltrigen? Lassen sie sich überreden, einen anderen Weg zu gehen? Erst wenn die Kinder bewiesen haben, dass sie sich an Absprachen halten, können Eltern sie einigermaßen beruhigt alleine zur Schule lassen. Wirklich gefährliche Schulwege dürfen Erstklässler grundsätzlich nur in Begleitung von Erwachsenen zurücklegen.

Wenig hilfreich ist es, wenn Eltern ihre Kinder morgens mit dem Auto in die Schule fahren. Eigene Erfahrungen im Verkehr können die Mädchen und Jungen auf diese Weise nicht machen. Zudem können sich Kinder, die vor Schulbeginn schon etwas frische Luft geschnappt haben, im Unterricht besser konzentrieren.

Die Rolle der Schule – Die Schule kann die Eltern durch Tipps und Hinweise unterstützen. Dies beginnt bereits vor der Einschulung, wenn die Eltern der künftigen Erstklässler zum Elternabend eingeladen werden. Die Besprechung von Schulwegplänen oder die Absprache von gezielten Übungen sollte der erste Schritt einer kontinuierlichen Zusammenarbeit sein.