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Zwei Anbauten für den Keltenfürsten

Jetzt kann alles ganz schnell gehen: Der Förderbescheid für die Modernisierung des Keltenmuseums ist angekommen

Das von Michael Kerker erbaute Keltenmuseum erhält zwei Anbauten – mit dem Einverständnis des Architekten. Archivfoto: Probst
Das von Michael Kerker erbaute Keltenmuseum erhält zwei Anbauten – mit dem Einverständnis des Architekten. Foto: Probst

Eberdingen. Ein Museum in seiner äußeren Gestalt mit Anbauten zu verändern, berührt auch die Urheberschaft des Originals. Im Falle des 1991 eröffneten Keltenmuseums im Eberdinger Ortsteil Hochdorf liegt diese bei Architekt Michael Kerker. Laut Bürgermeister Peter Schäfer sind die Pläne, die Einrichtung mit zwei Anbauten zu modernisieren, mit Kerker abgestimmt. Der Architekt habe bekundet, dass „ein Museum kein statisches Gebilde“ sei, wobei Schäfer betonte: „Wir haben ein anderes Nutzerverhalten, wir brauchen diese Anbauten.“

Zum einen ist dies ein kleinerer Anbau für den Bürobereich. Für die äußere Gestalt entscheidend ist aber der Anbau eines Medienraumes mit 54 Quadratmetern Grundfläche auf der Ostseite, der über den originalen Grundriss, der die Maße des Hügelgrabes aufnimmt, hinausgeht. Und hier wurden nun zuletzt doch noch einmal substanzielle Veränderungen vorgenommen, die sich anders darstellen als die in der Sitzungsvorlage genannte „veränderte Größe des Medienraumes“, wie Alexander Lippeck vom ausführenden Vaihinger Plan-Kontor Lippeck auf Nachfrage bestätigt: „In der kollegialen Diskussion mit Kerker haben wir dem ursprünglich organischer geplanten Kubus nun eine strengere Form gegeben, diesen auch näher an das Original-Gebäude herangeführt und in die gegebene Achsialität gesetzt. Die Größe aber verändert sich nicht.“

Lippeck ist überzeugt, dass dieser Anbau „keine Konkurrenz“ darstellen wird und das Museum weiterhin „als Gesamtensemble“ wahrzunehmen sei: „Sobald die neue Gebäudehülle ein wenig Patina angesetzt hat, wird sich das alles als eine harmonische Einheit zeigen.“

In der Sitzung skizzierte sein Bürokollege Volker Scheid noch einmal die Verbesserungen, die auch hinsichtlich der energetischen Ertüchtigung des Gebäudes erfolgen werden. Zum einen durch den Glasaustausch bei den großflächigen Südfenstern, die für extreme Temperaturschwankungen verantwortlich sind. Zum anderen wird der Büroraum mit einer Klimaanlage versehen, die vom Sonnenstrom von benachbarten Fachdächern gespeist wird. Der neue Medienraum wiederum wird mit Erdwärme geheizt, und zwar über Heizschlangen, die in die Außenwände eingebaut werden. Diesem Nachhaltigkeitsaspekt sprach Martin Witasch (FWE) „besonderen Charme“ zu. Prinzipiell stellte er fest: „Günstiger bekommen wir das die nächsten 50 Jahre nicht saniert.“ Auch Bernd Hasenmaier (CDU) unterstrich: „Die Ertüchtigung unseres Keltenmuseums, das seinesgleichen sucht, ist absolut zukunftsorientiert.“

Über diesem Projekt stand lange ein Fragezeichen, denn die beantragten gut eine Million Euro, die von Bund und Land kommen sollten, waren bis dato nur „in Aussicht gestellt“. Doch nun konnte Bürgermeister Schäfer Vollzug melden: „Heute ist der Bewilligungsbescheid eingetroffen. Die Finanzierung ist gesichert.“

Die Kommune, die das Museum trägt, bringt 350000 Euro auf. Das Planungsbüro beziffert die Gesamtkosten auf 1,367 Millionen Euro. Ein Summe, in die „angesichts aktuell stark steigender Kosten für Baumaterialien bereits fünf Prozent Puffer eingebaut sind“, so Scheid.

Über die Entwicklung freute sich auch Museumsleiter Thomas Knopf. Hinsichtlich der Nutzung des künftigen Medienraumes kündigte er auch einen neuen Film an, der aber erst noch produziert werden müsse. Auch das Geländemodell werde „ins digitale Zeitalter transformiert“. Im Übrigen habe das Museum „die Corona-Zeit genutzt und das Fürstenskelett dreidimensional erfasst, und zwar jeden Knochen“.

Auch neue Forschungsergebnisse lägen vor, so der Museumsleiter. Diese sollen zusammen mit einem ebenfalls neuen Buch über die Kelten präsentiert werden, das am 27. Juli herauskommen und am Hügelgrab der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

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