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Wahlkampf

Talk mit den Kandidaten für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen: Fünf Neulinge und ein alter Hase

Fünf Männer, eine Frau, alle noch ohne Parlamentserfahrung und nur ein altgedienter Wahlkämpfer: Die Kandidaten der sechs im Bundestag vertretenen Parteien, die am 14. März für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen in den Landtag einziehen wollen, trafen sich gestern Abend zum zweiten Online-Talk unserer Zeitung im LKZ-Verlagsgebäude.

Bewerben sich um das Mandat für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen (von links): Tayfun Tok (Grüne), Walter Kubach (Linke), Tobias Vogt (CDU), Daniel Haas (SPD), Elvira Nägele (FDP) und Nikolaos Boutakoglu (AfD). Foto: Andreas Becker
Bewerben sich um das Mandat für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen (von links): Tayfun Tok (Grüne), Walter Kubach (Linke), Tobias Vogt (CDU), Daniel Haas (SPD), Elvira Nägele (FDP) und Nikolaos Boutakoglu (AfD). Foto: Andreas Becker
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Kreis Ludwigsburg. Diskutiert wurde wieder coronagerecht und mit Abstand in drei Duellen. Die Fragen, mit denen Chefredakteurin Ulrike Trampus und Kreis-Ressortchef Stephan Wolf die sechs Bewerber konfrontierten, kreisten um Themen wie Schule in Coronazeiten, Wohnungsmarkt, soziale Gerechtigkeit und die Frankenbahn.

Mit Tayfun Tok (Grüne) und Tobias Vogt (CDU) wollen zwei Neulinge die bisherigen Wahlkreisabgeordneten ihrer Parteien beerben. Über die Frankenbahn zofften sich allerdings schon die Noch-Abgeordneten Daniel Renkonen und Fabian Gramling – trotz gemeinsamer Koalition. Auch Vogt ging gestern gegen den Koalitionspartner in die Offensive: Die Ausdünnung von Zwischenhalten im Nordkreis sei unverständlich und führe dazu, dass „leere Züge im Schneckentempo an Bahnsteigen voller Pendler vorbei“ führen. Tok sagte zu, in Sachen Frankenbahn noch auf seinen Parteifreund, Verkehrsminister Winne Herrman, „zugehen“ zu wollen, wandte sich aber auch gegen „Falschaussagen“ von Vogts Wahlkampfmanager Christian Schäuffele. Der habe in einem Schreiben an die Unterzeichner der Petition für die Erhaltung aller Zwischenhalte behauptet, vom Land noch keine Antwort auf einen offenen Brief in der Sache erhalten zu haben, obwohl der Verkehrsminister längst geantwortet habe. „Aber nicht der Ministerpräsident“ erwiderte Vogt. Auch in Sachen Auto waren sich die beiden uneins: Tok will keine neuen Straßen und eine vernetzte Mobilität, in der Fahrrad, ÖPNV und Carsharing Hand in Hand gehen, Vogt sprach sich als Besitzer eines Autozentrums gegen Behinderungen des Individualverkehrs und autofreie Innenstädte aus.

Auch Sozialdemokrat Daniel Haas will den ÖPNV zu einem Schwerpunkt machen und die Frankenbahn stärken sowie die Bottwartalbahn aufs Gleis bringen. Zudem forderte er, mit einer landeseigenen Baugenossenschaft ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Freidemokratin Elvira Nägele will das als Architektin lieber privaten Bauherren überlassen. Ihr Rezept: Flexiblere Bebauungspläne und weniger Bürokratie könnten die Nachverdichtung bestehender Baugebiete erleichtern. Haas plädierte für eine Mietpreisbremse, um Mietsteigerungen einzudämmen, Nägele sieht darin eher ein Investitionshemmnis für Bauwillige.

AfD-Kandidat Nikolaos Boutakoglou widersprach Recherchen des ARD-Magazins Monitor, wonach er auf seinem Facebook-Account rechtsextremistische Inhalte gepostet haben soll. Da sei „nichts dran“, sagte er, es handle sich um eine „Unterstellung von Medien“. Walter Kubach (Linke) erwiderte, er freue sich über freie Medien – die Boutakoglou nach eigener Aussage auch höher schätzt als viele andere AfD-Politiker. Dann solle er doch aus der AfD austreten, schlug Kubach ihm vor. Der Gewerkschafter ist als einziger Kandidat schon mehrfach bei Parlamentswahlen angetreten: Es mache ihm Spaß, öffentlich für soziale Gerechtigkeit und ordentlich bezahlte Arbeitsplätze zu werben, begründete er sein anhaltendes Engagement. Eine Hauptforderung Boutakoglous: „Den Lockdown sofort beenden!“

Den kompletten Talk können Sie hier im Video sehen:

Der nächste Talk zur Landtagswahl findet am kommenden Mittwoch 3. März, 19 Uhr statt. Dann diskutieren im Live-Stream der LKZ die Bewerberinnen und Bewerber aus dem Wahlkreis Ludwigsburg.

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