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20 Kilometer Stau nach Lastwagen-Unfall

Gegen Pannenfahrzeug auf dem Standstreifen geprallt – Unfallverursacher stand vermutlich unter Drogen

unfall

Ludwigsburg. Die Autofahrer wurden am Donnerstag früh auf eine harte Geduldsprobe gestellt: Nichts ging mehr auf der Autobahn 81 zwischen Mundelsheim und Stuttgart-Zuffenhausen. Auch die Nebenstrecken waren vollkommen überlastet. Grund war ein Unfall mit zwei Lastwagen, der sich am frühen Donnerstagmorgen gegen 2.55 Uhr zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Süd und Zuffenhausen ereignet hat. Bei dem Unfall wurden drei Personen leicht verletzt, die Polizei gibt den Schaden mit etwa 200 000 Euro an.

Während der Bergung der Lastwagen musste die Polizei mehrere Stunden lang zwei Fahrspuren der Autobahn sperren. Im Berufsverkehr staute sich der Verkehr auf der Autobahn zeitweise auf bis zu 20 Kilometer. Zwischen Mundelsheim und Ludwigsburg-Süd standen die Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange. „Ein Unfall auf der A 8 oder der A 81, der sich in den Berufsverkehr reinzieht, das ist für uns der Super-GAU“, sagte Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, auf Nachfrage. Eine Sperrung auf der viel befahrenen A 81 führe „zwangsläufig“ zu langen Staus und Behinderungen auf den vermeintlichen Ausweichstrecken. Erst gegen 14 Uhr konnte die Polizei den mittleren Fahrstreifen wieder freigeben. Der Stau war zu dieser Zeit noch 13 Kilometer lang und löste sich erst am späten Nachmittag komplett auf.

Den Unfall in der Nacht hat laut Polizei ein 43-jähriger Lasterfahrer verschuldet. Er war mit einem Gliederzug auf dem rechten von insgesamt drei Fahrstreifen unterwegs und geriet nach rechts auf die Standspur. Die Polizei vermutet, dass er kurz am Steuer eingeschlafen war und deshalb von der Fahrbahn abkam.

Auf dem Standstreifen stand ein Sattelzugschlepper, der eine Panne hatte. Der 43-Jährige stieß gegen das liegengebliebene Fahrzeug, riss die komplette linke Lasterseite auf, prallte dann rechts in die Leitplanken und kippte mit seinem Gespann im Böschungsbereich auf die Seite. Der 45-jährige Fahrer des Pannenlasters hatte Glück im Unglück, er saß während des Unfalls auf dem Beifahrersitz. Trotzdem wurde er bei dem Unfall schwer verletzt. Der 43-jährige Unfallverursacher kam mit leichten Blessuren davon. Beide Fahrer brachte der Rettungsdienst in ein Krankenhaus.

Der 53-jährige Fahrer eines Mercedes erkannte die Unfallstelle zu spät und fuhr über Trümmerteile. Durch den dabei ausgelösten Airbag zog auch er sich leichte Verletzungen zu und musste ebenfalls im Krankenhaus ärztlich versorgt werden.

Während der Unfallaufnahme bemerkten die Polizeibeamten, dass der 43-Jährige Drogen genommen hatte. Nach einem positiven Drogenvortest musste der 43-jährige Lastwagenfahrer eine Blutprobe abgeben.

Die freiwilligen Feuerwehren aus Asperg und aus Möglingen, die mit 51 Einsatzkräften und elf Fahrzeugen vor Ort waren, kümmerten sich um ausgelaufene Betriebsflüssigkeiten. Da mehrere Liter Diesel und Öl in den angrenzenden Grünbereich geflossen waren, beauftragte das Umweltamt Ludwigsburg ein Fachunternehmen damit, das betroffene Erdreich abzutragen. Für den umgekippten Gliederzug musste die Polizei einen Kran anfordern, um das Fahrzeug aufzurichten.

Mit einer Kehrmaschine reinigten Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Ludwigsburg die Fahrbahn. (red/in)