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Im Wertstoffhof brennt es gleich zwei Mal

Ursache bisher ungeklärt – E-Auto brennt auf der B10 – Spezialcontainer kühlt auch Akku

Die Rauchwolke war weit zu sehen. Foto: KS-Images.de / Andreas Rometsch
Die Rauchwolke war weit zu sehen. Foto: KS-Images.de / Andreas Rometsch

Korntal-Münchingen/Vaihingen. Am Dienstagabend, gegen 19.30 Uhr wurde die Feuerwehr Vaihingen zu einem Fahrzeugbrand gerufen. Ein 56-Jähriger war mit seinem BMW auf der B10 von Schwieberdingen in Richtung Vaihingen unterwegs. Auf Höhe der Hochwaldkreuzung bemerkte er einen Rauchgeruch, weshalb er unverzüglich zur Seite fuhr. Kurz darauf brach im Motorraum Feuer aus. Glücklicherweise blieb der Fahrer unverletzt. An dem Auto entstand ein Schaden in Höhe von etwa 65000 Euro. Für die Dauer der Löscharbeiten war die B10 komplett gesperrt.

Der Landkreis hat seit Anfang Mai vier baugleiche Abrollbehälter Löschwasser, welche mit 10000 Liter Wasser sowie mit einer Sonderbeladung ausgestattet sind. Sie sind speziell für solche Brände ausgerichtet. Die Feuerwehr Kornwestheim wurde mit einer dieser Mulden zum ersten Einsatz in Vaihingen alarmiert, um das Fahrzeug mit seiner Hochvoltbatterie zu löschen und zu kühlen. Anders als bei brennendem Benzin oder Diesel, dem die Einsatzkräfte meist mit Löschschaum zu Leibe rücken, ist bei brennenden Lithium-Ionen-Akkus Wasser das geeignete Löschmittel. Das hat den Vorteil, dass es den brennenden Akku kühlt und die Geschwindigkeit der Kettenreaktion herabsetzt.

Dazu baut die Feuerwehr eine Art „Wasserbad“. Die Einsatzkräfte bringen eine sogenannte Mehrzweckmulde zum Einsatzort, füllen sie mit bis zu 10000 Litern Wasser. Wenn der Brand des Autos gelöscht ist, wird das Auto samt Akku mit einem Kran in dieses Wasserbad gehoben. So können alle Zellen im Akku kontrolliert abgekühlt werden.

Der Vorteil: Das Löschwasser wird gezielt eingesetzt und fließt nicht unkontrolliert in den Boden ab. Das ist wichtig, weil das Wasser nach dem Kontakt mit dem Akku und den darin enthaltenen Feststoffen und Flüssigkeiten chemisch kontaminiert sein kann.

Gleich zwei Mal hintereinander hat es auf dem Wertstoffhof Maurer bei Münchingen gebrannt. In der Nacht zum Mittwoch fing Häckselabfall, der in einer dafür vorgesehenen Halle gelagert wurde, an zu brennen. Die Ursache ist derzeit unklar. Über den Schaden und ob die Lagerhalle in Mitleidenschaft gezogen wurde, gibt es bislang noch keine Angaben, verletzt wurde niemand. Um ein erneutes Entfachen von möglichen Glutnestern zu verhindern, trugen die Feuerwehrleute aus mehreren Orten den Müll ab. Bis zum Vormittag gab es laut Polizei erhebliche Geruchsbelästigungen, Anwohner wurden gebeten, Fenster geschlossen zu halten.

Am Mittwoch gegen 19.50 Uhr ist es dann in einer Lagerhalle des Wertstoffhofes an der Kreisstraße 1656 zwischen Münchingen und Schöckingen erneut zu einem Brandausbruch gekommen. Nachdem es in der Nacht zuvor bereits in einer anderen Lagehalle gebrannt hatte, geriet diesmal Holzsperrmüll aus ebenfalls noch ungeklärter Ursache in Brand. Die Feuerwehren aus Korntal-Münchingen, Hemmingen und Leonberg waren mit insgesamt zwölf Fahrzeugen und 62 Einsatzkräften zur Brandbekämpfung ausgerückt. Trotz des Großeinsatzes der Feuerwehr kam es diesmal zu keinen Beeinträchtigungen auf der Kreisstraße. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden die Bewohner der umliegenden Gemeinden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Um 23.51 Uhr meldete die Feuerwehr, dass das Feuer aus war. Der entstandene Schaden beläuft sich auf etwa 5000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. (red)