Logo

Korntal-Münchingen

Jugendtrainer räumt sexuellen Missbrauch ein

Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen die Evangelische Brüdergemeinde in Korntal zeichnet sich jetzt ein weiterer Fall in der Stadt ab. Wie die Kriminalpolizei am Mittwochvormittag bekannt gab, ermittelt sie derzeit gegen einen ehemaligen Fußball-Jugendtrainer eines Korntaler Sportvereins wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Ludwigsburg. Bereits im Februar hatten die Eltern eines Jugendlichen nach Angaben der Polizei und der Stuttgarter Staatsanwaltschaft Anzeige gegen den 19 Jahre alten mutmaßlichen Täter erstattet. Sie hatten auf dem Handy ihres Sohnes Nachrichten gefunden, die den Verdacht begründeten, der Trainer habe ihrem Kind pornografische Videos überlassen und anzügliche Fragen gestellt, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Offenbar 15 Kinder betroffen

Bei einer Hausdurchsuchung stellten die Ermittler in der Wohnung des 19-Jährigen schließlich Smartphones und Speichermedien sicher – deren umfangreiche Auswertung nun offenbar vorliegt. Sie führte die Ermittler laut Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft zu 15 weiteren Kindern im Alter zwischen 11 und 14 Jahren, zu denen der 19-Jährige wohl zwischen Dezember 2015 und Ende Februar 2017 Kontakt aufgenommen hatte – entweder über das Training oder in seiner Eigenschaft als Betreuer einer Ferienfreizeit. Unter dem Vorwand einer Studie soll er den Kindern intime Fragen gestellt und ihnen pornografische und jugendpornografische Dateien und Videos angeboten haben.

In seiner kriminalpolizeilichen Vernehmung legte der Tatverdächtige nach Angaben der Polizei ein vollumfängliches Geständnis ab.

Bereits im Oktober hatte das Stuttgarter Landgericht einen ehemaligen Tischtennis-Jugendtrainer des TSV Höfingen zu einer dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Kammer befand den 62 Jahre alten Mann, der zuletzt im Kreis Ludwigsburg wohnte, wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwei Fällen, sexuellen Missbrauchs von Kindern in elf Fällen sowie Besitz und Herstellung kinderpornografischer Schriften für schuldig. Der Ex-Trainer hatte seine 20 Opfer zwischen sieben und elf Jahren unsittlich berührt und nackt fotografiert. (red)