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Gerlingen/Korntal-Münchingen

Schlag gegen Drogendealer im Kreis

Mehrere Monate haben Beamte des Ditzinger Polizeireviers wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen sieben Männer aus dem Strohgäu und Stuttgart ermittelt, am Ende stand eine große Durchsuchungsaktion samt Rauschgift- und Waffenfunden. Dabei wurden drei Tatverdächtige vorläufig festgenommen. Zwei von ihnen wurden wieder freigelassen, aber ein 20-Jähriger aus Korntal-Münchingen sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Doch trotz dieser Erfolge, wie sie die Polizei vermeldet: Abgeschlossen sind die Ermittlungen in diesem Fall noch nicht.

Ludwigsburg. Mehrere Kontrollmaßnahmen und daraus resultierende, mitunter verdeckt geführte Ermittlungen hatten eine hohe Verfügbarkeit von Betäubungsmitteln, insbesondere von Marihuana und Amphetamin, innerhalb der örtlichen Szene bestätigt. Dabei wurden letztlich auch die Tatverdächtigen identifiziert, heißt es in der Mitteilung. Je drei von ihnen stammen und Korntal-Münchingen und Gerlingen, einer aus Stuttgart, sie sind im Alter zwischen 18 und 45 Jahren.

Auf richterliche Anordnung durchsuchten dann am Dienstagmorgen Einsatzkräfte der Schutz- und Kriminalpolizei, unterstützt durch Beamte des Polizeipräsidiums Einsatz und der Polizeihundeführerstaffeln aus Stuttgart und Ludwigsburg, die Wohnungen der Männer. Rund 70 Beamte waren im Einsatz.

Hat einer der Verdächtigen auch Diebstähle verübt?

Bei der großangelegten Aktion stellten sie neben 1,2 Kilogramm Marihuana und diversen Dealer-Utensilien auch Schlagringe, Messer und Schreckschusswaffen sowie über 100 E-Zigaretten samt Zubehör sicher. Dabei handele es sich mutmaßlich um Diebesgut, so die Polizei. Gefunden wurde dieses bei dem Verdächtigen aus Stuttgart, einem 39-jährigen Mann. Ermittlungen zu der Herkunft der gefundenen Gegenstände liefen aber noch, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums.

Der inhaftierte 20-Jährige aus Korntal ist den Angaben zufolge kein unbeschriebenes Blatt. Er war erst am Donnerstag vor einer Woche vom Amtsgericht wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer einjährigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Bei der Durchsuchung am Dienstagmorgen fanden sich nun aber in seiner Wohnung etwa 450 Gramm Marihuana, das er zusammen mit einen Messer mit Schlagringgriff in einem Rucksack aufbewahrt hatte – damit dürfte die vom Amtsgericht verhängte Bewährung hinfällig sein.

Die Nachricht von der Durchsuchungsaktion und Festnahmen innerhalb der „lokalen Rauschgift-Szene“ scheinen auf den ersten Blick überraschend. Schließlich hatte der stellvertretende Ditzinger Revierleiter bei der Präsentation der Kriminalstatistik für Korntal-Münchingen noch davon gesprochen, dass es keine offene Drogenszene gebe. „Man muss unterscheiden, was man unter offener Szene versteht“, heißt es dazu aus dem Polizeipräsidium stellvertretend für das Revier. Es gebe überall Menschen, die Drogen konsumierten, aber nicht überall so offen, wie das vor allem in großen Städten rund um Bahnhöfe und andere zentrale Orte vorkomme. „Und unsere Pressemitteilung soll auch ein Signal setzen.“

Revier will sich künftig verstärkt Rauschgiftkriminalität widmen

Das hatte auch der stellvertretende Revierleiter vergangenen Donnerstagabend angekündigt. Man werde sich nach einer Pause wieder verstärkt der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität widmen, sagte Thomas Reimold. Denn gerade bei diesem Deliktbereich hingen die bekannten Fallzahlen stark von der Ermittlungsarbeit und dem Fokus der Beamten ab.

Für Korntal-Münchingen, wo man 2017 „nicht die Erkenntnislage wie in anderen Kommunen“ hatte, war ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 59 auf 46 Fälle verzeichnet worden. Gleichzeitig wies dieser Deliktbereich mit 97,8 Prozent die mit Abstand höchste Aufklärungsquote – bei ohnehin präsidiumsweiten Bestwerten – auf. (red/jsw)