Urteil
Ludwigsburg | 02. Februar 2018

Geldstrafe für Faustschlag nach der Disco bestätigt

Mit dem Versuch, seine Geldstrafe wegen Körperverletzung wieder loszuwerden, ist ein 26-jähriger Mannheimer vor dem Ludwigsburger Amtsgericht gescheitert. Mit seinem Einspruch gegen einen Strafbefehl erreichte er lediglich, dass die Höhe seiner 30 Tagessätze auf 40 anstatt wie bisher 50 Euro heruntergeschraubt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er es war, der nach einem bis in die Morgenstunden ausgedehnten Besuch einer Diskothek in der Ludwigsburger Weststadt einem ihm völlig Unbekannten mit der Faust ins Gesicht geschlagen hat.

Es war schon fünf Uhr morgens, als sich am 9. September letzten Jahres die beiden alkoholisierten Diskothekenbesucher nur durch ihre pure Anwesenheit aneinander störten. Zunächst verbal im Streit, eskalierte die Begegnung derart, dass ein 19-jähriger Renninger hinterher mit aufgeplatzter Lippe dastand. Der Mannheimer leugnete seinen Faustschlag vor Gericht und erklärte, der Renninger habe ihn mehrmals mit den Worten „verpiss dich“ dumm angemacht.

Plötzlich habe sich der 19-Jährige direkt vor ihm aufgebaut und er hätte diesen weggedrückt. Durch die Gegenreaktion des 19-Jährigen habe er mit seinem eigenen Arm einen Schlag in die Brust bekommen. „Wenn du mich noch einmal anfasst, dann hole ich die Polizei“, hätte der Renninger zu ihm gesagt.

Daraufhin, so der Angeklagte weiter, sei er „sauer“ geworden, dem Renninger hinterhergerannt und dabei auf dem Schotter so gestürzt, dass er sich die Finger aufgeschürft habe. Auf einmal seien zwei Polizei-Transporter angefahren gekommen. Eine Beamtin hätte ihn der Körperverletzung beschuldigt. So habe er sich den Diskothekenbesuch nach einer Geburtstagsfeier bei seinem Vater in Asperg ganz bestimmt nicht vorgestellt, sagte er vor Gericht. Dies sei alles nur passiert, weil ihm der Renninger zu nahe gekommen sei und er diesen aus seiner „Wohlfühlzone“ verwiesen habe, wie er es nannte.

Die Schilderung des 19-jährigen Geschädigten über das Morgengrauen an der Ludwigsburger Diskothek hörte sich ganz anders an. Der Angeklagte, sagte er, hätte vor der Disco dauernd Leute angepöbelt mit Ausdrücken wie „Lackleder-Schwuchtel“. Als er ihn aufgefordert habe, ihn nicht anzufassen, habe ihm dieser „die Faust gegeben“. Eine an zwei Stellen aufgeplatzte Lippe, ein geschwollener Unterkiefer und drei Tage Kieferschmerzen seien die Folge gewesen. Er und der Angeklagte, fuhr der Geschädigte fort, hätten sich auch „kurz gepackt“, er habe sich jedoch aus der Umklammerung wieder lösen können.

 

Gericht folgt der Aussage des Opfers und bestätigt die Geldstrafe

 

Bis zu diesem Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung hatte der Mannheimer recht wenig Einsicht gezeigt, doch das Gericht wertete die Aussage des 19-Jährigen als glaubhaft. Richterin Carolin Brenner sprach den bereits mehrfach einschlägig Vorbestraften schuldig. Das 19-jährige trägt seit dem Faustschlag eine Narbe im Gesicht.

Heike Rommel
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