Stuttgarter Landgericht
Ludwigsburg | 26. Dezember 2017

Urteil im Waffen- und Drogenprozess für Februar erwartet

Gestehen die acht Angeklagten am Ende doch noch? In der nächsten Sitzung präsentiert die Staatsanwaltschaft die Abhör-Protokolle.

Der seit gut drei Monaten am Stuttgarter Landgericht laufende große Ludwigsburger Waffen- und Rauschgiftprozess gegen acht Beschuldigte wird im Februar kommenden Jahres mit einem Urteil zu Ende gehen. Diese wichtige Information wurde vom Gericht kürzlich bekanntgegeben. Damit kann der Prozess um mehr als zwei Monate verkürzt werden.

Den sieben Männern und einer Frau aus Ludwigsburg, Bietigheim, Asperg und Markgröningen wird der Handel mit mindestens 80 Kilogramm Drogen und einem guten Dutzend Waffen vorgeworfen, darunter Maschinengewehre, kurzläufige Pistolen und ein sogenanntes Scharfschützen-Gewehr (wir berichteten). Haupttatort der Vorwürfe soll das Bistro eines der Angeklagten in der Ludwigsburger Innenstadt gewesen sein, in dessen Tiefgarage jeweils die Fahrzeuge abgestellt waren, in denen die Waffen und Drogen transportiert wurden.

In der vergangenen Sitzung wurde auch jener Staatsanwalt in den Zeugenstand gerufen, der ein weiteres Verfahren gegen zwei der Männer führte, die am 30. November wegen Rauschgifthandel zu sieben Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt wurden. Es handelte sich um ein Parallelverfahren, da laut der Aussage des Staatsanwalts große Mengen dieser Drogen und auch Waffen aus den Händen der jetzt angeklagten mutmaßlichen Waffen- und Drogenhändler stammen. Einer der beiden damaligen Täter hatte sich bei seinem Festnahmeversuch mit der Ludwigsburger Polizei eine filmreife Verfolgungsjagd quer durch die Stadt geliefert, ehe er auf einem Parkplatz im Westen der Stadt schließlich gefasst wurde.

Nach wie vor hüllen sich alle acht Angeklagten in Schweigen. Das könnte sich am 11. Januar, dem nächsten Verhandlungstag, allerdings schlagartig ändern. Nach der Verlesung der Telefon-Abhör-Protokolle, in denen die kriminellen Geschäfte der Angeklagten dokumentiert sein sollen, könnten deren Geständnisse folgen.

VON BERND WINCKLER
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