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GEMEINDERAT

200 Milchkühe lassen die Emotionen hochkochen

Das Bauprojekt eines Landwirts wird in der Kleiningersheimer Bürgerfragestunde von Bewohnern des Teilorts heftig kritisiert.

Für sein Vieh will ein Bauer einen Laufstall mit Melkgebäude bauen.Archivfoto: Matthias Balk/dpa
Für sein Vieh will ein Bauer einen Laufstall mit Melkgebäude bauen. Foto: Matthias Balk/dpa
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INGERSHEIM. Wenn der Gemeinderat einmal im Jahr im Vereinsheim Schönblick in Kleiningersheim tagt, dann gehört die Bürgerfragestunde vorab immer zu den Highlights der Tagesordnung. Im Mittelpunkt standen am Dienstagabend auch rund 200 Milchkühe, die ein örtlicher Landwirt künftig in einem Stall auf der Höhe am Feldweg in Kleiningersheim halten will.

Reaktionen von Einwohnern ließen freilich nicht auf sich warten. Denn es handelt sich um ein großes Projekt, gegen das ganz offensichtlich auch Vorbehalte bestehen. „Ist das eigentlich genehmigt?“, fragte eine Bewohnerin, was Bürgermeister Volker Godel bejahte. Der Ausschuss habe diesem Bau als privilegiertes Vorhaben im Außenbereich zugestimmt, da alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt seien. „Es ist zu begrüßen, wenn ein Landwirt investiert“, sagte Godel.

Dass Faktentreue ein dehnbarer Begriff ist, bewies ein anderer Bewohner, der gleich einmal von 300 Kühen sprach, die – seiner Meinung nach – jede Menge Gase und Abfall produzierten. Nachdem Bürgermeister Volker Godel nochmals betonte, dass ein solches Vorhaben geprüft worden sei, reagierte der Kleiningersheimer, der selbst früher einmal im Gemeinderat saß, äußerst rüde. „Ein Landwirt hat Narrenfreiheit“, beklagte er sich, was wiederum den Bürgermeister schließlich in Rage brachte. „Diese Aussage entbehrt jeglicher Grundlage und stellt einen Affront gegen eine Bevölkerungsgruppe dar, der wir viel verdanken“, entgegnete Godel. Als die Bürgerfragestunde kurz darauf beendet war, verließ der vom Schultes kritisierte Bewohner empört die Sitzung.

Sichtlich betroffen zeigte sich Gemeinderätin Hanne Hallmann (Freie Wähler). „Das ist doch kein Projekt, das uns Angst machen muss“, sagte sie.

Gülle kommt großteils in Biogasanlage

Auf Nachfrage unserer Zeitung erläuterte Volker Godel nochmals das Bauvorhaben des Landwirts. Für die 200 Milchkühe wird ein Laufstall mit Melkgebäude errichtet. Die Tiere haben einen gewissen Bewegungsspielraum und die dort entstehende Gülle wird zum Großteil zu einer Biogasanlage gefahren. In Sachen Tier- und Umweltschutz entspreche das den neuesten Vorschriften, so Godel. Mit der Milchviehhaltung gehe außerdem eine Grünlandbewirtschaftung einher, was er ebenfalls begrüße, so der Bürgermeister.

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