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Schülerprojekt

„8-ung Natur“ schafft grüne Verantwortung

75 Schüler des Ditzinger Gymnasiums in der Glemsaue setzen sich bis Ende Mai mit Themen rund um Umwelt, Ressourcen und Konsum auseinander

Kick-off und erstes Ideensammeln: Ditzinger Gymnasiasten starten mit viel Elan in ihre Projektwochen zum Thema Umwelt. Foto: Holm Wolschendorf
Kick-off und erstes Ideensammeln: Ditzinger Gymnasiasten starten mit viel Elan in ihre Projektwochen zum Thema Umwelt. Foto: Holm Wolschendorf

Ditzingen. Am Ditzinger Gymnasium in der Glemsaue gehen in Klasse fünf alle zusammen ins Schullandheim, die Klassenstufe zehn wandert über die Alpen, und die Jahrgangsstufe eins reist auf Studienfahrt nach Berlin. Dorothee Hetzer, die Abteilungsleiterin und Projektkoordinatorin in der Glemsaue ist, sagt: „Jahrgangsübergreifende Projekte sind an unserer Schule fest verankerter Bestandteil unserer Aktivitäten außerhalb des Unterrichts.“

Für die achten Klassen, die bislang in Theaterprojekten engagiert waren, laufen von nun an unter dem Titel „8-ung Natur“ Projektwochen zum hochaktuellen Thema Umwelt, initiiert von Isabelle Hannemann. Inspiriert von den im neuen Bildungsplan ausgewiesenen, alle Fächer übergreifenden Leitperspektiven „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und „Verbraucherbildung“, steht am Ende ein wichtiges Ziel: Die jungen Menschen entscheiden als kritische und mündige Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst, was sie konsumieren wollen.

Die meist 13- bis 14-jährigen Schüler machen sich Gedanken und teils auch Sorgen. Viele haben schon konkrete Ideen, worauf man achten sollte, wissen, was schiefläuft, haben selbst Erfahrung damit, wie schwierig es ist, konsequent zu handeln. Nele Engel fürchtet um die Zukunft, später, wenn sie einmal Kinder bekomme. „Eigentlich kann man nichts machen“, sagt sie. Mathis Nägele gibt an, es helfe schon, sich bewusst zu machen, woher Lebensmittel kommen. „Tomaten aus Südspanien zum Beispiel. Oder Palmöl: Da sollte man nach Alternativen suchen.“ Henry Bossog pflichtet ihm bei, weiß aber zu berichten, dass sich die Konsistenz von Nutella ohne Palmöl „komplett ändern“ würde – auch nicht gut.

Und dann sprudeln die Ideen, Melina Gutzke und Mona Bochert sagen, man sollte keine Tüten kaufen, sondern Beutel – und lieber eine Vesperdose und nicht Plastik in die Schule nehmen, mit dem Fahrrad fahren (manchmal sei man aber doch zu faul und lasse sich fahren), keine Klamotten bei der günstigen Kette kaufen (aber woher sonst günstige Sachen bekommen?).

Sechs Lehrkräfte arbeiten mit den Schülern in Gruppen zusammen: Das spontan begehrteste Projekt bei der Gruppenaufteilung war laut Dorothee Hetzer „Survival in und mit der Natur“ – unter anderem mit Hüttenbau im Wald inklusive Übernachtung. „Da haben die sich fast die Köpfe eingerannt“, sagt sie lachend. Aber auch die anderen Themen klingen spannend. „Plastikwelt“ (zum Beispiel ein Besuch des Unverpacktladens „Schüttgut“), Sportlich-Musikalisches mit Müll, eine Pressegruppe, Upcycling, Insekten (Insektenhotels und Samenbomben bauen).

„Am ersten Termin beginnen wir mit Tetra Paks und Plastik. Recherchiert zum Beispiel auf Instagram, was ihr machen wollt“, weist Julia Biesinger, Leiterin der Upcycling-Gruppe, die Mitglieder ein. Isabelle Hannemann hat als Beispiel einen pinkfarben eingeschlagenen Tetra-Pak-Karton mit zwei am Boden gekreuzten Holzstäbchen mitgebracht: ein Futterhäuschen. Bis zum nächsten Mal sollen alle Material sammeln. Und Ideen mitbringen für Dinge, die man auch gerne benutzen möchte.

Am 29. Mai, im Rahmen des Kulturabends, werden die Schüler ihre Werke präsentieren. Bestenfalls schafft das Projekt nachhaltig ein Bewusstsein dafür, dass jeder etwas tun kann. „Ich glaube, es bringt wirklich etwas“, sagt Isabelle Hannemann.

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