Logo

Kreis Ludwigsburg

Ab 150-Inzidenz kommt zwingend die Ausgangssperre

Foto: Holm Wolschendorf
Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Wann droht im Kreis Ludwigsburg eine Ausgangssperre? Diese Frage stellen sich die Bürger, seitdem die Schwelle von 100 Infektionen pro 100000 Einwohnern überschritten wurde und Landrat Dietmar Allgaier die Corona-Notbremse gezogen hat. Er hat es bislang abgelehnt, eine Ausgangssperre zu verhängen. Zuletzt zeigte er sich offen dafür, wenn es die Situation nötig mache.

Das Sozialministerium hat jetzt aber den Spielraum der Landräte eingeschränkt. „Die aktuelle Infektionslage ist stark dynamisch, so dass aus meiner Sicht Ausgangsbeschränkungen spätestens ab einer 7-Tage-Inzidenz von 150 ernsthaft in Betracht zu ziehen sind, da davon auszugehen ist, dass alle bisher getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen“, schreibt Prof. Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Sozialministerium an die Landräte. Er richtet vor diesem Hintergrund „den eindringlichen Appell“ an die Verwaltungschefs von der Verhängung von Ausgangssperren unverzüglich Gebrauch zu machen, wenn alle anderen Maßnahmen nicht helfen. Und Lahl, der zuvor im Verkehrsministerium war, schickt eine deutliche Warnung hinterher: „Sehr höflich weise ich darauf hin, dass ich auch vor einer Weisung nicht zurückschrecken würde, wenn ich dies unter dem Gesichtspunkt des Gesundheitsschutzes für geboten ansehen würde.“ Wenn Ausgangssperren verhängt werden, darf man zwischen 21 und 5 Uhr nur noch mit triftigem Grund aus dem Haus – etwa auf dem Arbeitsweg.

Landrat Allgaier begrüßt die deutlichen Worte aus dem Sozialministerium. „Wir hatten uns im Landkreistag immer eine einheitliche Lösung gewünscht“, so Allgaier. Der Verwaltungschef geht noch etwas darüber hinaus: „Es ist notwendig, dass die Landkreise in der Region ihre Maßnahmen abstimmen.“ Nur dann könne eine Ausgangssperre ihre Wirkung auch entfalten. Er sei deshalb mit seinen Kollegen, auch aus der Stadt Stuttgart, im Gespräch. Es sei möglich, dass die Ausgangssperre in manchen Kreisen in der Region schon früher verhängt würde. An der Öffnung des Blüba will er aber weiterhin festhalten, selbst wenn die 150er-Grenze überschritten wird. „Das lässt sich besser kontrollieren als diffuse Zusammenkünfte am Abend oder in der Nacht.“ Allerdings werde er auch hier die Entwicklung immer wieder überprüfen. (stew)