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Alles läuft wie am Schnürchen

Im Freiberger DRK-Heim werden 240 Tests vorgenommen – Spülküche wird zum Labor umfunktioniert

Nach der Anmeldung wird Sekret aus der hinteren Rachenwand entnommen; es wird in Flüssigkeit gelöst und drei Tropfen auf dem Testkit zeigen, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt.Fotos: Holm Wolschendorf
Nach der Anmeldung wird Sekret aus der hinteren Rachenwand entnommen; es wird in Flüssigkeit gelöst und drei Tropfen auf dem Testkit zeigen, ob eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. Foto: Holm Wolschendorf
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freiberg. „Es kribbelt noch in der Nase, aber sonst ist alles okay“, sagte der junge Mann, der zufrieden den Heimweg antrat. Das Ergebnis seines Corona-Schnelltests war wie bei vielen anderen auch negativ. Nun könne er beruhigt mit seiner Oma Weihnachten feiern, fügte er an. Die vom DRK-Ortsverein Freiberg organisierte Corona-Schnelltestaktion lief gestern reibungslos ab. „Wir sind solche Abläufe gewohnt“, sagte Jürgen Reiling vom DRK-Ortsverein.

Laut Reiling hätten die Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes durchaus mehr als die für einen Tag zur Verfügung gestellten 240 Tests durchführen können, doch das Kontingent war begrenzt und innerhalb weniger Stunden waren Reiling zufolge alle Online-Termine vergeben. Es gab vor Ort keine Warteschlangen und das Geschehen lief geordnet ab. Jeder erschien zum vereinbarten Termin beim DRK-Heim und durchlief die einzelnen Stationen.

Beim Empfang am Einsatzwagen war bereits jeder registriert und mit dem vorbereiteten Ausdruck ging es zum eigentlichen Test. In einem Zelt gab es zwei Abnahmestellen, in denen die Teilnehmer Platz nahmen. Die im Vorfeld von DRK-Kreisverbandsarzt Karl Rösch eingewiesenen Ehrenamtlichen entnahmen für den Schnelltest Sekret aus der hinteren Rachenwand. Dafür wurde das lange Teststäbchen durch die Nase weit nach hinten geschoben. Eine nicht ganz angenehme Erfahrung. Die nahmen alle aber gerne in Kauf, um guten Gewissens mit Angehörigen aus einer Risikogruppe Weihnachten feiern zu können.

So auch die junge Frau, die sichergehen wollte, dass sie nicht infiziert ist, da sie beruflich viel mit Menschen zu tun hat und jetzt froh war, dass ihr Testergebnis negativ war. „Es handelt sich aber nur um eine Momentaufnahme“, betonte Jürgen Reiling. Die Spülküche im DRK-Heim war zum Labor umfunktioniert. Über ein offenes Fenster nahmen Harald Hentze und Katja Bäcker-Wittke die Stäbchen in Empfang, das entnommene Sekret wurde in einer Flüssigkeit gelöst und schließlich gelangten drei Tropfen mit einer Pipette in das Testkit. Jede Probe hatte eine Nummer und nach einer Wartezeit von 15 Minuten war das Ergebnis da, das an einer weiteren Station vertraulich mitgeteilt wurde.

Ein Strich im Testfeld bedeutete negativ, zwei Striche waren hingegen ein Indiz für eine Infektion mit dem Coronavirus. „Positiv Getestete müssen sofort in Quarantäne und das Gesundheitsamt wird informiert“, schilderte Reiling den Ablauf in solchen Fällen. Da der Schnelltest ausschließlich durch die Nase geht, funktioniert er Reiling zufolge nicht bei verschnupften Personen. Sie müssten dann doch eher den PCR-Test mit Rachenabstrich durch den Mund machen, er sei aussagekräftiger. Reiling betonte, dass nur Tests eines anerkannten Arzneimittelherstellers zum Einsatz kamen, das Ergebnis sei also recht sicher.

Während auch noch heute DRK-Ehrenamtliche in einigen Kreisgemeinden im Test-Einsatz sind, zog der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Steffen Schassberger schon mal eine erste Bilanz der gestrigen Aktionen. Alles sei gut organisiert gewesen, die Ehrenamtlichen seien sehr motiviert gewesen. Einziger Kritikpunkt: Das Sozialministerium habe dem Landkreis zu wenig Tests zur Verfügung gestellt. „Wir hatten 10000 geordert und nur 4200 bekommen“, so Schassberger,

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