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Als Tourismusberater in die Mongolei

Früherer Forum-Geschäftsführer Wilfried Blickle bringt seine Erfahrung als ehrenamtlicher Fachmann ein

Der Tourismusminister der Mongolei, Tserenbat Namsra (links), mit Wilfried Blickle. Fotos: privat
Der Tourismusminister der Mongolei, Tserenbat Namsra (links), mit Wilfried Blickle. Foto: privat
Die größte Reiterstatue der Welt in Ulan Bator zeigt Dschingis Khan.
Die größte Reiterstatue der Welt in Ulan Bator zeigt Dschingis Khan.

Ludwigsburg. Dschingis Khan und Jurten, das ist das, was den meisten Menschen einfällt, wenn sie an die Mongolei denken. Dass dort internationale Kongresse abgehalten werden oder Firmen ihren Mitarbeitern Bonusangebote machen können, hat sich vor allem in der westlichen Welt noch nicht herumgesprochen. Die Mongolian National Tourism Organisation will das ändern und hat sich Hilfe vom Senior Experten Service (SES) ins Haus geholt. Drei Wochen war Wilfried Blickle (67), der frühere Geschäftsführer des Ludwigsburger Forums sowie der Ludwigsburger Stadtmarketing und Tourismusgesellschaft, in Ulan Bator, der Hauptstadt des Binnenstaates zwischen Russland und China.

„In dem Land herrscht Aufbruchstimmung, das sieht man zum Beispiel an den Hotels, die internationale Standards erfüllen“, sagt Blickle. Heute reist er bis in die Mongolei, um dort in Sachen Tourismus zu beraten. Er macht das im Ehrenamt für den Senior Experten Service. „Die wissen, wie’s geht.“ Und doch läuft es noch nicht so richtig. Das mag vielleicht an der schlecht ausgebauten Infrastruktur liegen („Es gibt ein paar wenige Straßen, ansonsten Steppe“) oder am Smog in der Hauptstadt, in erster Linie aber wohl an einer fehlenden Strategie. „Es geht um die Frage: Wie schaffen wir es, Kongresse und anderes in die Mongolei zu holen?“

Bergbau und Viehzucht sind wirtschaftliche Eckpfeiler in dem Land, in dem sich statistisch gesehen zwei Menschen einen Quadratkilometer Fläche teilen und die Sonne an 240 Tagen im Jahr scheint. „Das ist ein Ansatzpunkt, dass man zunächst einmal zu diesen Themen versucht, Veranstaltungen zu generieren“, so Blickle. Auch der Bau eines neuen Kongresszentrums wurde überlegt. Kosten, Machbarkeit, Auslastung und Vermarktung wurden besprochen. Bei all diesen Themen kam Blickle die eigene, langjährige Berufserfahrung zugute. Die drei Kollegen vor Ort (Studium in den USA beziehungsweise in Deutschland), mit denen Blickle zusammengearbeitet hat, wollen mehr Firmen aus dem Westen für die Mongolei begeistern. Der Ludwigsburger Tourismusexperte hingegen riet, sich auf den asiatischen Markt zu fokussieren, wo bereits heute zarte Verbindungen bestehen. „Man muss immer da fischen, wo es auch Fische gibt“, so sein Rat. Blickle sah sich als Ideengeber und Berater und vermittelte Kontakte in sein Netzwerk. Wie viel von dem, was in der gemeinsamen Zeit besprochen wurde, irgendwann einmal in die Realität umgesetzt wird, kann er freilich schwer beurteilen. Für ihn persönlich sei es eine spannende Erfahrung gewesen. „Wo bekommt man so einen Kontakt zu einem anderen Land als bei der Arbeit.“ Mit den Kollegen aus der Mongolei ist er nach wie vor verbunden.

Senior Experten Service

Der Senior Experten Service (SES) ist nach eigenen Angaben die führende deutsche Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte im Ruhestand oder für Experten, die eine berufliche Auszeit (Mindestalter 30 Jahre) nehmen wollen. Die gemeinnützige Gesellschaft gibt seit 1983 weltweit Hilfe zur Selbsthilfe. Träger des SES sind die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, finanzielle Unterstützung kommt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die SES-Experten unterstützen vor allem kleine und mittlere Unternehmen, öffentliche Institutionen und Verwaltungen sowie Einrichtungen der Schul- und Berufsbildung. Die Einsätze finden vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern statt. In Deutschland bietet der SES seine Hilfe auch Schulen und jungen Menschen in der Phase der Berufsfindung und Ausbildung an. Seit Gründung gab es über 45.000 Einsätze in mehr als 160 Ländern. (red)

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