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Läuferfest

An Boch führt erneut kein Weg vorbei

Der Athlet gewinnt auch den 38. Silvesterlauf und baut seine Siegesserie aus – Hanna Klein stößt Vorjahresgewinnerin Laura Hottenrott vom Thron

Laufen ihrer Konkurrenz davon: Simon Boch (links) und Hanna Klein gewinnen den Silvesterlauf mit großem Vorsprung. Fotos: Baumann
Laufen ihrer Konkurrenz davon: Simon Boch (links) und Hanna Klein gewinnen den Silvesterlauf mit großem Vorsprung. Foto: Baumann
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Bietigheim-Bissingen. Als Simon Boch von der LG Telis Finanz Regensburg nach knapp 33 Minuten und 11,1 Kilometern mit großen Schritten den Zieleinlauf vor der Sporthalle am Viadukt entlang lief, huschte ihm ein Lächeln über das Gesicht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste er, dass er auch beim 38. Bietigheimer Silvesterlauf nicht zu schlagen ist – denn von der Konkurrenz war weit und breit keine Spur.

Nach 2015, 2016 und 2017 stand er also auch 2018 wieder ganz oben auf dem Treppchen. Mit 17 Sekunden Vorsprung (33:03 Minuten) verwies er den EM-Finalisten über 5000 Meter, Marcel Fehr, auf Platz zwei (33:20 Minuten). „Leider gab es in diesem Jahr kein Duell zwischen Simon und mir“, sagte der für die SG Schorndorf startende Leichtathlet bei der Siegerehrung. „Er hat von Beginn an ein wahnsinniges Tempo vorgelegt. Da wusste ich schnell, dass ich das nicht mitgehen kann.“

Für Fehr galt es, die Spitzengruppe rund um Thorben Dietz (LG Filstal) und Ilyas Yonis Osman (TV Waldstraße Wiesbaden) in Schach zu halten. Osman und Dietz waren es auch, die sich beim Zieleinlauf ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den dritten Platz lieferten. Mit einer Sekunde Vorsprung war Osman schlussendlich im Vorteil (33:23 Minuten).

An Streckenrekord vorbeigeschrappt

Auch wenn Gewinner Simon Boch seinen Titel erneut souverän verteidigte, habe er sich „ganz schön quälen“ müssen. Am Streckenrekord von Arne Gabius aus dem Jahr 2013 (32:43 Minuten) schrappte er allerdings vorbei. „Wenn ich gewusst hatte, dass ich so gut in der Zeit liege, hätte ich das Tempo noch einmal angezogen“, sagte er nach dem Rennen.

Die Chance, diesen zu knacken und seine Siegesserie weiter auszubauen, hat der Leichtathlet im nächsten Jahr. „Ich werde auf jeden Fall wieder an den Start gehen“, kündigte er Montag an. „Mal schauen, was dann so geht.“

Das, was Boch bereits zum dritten Mal gelang, schaffte Laura Hottenrott bei den Frauen nicht. Die Vorjahressiegerin vom TV Wattenscheid 01 musste sich in diesem Jahr Hanna Klein von der SG Schorndorf geschlagen geben – und das mehr als deutlich. Während die amtierende deutsche Meisterin über 5000 Meter in der Halle nach 37:21 Minuten über die Ziellinie lief, mussten die zahlreichen Zuschauer lange auf die nächste Frau warten. Nach 38:11 Minuten war es dann Laura Hottenrott, die ihr Rennen als zweitschnellste Frau beendete. Dritte wurde Victoria Brandt von LAC Olympia 88 Berlin.

Dabei sah lange alles nach einem engen Duell zwischen den beiden Top-Läuferinnen aus. Während sie quasi im Gleichschritt in die zweite Runde liefen, setzte EM-Teilnehmerin Klein sich bei Kilometer acht mehr und mehr ab. „Ich habe eigentlich gewusst, dass ich Hanna nicht schlagen kann“, sagte Hottenrott. Als sie dann gut zwei Kilometer vor Ende weggezogen ist, war mir klar, dass ich da nicht mithalten kann.“ Klein, die in den letzten Wochen gesundheitlich angeschlagen war und nicht richtig trainieren konnte, freute sich umso mehr. „Ich habe mich richtig gut gefühlt und gewusst, dass hier etwas geht“, sagte sie.

Dass die 11,1 Kilometer lange Strecke durch Bietigheim durchaus ihre Tücken hat, erlebten die Sportler bei leichtem Nieselregen deutlich. Während Tim Ramdane Cherif, der bei der deutschen Meisterschaft über zehn Kilometer Siebter wurde, stürzte, gingen es die Frauen lieber etwas ruhiger und vorsichtiger an. „Laura und ich sind fair gelaufen. Haben versucht, dem anderen nicht in die Quere zu kommen“, sagte Klein. „Dass jeder Sportler gerade auf den Teilabschnitten, die bergab gehen, etwas Zeit verloren hat, ist klar“, fügte Hottenrott an.

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