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Unglück

Asylheim nach Feuer unbewohnbar

Ein Brand hat eines der Zimmer des Gebäudes am Rand von Hemmingen zerstört. Die anwesenden Bewohner entkommen unverletzt. Für die Gemeinde beginnt umgehend die Suche nach einer neuen Bleibe für die Betroffenen.

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Feuerwehrleute aus Hemmingen und Schwieberdingen sind am späten Mittwochabend mit dem Löschen beschäftigt. Fotos: Andreas Rometsch
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Eines der Zimmer wird von den Flammen völlig zerstört.

Hemmingen. Das Unglück nimmt kurz vor halb elf am Mittwochabend seinen Lauf: In einem Zimmer der Asylunterkunft in der Patronatstraße in Hemmingen bricht ein Feuer aus. Einer der Bewohner wählt den Notruf, daraufhin rücken die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Ort und die als Atemschutzgeräteträger ausgebildeten Kollegen aus Schwieberdingen mit 22 Einsatzkräften aus. Auch Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer wird zu diesem Zeitpunkt alarmiert. Seinen Piepser hat er zwar nicht wie sonst mit heimgenommen, doch die Sirenen sind zu hören. Und die Flammen von seinem Haus im Neubaugebiet Hälde aus deutlich zu sehen.

Als er am Unglücksort eintrifft, sind die Flammen schon gelöscht, alles läuft relativ glimpflich ab. Entwarnung gibt es auch für die acht Männer, die während des Brands in dem einstöckigen Gebäude waren. Sie entkommen, teils über die Fenster, unverletzt, es gibt auch keine Anzeichen für eine Rauchgasvergiftung, so Schäfer. „Aber alle waren geschockt“, berichtet er.

Für die Feuerwehren beginnen nun die Nachlöscharbeiten. Sie sind vor allem durch die Zwischendecke umfangreich. Das Dach muss geöffnet werden, dabei kommt auch die Drehleiter zum Einsatz.

Und auch für Thomas Schäfer beginnt die Arbeit, denn die Bewohner müssen anderweitig untergebracht werden. Zunächst die acht, die das Feuer miterlebt haben. Über den Kreisbrandmeister wird der Hausmeister der benachbarten Unterkunft des Landkreises kontaktiert, drei der Flüchtlinge finden dort Platz, die anderen fünf kommen anderweitig unter.

„Wir müssen nun schauen, wie es weitergeht“, sagt Schäfer. „Das Thema wird uns nun die kommenden Tage beschäftigen.“ Denn das Haus gilt am Donnerstagmorgen als aktuell unbewohnbar. Doch es gibt Hoffnung, weil es aus zwei Teilen besteht, die durch eine Brandschutztür getrennt sind. Der hintere Teil sei von den Flammen nicht betroffen, allerdings wurde die Versorgung mit Wasser und Strom unterbrochen. Könne man das wieder beheben, könnten die Flüchtlinge wieder zurück, ein Gutachter werde sich das rasch ansehen, so Schäfer.

Denn eigentlich werden noch mehr Plätze gebraucht, die Unterkunft ist für rund 20 Personen ausgelegt, ob die übrigen nur über Nacht fort waren, ist unbekannt. Immerhin: Die Gemeinde hat Glück im Unglück. Denn ohnehin ist man derzeit daran, ein Gebäude in der Pfarrgasse als Unterkunft für rund 20 Flüchtlinge mit abgeschlossenem Asylverfahren herzurichten. Die Arbeiten stünden kurz vor dem Abschluss. Damit könnte man die vom Brand Betroffenen auch dort unterbringen. „Wir müssen jetzt mit dem Landratsamt sprechen, dass man dort erstmal zurückhaltend ist mit der Zuweisung für die Anschlussunterbringung“, so Schäfer.

Am Nachmittag sind auch die Kriminaltechniker der Polizei mit ihren Aufgaben ein gutes Stück weiter gekommen. Ein technischer Defekt habe wohl den Brand ausgelöst. „Im betreffenden Zimmer befanden sich mehrere elektrische Geräte, die möglicherweise an einer Mehrfachsteckdose angeschlossen waren“, teilt das Polizeipräsidium mit. „Denkbar ist eine Überlastung“, präzisiert ein Sprecher. Denn die Geräte waren größere Verbraucher, unter anderem soll ein Kühlschrank angeschlossen gewesen sein. Der Schaden wird auf 70 000 Euro geschätzt.