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Jugendbeteiligung

Auch der Nachwuchs hat ein Mitspracherecht

Erfreuliche Nachrichten für den Landkreis Ludwigsburg: Bei einer Studie zum Thema Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg liegt der Kreis unter den Top Ten. 26 der 39 Kommunen (67 Prozent) beteiligen den Nachwuchs am Zusammenleben.

Vor zwei Jahren erhielten die Schüler in Marbach freies WLAN auf dem Pausenhof – realisiert mit Hilfe des Jugendtopfes. Archivfoto: Oliver Bürkle
Vor zwei Jahren erhielten die Schüler in Marbach freies WLAN auf dem Pausenhof – realisiert mit Hilfe des Jugendtopfes. Foto: Oliver Bürkle

Kreis Ludwigsburg. Von Jugendgemeinderäten über Jugend-Arbeitsgruppen bis hin zu Jugendforen – Jugendbeteiligung ist in unterschiedlichem Maße umsetzbar. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Laut der Landeszentrale für politische Bildung, die eine entsprechende Studie vorgelegt hat, sind die Möglichkeiten im Kreis besonders abwechslungsreich. „Die Beteiligungsangebote im Landkreis Ludwigsburg sind im Vergleich zahlreich und vielfältig“, heißt es. „Auch das Kinderbeteiligungsangebot liegt mit 31 Prozent aller Kommunen über dem Landesdurchschnitt von 23 Prozent.“

„Als der Jugendtopf Premiere feierte, haben uns knapp 380 Vorschläge erreicht.“

Georg Stenkamp
Jugendhausleiter

In Ludwigsburg, Ditzingen, Korntal-Münchingen, Gerlingen und Vaihingen gibt es laut Auskunft des Landratsamtes Ludwigsburg Jugendgemeinderäte, die regelmäßig tagen. Zudem veranstaltet die Stadt Remseck alle zwei Jahre ein Jugendforum. „Wir haben keinen abschließenden Überblick über sämtliche Formen der Jugendbeteiligung im Landkreis“, sagt Markus Klohr von der Pressestelle des Landratsamtes. „Es ist davon auszugehen, dass in vielen Kommunen über die uns bekannten Jugendgemeinderäte hinaus noch weitere Beteiligungsformen vorhanden sind.“

Das bestätigt ein kleiner Streifzug durch den Landkreis. Marbach bietet dabei eine besondere Form der Jugendbeteiligung an, die aus drei Säulen besteht: dem Jugendtopf, dem Stadtschülerrat und dem Jugendforum. Beim sogenannten Jugendtopf werden dem Nachwuchs alle zwei Jahre 5000.Euro aus städtischen Geldern bereitgestellt, die sie zur Umsetzung eines Projektes nutzen. „Im Jahr 2016, als der Jugendtopf Premiere feierte, haben uns knapp 380 Vorschläge erreicht. Das war wirklich überwältigend“, sagt Georg Stenkamp vom Jugendhaus planet-x in Marbach. „Aus den Vorschlägen der Schüler wird das Förderprojekt ausgewählt. 2016 war der Wunsch, in den Pausen freies Wlan auf dem Schulhof zu erhalten. Das haben wir umgesetzt.“ Das Jugendforum, die zweite Säule, findet ebenfalls alle zwei Jahre – im Wechsel mit dem Jugendtopf – statt.

Aktuell gibt es in Marbach zusätzlich zu dem Drei-Säulen-Modell die Überlegung, Jugendbeteiligung auch digital voranzubringen. „Wir schauen, wie wir die Jugendlichen besser vernetzen können, um alle schneller zu erreichen. Hier sind wir aber noch ganz am Anfang“, sagt Stenkamp.

Doch nicht nur in Marbach ist das Beteiligungsangebot für Jugendliche vielfältig. Die Stadt Kornwestheim beteiligt sich ebenso wie Marbach an dem Projekt „Jugend bewegt“. „Im Mittelpunkt des Programms steht ein Coaching, das die Kommunen, Fachkräfte und Jugendlichen bei der Entwicklung passender Beteiligungsformate vor Ort unterstützt“, heißt es dazu auf der Homepage der Jugendstiftung Baden-Württemberg. „Ergänzend dazu können Fördermittel beantragt werden, um Projekte, die im Rahmen der Beteiligungsprozesse entstehen, umzusetzen“.

In Tamm und Sachsenheim ist laut Landratsamt ein Jugendbeirat geplant. Ein jährliches Jugendforum hat sich in Sachsenheim schon etabliert. In Pleidelsheim gab es im Herbst die erste Jugendversammlung.

Trotz der vielen Angebote macht Klohr allerdings auch klar, dass die Etablierung einiger Jugendgemeinderäte gescheitert sei. „Trotzdem, oder vielleicht genau deswegen, greifen die Städte und Gemeinden das Thema Jugendbeteiligung wieder verstärkt auf“, sagt er.

Erst vor kurzem fand im Landratsamt in Ludwigsburg die sogenannte Jugendkonferenz statt. „Jugendliche aus dem Landkreis konnten hier auf Augenhöhe mit Politikern diskutieren“, so Klohr. „Im Herbst 2019 treffen sich die Jugendlichen, um gemeindeübergreifend an Themen weiterzuarbeiten. Dadurch sollen die Anliegen von Kindern und Jugendlichen besser transportiert und kreisweit umgesetzt werden.“

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