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Polizei

Auf den Straßen ist trotz aufgehobener Ausgangssperre wenig los

Keiner muss mehr zu Hause bleiben, doch was will man machen, wenn alles zu ist? Die Ausgangssperre ist zwar aufgehoben, viel mehr ist – nach Ansicht der Polizei – auf den Straßen aber nicht los. Eine erste Bilanz.

Wie im Dezember soll auch jetzt die Ausgangssperre kontrolliert werden. Archivfoto: Becker
Wie im Dezember soll auch jetzt die Ausgangssperre kontrolliert werden. Foto: Becker

Kreis Ludwigsburg. Seit Donnerstag herrscht wieder „Freiheit“ auf den Straßen und Plätzen im Landkreis. Die Ausgangssperre ist per Gericht ausgesetzt. Bisher mussten alle, die nicht arbeiteten, um 20 Uhr zu Hause sein. Das hat zu einer gespenstischen Ruhe am Abend geführt, keine Autos unterwegs und auch keine Fußgänger. Seit knapp einer Woche ist mit den Beschränkungen nun Schluss, doch von großem Rummel auf den Straßen kann bisher noch nicht die Rede sein.

„Mit der bisherigen Ausgangssperre hatten wir täglich rund 50 Verstöße. Das betrifft allerdings den gesamten Bereich des Polizeipräsidiums, das sind die Landkreise Ludwigsburg und Böblingen. Jetzt gibt es natürlich deutlich weniger Verstöße. Auf der Straße ist zwar mehr los, doch von einem Verkehr wie vor Corona kann noch lange nicht gesprochen werden. Wo sollen die Menschen auch hin, es hat ja alles zu“, sagt Peter Widenhorn, Sprecher des Polizeipräsidiums.

In der Vergangenheit habe es zudem Verstöße gegen die Kontaktsperre gegeben. Viele Mitbürger wollten die Beschränkungen nicht einsehen, und so fanden Corona-Partys oder auch große Geburtstagfeste statt. Meist wurden die Teilnehmer von Nachbarn angezeigt, doch eben nicht immer.

Lesen Sie hier was die Bürger zur gekippten Ausgangssperre sagen

Dabei habe sich herausgestellt, dass die Stadt Ludwigsburg nicht besonders hervorsticht. „Klar leben hier die meisten Menschen, doch in der Relation gesehen war hier kaum mehr los“, so Widenhorn.

Ein weiterer Punkt war der Verstoß gegen die Maskenpflicht. Dies wurde besonders häufig von Bahnhöfen und großen Bushaltestellen gemeldet. Nach Angaben der Polizei gab es hier meist „vernünftige Lösungen“. Ähnlich sehe es auch bei den Autofahrern aus. Trotzdem benötige man einen triftigen Grund, um unbehelligt nach 20 Uhr unterwegs zu sein. Wer diesen nicht nachweisen konnte, habe 75 Euro bezahlen müssen. „Die Einschränkungen machen die Menschen schon unglücklich. Manche sind wirklich genervt. Das führt dann zu Ausreißern, doch das ist nicht die Regel“, so Peter Widenhorn.

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