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Hartmut engler

Auf der Suche nach einem Popstar

Bücher über Hartmut Engler gibt es viele. Jetzt hat Nadja Otterbach ein weiteres hinzugefügt. Doch sie beschränkt sich nicht allein auf die Beschreibung eines der erfolgreichsten deutschen Popkünstlers. Sie beschreibt auch das Umfeld des Pur-Musikers. Für sie kein Problem, schließlich hat sie über 15 Jahre in Bietigheim gelebt.

Hartmut Engler – PUR
Hartmut Engler – PUR

Bietigheim-Bissingen. Es ist gar nicht so einfach, an Hartmut Engler heranzukommen – auch wenn man sich in Bietigheim-Bissingen auskennt. Der Pur-Frontmann lebt inzwischen zurückgezogen, pflegt nur noch ausgewählten Pressekontakt. Schließlich hat Engler manchen Streit, auch mit Zeitungen in der Region, ausgefochten. Auch braucht er die große Anerkennung nicht mehr. Er weiß, was er geleistet hat, und das soll ihm erst einmal jemand nachmachen.

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„Hartmut Engler ist wirklich wie in seinen Liedern“

Nadja Otterbach
Autorin

Nadja Otterbach kam von der anderen Seite. Viele Jahre arbeitete sie als Lokaljournalistin, hatte Geschichten geschrieben über Deep Purple, Bloodhound Gang oder DJ Bobo. Dann ist sie wegen der Liebe nach Stuttgart gezogen und kehrte wegen Hartmut Engler nach Bietigheim zurück.

„Ich muss ehrlich sagen, ich war früher kein Pur-Fan. Doch als der Schweizer Verlag an mich herangetreten ist, hat es mich neugierig gemacht. Es sollte um den Menschen gehen, ein Blick hinter die Maske. Das hat mich fasziniert“, erzählt Nadja Otterbach. Also nahm sie Kontakt mit dem Management auf und schon nach kurzer Zeit kam eine Antwort. Hartmut Engler wollte mit ihr sprechen. Das Buchkonzept und die lokale Verbundenheit hatten offensichtlich gewirkt. Bereits beim ersten Treffen ging es hoch hinaus. „Auf dem Feldberg wurde ein Fan-Treffen veranstaltet. Ich war zwar dabei, hielt mich jedoch die ganze Zeit im Hintergrund. Ich habe nur beobachtet“, so Otterbach. Sie versuchte, zu verstehen, warum Hartmut Engler ist, wie er ist. Sein Umgang mit den Fans, wie er auf andere Menschen zugeht.

Beim zweiten Treffen sollte dann das erste Interview geführt werden. Nadja Otterbach hatte sich akribisch auf diesen Termin vorbereitet. Hatte verschiedene Bücher und Zeitungsberichte gelesen. Am Ende erschien sie mit 14 Seiten an Fragen. „Das war natürlich viel zu viel. So etwas engt das Interview ein. Doch schon nach kurzer Zeit befanden wir uns in einer lockeren Unterhaltung wieder. Viele der Fragen wurden über Bord geworfen und nach vier Stunden Unterhaltung hat sich bei mir im Kopf alles gedreht“, so Nadja Otterbach von ihrem ersten Treffen. Die eigentliche Arbeit begann allerdings erst nach dem Termin, dann musste Struktur in all die Aufzeichnungen gebracht werden.

Das nächste Treffen war Backstage in der Stuttgarter Schleyerhalle. Auch in diesem Fall kaum Fragen, mehr beobachten. Der Stress der großen Show, der Auftritt auf der Bühne, das Zurückziehen in die Garderobe. Dann machte sie sich auf, das Umfeld von Hartmut Engler zu besuchen. Es wurden Gespräche mit Freunden geführt. Und so langsam trat der Mensch hinter der Maske hervor. Wie er in Bietigheim einkaufen geht oder mal abends mit seinen Freunden an der Bar steht. Wie die Freunde noch immer zusammen Ausflüge machen und auch mal schwere Zeiten durchstehen. Schließlich hat alles hier in Bietigheim-Bissingen angefangen. Hier gingen sie zur Schule. Hier gründeten sie eine Band namens Opus, die sich später in Pur umbenennen sollte.

Und so langsam entwickelte sich ein Bild von einem bodenständigen Popstar im Kopf von Nadja Otterbach. Den letzten Schliff bekam es beim letzten Treffen. Es war eine Benefizveranstaltung in Ludwigshafen. Auf der Rückfahrt ein abschließendes langes Gespräch. „Dabei stellte ich fest: Hartmut Engler ist genau so wie in seinen Liedern. Wie er sich auf der Bühne gibt“, sagt die Journalistin.

In ihrem Buch erzählt der Sänger über das Älterwerden – mit und ohne Band. Über ein Leben nach dem großen Erfolg und was es braucht, um ein guter Frontmann zu sein. Wie Meditation helfen kann auf dem Weg an die Spitze. Warum das Lampenfieber nie aufhört und warum manchmal Geben seliger ist, als Nehmen.

Und immer wieder die Fans. Engler weiß, was er ihnen zu verdanken hat. Er trifft sie regelmäßig, nicht nur auf dem Feldberg im Schwarzwald. Das Buch zeigt einen Musiker von seiner menschlichen Seite, so wie es sich Nadja Otterbach vorgestellt hat, ganz zu Beginn ihrer Reise in die Welt der Gruppe Pur und von Hartmut Engler.

Info: Das Buch „Hartmut Engler – PUR. Popstar. Poet.“ ist im Schweizer Kurz-und-Bündig-Verlag erschienen. Es hat 160 Seiten und kostet 12,50 Euro.

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