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Windkraft

Aus einem zwei machen

Beim Besuch des Umweltministers Franz Untersteller bekräftigt die Ingersheimer Energiegenossenschaft am Sonntag ihren Plan, ein zweites Windrad bauen zu wollen.

179 Meter hoch und Strom für rund 1400 Haushalte: Das Ingersheimer Windrad ist am Sonntag Teil der Energiewende- und Nachhaltigkeitstage des Landes gewesen. Foto: Alfred Drossel
179 Meter hoch und Strom für rund 1400 Haushalte: Das Ingersheimer Windrad ist am Sonntag Teil der Energiewende- und Nachhaltigkeitstage des Landes gewesen. Foto: Alfred Drossel

Ingersheim. Im ganzen Land fanden am vergangenen Wochenende Aktionen anlässlich der Energiewende- und Nachhaltigkeitstage statt. „Dabei geht es um unsere Zukunft“, sagte der Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) gestern in Ingersheim. Die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes habe ein klares Anliegen: Sie soll zum Markenzeichen von Baden-Württemberg werden, so der Minister. Um dies zu erreichen, würden Ziele formuliert, erstmals Messinstrumente entwickelt, Schwerpunkte gesetzt und Wirtschaft und gesellschaftliche Akteure aktiv mit in die Prozesse nachhaltiger Entwicklung einbezogen. Die öffentliche Beschaffung und die Landesverwaltung sollen bis 2040 weitgehend klimaneutral organisiert sein, kündigte der Minister an.

Eine Klimawende gelinge in seinen Augen nur durch den Einsatz von Windkraft und Solarenergie. Untersteller habe sich allerdings vom Ziel verabschiedet, bis zum Jahr 2020 zehn Prozent des im Land produzierten Stroms aus Windkraft zu erzeugen. Die Schuld gibt er dem Bund. Die neuen Ausschreibungen zum Bau von Windkraftanlagen seien sehr komplex. Genehmigungen, auch für Bürgerenergieprojekte, dauerten Jahre.

Untersteller ist dafür, dass Standortkommunen am Ertrag von Windkraftanlagen beteiligt werden. Kritisch äußerte er sich zu den Naturschutzrichtlinien. Seit sich im Land 450 Windräder drehten, habe sich beispielsweise die Zahl der Rotmilanpaare verdoppelt. Man dürfe, so der Minister, nicht einzelne Tiere in den Vordergrund stellen, sondern müsse die Population bewerten.

Der Aufsichtsrat der Ingersheimer Energiegenossenschaft und Grundstücksbesitzer des Windrads, Albert Krauter, stellte am Sonntag die Anlage vor. Es handle es sich um eine „E82“. Dieses Windrad habe einen Rotorradius von 41 Metern sowie eine Nabenhöhe von 138 Metern. Die Höhe bis zur Flügelspitze betrage gar 179 Meter. Charakteristisch für diese Anlagen sei die „eiförmige Gondel“ sowie der in Grüntönen abgestufte Turmsockel. Bei einer maximalen Generatorleistung von 2000 Kilowatt werde eine mittlere Stromproduktion für rund 1400 Haushalte mit durchschnittlichem Stromverbrauch erreicht.

Krauter unterstrich die Absicht der Energiegenossenschaft, ein zweites Windrad zu bauen. Den Platz dafür würde er zur Verfügung stellen. Doch die Behörden würden bisher eine Genehmigung versagen. Minister Untersteller versuchte gestern, das Genehmigungsverfahren zu erklären.

Simone Jung von der lokalen Klimaschutzinitiative hatte am Sonntag eine Infotour mit dem Fahrrad angeführt. Eine weitere Station neben dem Ingersheimer Windrad war das Wasserkraftwerk Pleidelsheim. Eine Gruppe von Atomkraftgegnern präsentierte ein Transparent, auf dem das sofortige Abschalten des AKW in Neckarwestheim gefordert wurde.

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