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Unfälle

Autobahn wird zum Trümmerfeld

68-Jähriger stirbt bei Mundelsheim – Bei Untergruppenbach kommt ein Beifahrer ums Leben – Lange Staus im Landkreis

Das Fahrzeug des 68-Jährigen wurde buchstäblich um den Pfosten der Schilderbrücke gewickelt.Foto: 7aktuell
Das Fahrzeug des 68-Jährigen wurde buchstäblich um den Pfosten der Schilderbrücke gewickelt. Foto: 7aktuell
Lkw-Stau auf der Autobahn.Foto: Alfred Drossel
Lkw-Stau auf der Autobahn. Foto: Alfred Drossel

Mundelsheim/Pleidelsheim. Bei zwei Unfällen auf der Autobahn 81 Heilbronn-Stuttgart wurden am späten Mittwochabend zwei Menschen getötet. Der erste Unfall ereignete sich zwischen Mundelsheim und Pleidelsheim, der andere am 16 Kilometer entfernten Stauende bei Untergruppenbach. Die Autobahn glich an beiden Unfallstellen einem Trümmerfeld. Bis gestern Vormittag waren die Umleitungsstrecken im Landkreis Ludwigsburg hoffnungslos überlastet.

Wie die Polizei mitteilt, war ein 62-jähriger Fahrer eines Sattelzuges gegen 23 Uhr auf dem rechten der drei Fahrstreifen in Richtung Stuttgart unterwegs, als vom Parkplatz Kälbling ein Autofahrer auf die Autobahn einbog. Der Lastwagenfahrer wechselte daher auf den mittleren Fahrstreifen. Ein nachfolgender 68-Jähriger fuhr mit seinem 560 PS starken Audi RS 6 mit hoher Geschwindigkeit auf den Sattelzug auf. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Audi durch die Luft geschleudert. Er prallte gegen die Mittelleitplanke und wickelte sich regelrecht um den Pfeiler einer Schilderbrücke. Der Autofahrer, der aus dem Landkreis Ludwigsburg stammt, wurde aus seinem Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn in Richtung Heilbronn geschleudert und starb noch an der Unfallstelle. Sein Fahrzeug wurde total zerstört. Für die weiteren Ermittlungen hat die Polizei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Heilbronn einen Sachverständigen hinzugezogen.

Aufgrund des Unfalls wurde die A.81 in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt und der Verkehr an den Anschlussstellen Mundelsheim und Pleidelsheim ausgeleitet. Es bildeten sich die ganze Nacht hindurch lange Staus auf der Autobahn. Aufgrund verschiedener Reparaturarbeiten kam es auf diesem Streckenabschnitt im morgendlichen Berufsverkehr zu noch längeren Staus.

Autofahrer übersieht Stauende

Ein Autofahrer aus Nordrhein-Westfalen, der in Richtung Stuttgart unterwegs war, übersah gegen 8 Uhr das Stauende. Zwischen den Anschlussstellen Weinsberg/Ellhofen und Untergruppenbach fuhr der Mann ungebremst auf einen Sattelzug. Dabei wurde das Auto unter den Auflieger geschoben. Bei dem Aufprall wurden der Beifahrer getötet und der Fahrer schwer verletzt.

Für die Unfallaufnahme und Verkehrsmaßnahmen des ersten Unfalls unweit des Rastplatzes Kälbling waren neun Streifenwagenbesatzungen der Polizeipräsidien Ludwigsburg und Heilbronn eingesetzt. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Ludwigsburg und 21 Einsatzkräfte der Feuerwehr Mundelsheim unterstützten die Bergungs- und Reinigungsmaßnahmen. Ein Stau hatte sich in der Nacht über viele Kilometer bis zum Weinsberger Kreuz gebildet.

Schilderbrücke musste abgebaut werden

Die Richtungsfahrbahn Heilbronn konnte nach Abschluss der Bergungsarbeiten gegen 4.30 Uhr wieder freigegeben werden. Die stark beschädigte Schilderbrücke in Richtung Stuttgart musste nach Überprüfung durch einen Techniker abgebaut werden, da die Sicherheit sonst nicht gewährleistet werden konnte. Wegen der Abbauarbeiten war die Autobahn in Richtung Stuttgart komplett gesperrt. Erst vor fast vier Wochen war bei einem Unfall auf der Gegenfahrbahn eine Schilderbrücke ebenfalls so schwer beschädigt worden, dass sie abgebaut werden musste.

Am Morgen bildete sich ein Stau von 14 Kilometern. In Gegenrichtung konnten nur zwei von drei Fahrstreifen befahren werden. Die Arbeiten an der Unfallstelle wurden laut Mitteilung der Polizei um 9.30 Uhr abgeschlossen, so dass die Autobahn in diesem Bereich in beiden Fahrtrichtungen wieder frei war.

Im nördlichen Kreis Ludwigsburg führte die Sperrung der Autobahn und der sich auf den Kreisstraßen stauenden Fahrzeuge zu einem Kollaps im Berufsverkehr. Betroffen war vor allen die Bundesstraße 27 zwischen Kirchheim und Ludwigsburg-Nord. In den Ortsdurchfahrten Besigheim und Bietigheim-Bissingen ging zeitweise gar nichts mehr.

45 statt zehn Minuten zum Arbeitsplatz

Die Besigheimerin Regine Ille-Kopp, die zu ihrem Arbeitsplatz ins Bietigheimer Hornmoldhaus wollte, war statt der sonst üblichen zehn insgesamt 45 Minuten unterwegs. Dabei fuhr sie als Ortskundige auf Nebenstrecken. Doch in Richtung Löchgau staute sich der Verkehr auf der Landesstraße ebenfalls wie auf der Verbindungsstraße nach Metterzimmern.

Laut dem Ludwigsburger Polizeisprecher Peter Widenhorn ist es auf den Umleitungsstrecken zu keinen Unfällen gekommen. „Wie auch, wenn die Fahrzeuge die meiste Zeit standen“, sagte er.

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