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Zulieferer

Autoflaute bremst Bosch aus

Gewinn sackt von 5,4 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf rund drei Milliarden Euro ab – Umsatz auf Vorjahresniveau

Bosch-Chef Volkmar Denner hält an Investitionen in die Entwicklung von emissionsfreier Mobilität fest. Foto: Marijan Murat/dpa
Bosch-Chef Volkmar Denner hält an Investitionen in die Entwicklung von emissionsfreier Mobilität fest. Foto: Marijan Murat/dpa

Gerlingen. Mehr als die Hälfte seines Umsatzes macht Bosch mit der Auto- und Mobilitätsbranche und hat entsprechend stark mit der weltweiten Flaute zu kämpfen. Darauf, dass es schnell wieder besser wird, will sich der weltgrößte Zulieferer lieber nicht verlassen.

Die Schwäche der Autoindustrie schlägt auch auf die Bosch-Bilanzzahlen durch. Zwar konnte der Technologiekonzern seinen Umsatz 2019 mit 77,9 Milliarden Euro zumindest auf Vorjahresniveau halten. Der operative Gewinn fiel mit etwa drei Milliarden Euro aber deutlich geringer aus als 2018, wie Bosch gestern mitteilte. Damals waren es 5,4 Milliarden Euro.

Als Gründe nannten der Vorsitzende der Geschäftsführung, Volkmar Denner, und sein Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer vor allem die schlechteren Geschäfte in den wichtigen Märkten China und Indien, den weltweiten Rückgang der Dieselnachfrage sowie hohe Kosten für den Umbau der Mobilitätssparte und die Entwicklung neuer Technologien.

Für das laufende Jahr wagte Bosch erneut keine Prognose. Der Konzern geht aber davon aus, dass die globale Automobilproduktion 2020 weiter sinkt und frühestens 2025 wieder zulegt. Daher werde man weiterhin konsequent an der Ertragskraft arbeiten und die Kapazitäten anpassen müssen, hieß es. Bosch hatte bereits für mehrere Werke einen Stellenabbau angekündigt, vor allem an den Standorten, die stark auf den Verbrennungsmotor ausgerichtet sind. Betroffen davon ist auch das Bosch-Werk in Schwieberdingen. Der Konzern werde weiter auf die Kosten schauen müssen, sagte Denner. „Wir können es nicht bei den Strukturen belassen, die auf die höheren Kundennachfragen der Jahre 2017 und 2018 ausgelegt waren“, betonte der Bosch-Chef. Einfach pauschal überall sparen will er aber auch nicht.

„Mobility Solutions“ ist der mit Abstand wichtigste Geschäftsbereich bei Bosch und bringt mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes der Gruppe ein. Zugleich schlägt dadurch die Schwäche der Autoindustrie aber auch voll auf Bosch durch. Denner geht davon aus, dass die Zahl der weltweit produzierten Autos in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge sinken wird. „Möglicherweise ist der Zenit der Automobilproduktion damit schon überschritten“, sagte er. „Wir stellen uns jedenfalls auf ein gleichbleibendes Niveau in den kommenden Jahren ein und rechnen vor 2025 nicht mit einer Steigerung.“

In Anbetracht der Lage könne Bosch mit der Umsatzentwicklung zufrieden sein, sagte Asenkerschbaumer. Nicht zufrieden zeigte er sich mit dem Ergebnis: Der operative Gewinn sackte von 5,4 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf rund drei Milliarden Euro ab. Von seinem Kurs, mit hohen Investitionen neue Technologien und Geschäftsmodelle anzuschieben, die das schwindende Verbrennergeschäft ausgleichen sollen, will der Technologiekonzern dennoch nicht abweichen. 500 Millionen Euro, listete Denner auf, sollen in diesem Jahr allein in die Elektromobilität fließen, dazu 600 Millionen in das automatisierte Fahren und 100 Millionen in Technologien zur Vernetzung.

Der Bosch-Chef trat erneut dafür ein, neben der Batterie auch andere Antriebstechniken stärker in den Blick zu nehmen: besonders die Brennstoffzelle und synthetische Kraftstoffe, aber auch weiterentwickelte Verbrennungsmotoren. „Der Weg zur emissionsfreien Mobilität muss technologieoffen sein“, forderte er. „Nur so bleibt Mobilität auch für die breite Bevölkerung bezahlbar.“ Zudem brauche man Zeit für den Wandel.

Eine Deckelung der Investitionen, wie sie etwa Daimler-Chef Ola Källenius kürzlich angekündigt hatte, um die Kosten einzudämmen, steht bei Bosch nicht an. „Wir haben einen langen Atem, wir halten das lange durch“, sagte Denner. Zwar müssten die Investitionen irgendwann auch einen Ertrag bringen. Ohne den langen Atem, den Bosch immer schon bewiesen habe, würde es viele innovative Technologien heute aber gar nicht geben, betonte er. „Zukunftsthemen, die für uns relevant sind, werden wir nicht im Interesse des Ergebnisses killen“, sagte Asenkerschbaumer.

Bosch hat weltweit 403.000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es gut 137.000.

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