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Corona

Autowerkstätten laufen weiter

Reifenwechsel, Reparaturen oder Inspektionen möglich

In Kfz-Werkstätten darf gearbeitet werden. Foto: David Ebener/dpa
In Kfz-Werkstätten darf gearbeitet werden. Foto: David Ebener/dpa

Ludwigsburg. Trotz Coronakrise dürfen Kfz-Werkstätten weiterarbeiten: „Der Werkstattbetrieb läuft weiter, der Verkauf ist aber eingestellt“, erklärt Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart gegenüber unserer Zeitung. „An die 900 Kfz-Betriebe in der Region stehen weiter bereit, individuelle Mobilität und wirtschaftliche Dienstleistungen zu sichern“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher. Allerdings: „Keiner sollte auf gut Glück in den Kfz-Betrieb fahren, sondern den notwendigen Termin mit der Werkstatt telefonisch oder per E-Mail ausmachen.“

Kunden müssen sich also weder um notwendige Reparaturen, fällige Hauptuntersuchungen oder den bevorstehenden Reifenwechsel sorgen. Auch Inspektionen sind möglich. Und Tankstellen dürfen laut Landesverordnung ebenso geöffnet bleiben. Untersagt ist dagegen der Verkauf in den Räumen des Autohauses. Der Autokauf ist derzeit nur übers Internet möglich. Auch Zulassen oder Ausliefern ist möglich, allerdings nur unter den aktuell strengen Sicherheitsvorkehrungen.

Angesichts der nicht einzuschätzenden Entwicklung legt Obermeister Treiber allerdings den Betriebsinhabern ans Herz, sich jetzt schon mit Banken, Lieferanten und Zulieferern auszutauschen, um rechtzeitig eventuell notwendige Maßnahmen einleiten zu können.

Wie eine Umfrage unter Betrieben im Kreis zeigt, haben sich die Firmen auf die Coronakrise eingestellt. „Wir tun alles Erdenkliche, um die Mobilität unserer Kunden aufrechtzuerhalten“, so lautet die Ansage aus dem Autohaus Weller in Bietigheim-Bissingen. Gleichzeitig schütze man die Mitarbeiter und Kunden vor Infektionen, wie Julius Emrich, Assistent der Geschäftsführung, auf Anfrage sagte. Um Beschäftigte und auch die Besucher zu schützen, ist die kontaktlose Fahrzeugabgabe eingeführt worden. Markierungen auf dem Boden weisen die Kunden darauf hin, den nötigen Abstand zu den Mitarbeitern einzuhalten.

Gleiches gilt für die Arbeitsplätze bei dem Opel-Vertragshändler. Auch sie gehen jetzt auf zumindest körperliche Distanz zueinander. Kommen Autos zur Inspektion oder zur Reparatur, werden beispielsweise die Lenkräder mit Kunststoffhüllen geschützt. „Außerdem bieten wir jetzt die Desinfektion von Lüftungssystemen und Klimaanlagen an“, sagt Emrich. Wichtig sei, dass die Menschen in einer Zeit wie dieser mobil bleiben können: „Es wäre ein Katastrophenfall für eine Familie, die auf dem Land wohnt, wenn jetzt zum Beispiel das Getriebe kaputtgeht und es nicht repariert werden könnte“, so Emrich. Auch Ärzte, Pflegepersonal und alle Menschen, die dazu beitragen, das Alltagsleben aufrechtzuerhalten, müssten sich besonders auf ihr Auto verlassen können. Das Ersatzteillager sei gut bestückt, Engpässe zeichnen sich hier nicht ab. „Stand heute ist alles ganz normal“, so der Sprecher von Weller.

Weiterhin geöffnet bleibt die Autovermietung. Bevorstehende Reifenwechsel wird man bei Weller allerdings anders angehen als bisher. Die Kunden werden nicht nur in gebührendem Abstand darauf warten, dass die Räder ausgetauscht werden. Auch die Wurst vom Grill wird es dieses Jahr nicht geben.

Reparaturen, Inspektionen und Reifenwechsel ja, Verkauf nein, heißt es auch bei Auto Rhein in Ludwigsburg, Händler für BMW und Minis. Nur noch per Telefon oder online seien die Neuwagen- und Gebrauchtwagenhändler zu erreichen, sagt Tanja Schneider, Assistentin der Niederlassungsleitung. Diese würden jetzt von zu Hause aus arbeiten. „Bislang kommen die Kunden noch“, schilderte sie ihre Erfahrungen. Auf Distanz gehen in dem Unternehmen die Mitarbeiter untereinander, auch die Kunden halten Abstand. Außerdem stünden den Mitarbeitern jetzt Desinfektionsmittel und Handschuhe zur Verfügung.

Auch bei Opel Härter in Besigheim läuft der Werkstattbetrieb wie gewohnt. Allerdings sei auch in diesem Bereich eine geringere Nachfrage zu verzeichnen, so eine Mitarbeiterin.

Ganz besondere Vorsicht walten lässt Petra Tschirner, Chefin des VW- und Audi-Autohauses Tschirner.und.Fuchs in Ludwigsburg – insbesondere auch mit Blick auf die Gesundheit ihrer etwa 22 Beschäftigten. Deshalb hat sie ihre Lehrlinge ganz heimgeschickt, Mitarbeiter mit schulpflichtigen Kindern brauchen nur halbtags zu arbeiten, und wer aus einem Skigebiet kam, sollte gleich drei Wochen daheim bleiben – und alles bei vollem Lohn. Und fühlt sich ein Kollege krank, sollte er gleich daheim bleiben. „In so einer Krise ist es wichtig, das wir Rücksicht aufeinander nehmen und gemeinsam Lösungen finden“, so Petra Tschirner. Auch beim Werkstattbetrieb gibt es für Kunden und Mitarbeiter strenge Sicherheitsvorkehrungen, wie deutlichen Abstand zu halten oder der Einsatz entsprechender Schutzhüllen, beispielsweise fürs Lenkrad oder die Schaltanlagen. Allerdings: „Wir machen keine Zulassungen mehr und keinen Fahrdienst. Doch die Kunden zeigen dafür Verständnis“, sagt Petra Tschirner. Ihr Betrieb läuft, weshalb Kurzarbeit kein Thema ist – aber vorsorglich beantragt hat sie diese, um gewappnet zu sein.

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