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Bahnhof

Barrierefreiheit nicht für alle

Es dauert noch einige Jahre, aber immerhin: Der Bahnhof in Walheim soll barrierefrei werden – allerdings nicht vor 2023. Kirchheim und Besigheim hingegen tauchen erneut nicht im Modernisierungsprogramm der Bahn auf.

Kirchheim/Walheim/Besigheim. Walheim, Kirchheim und Besigheim haben eines gemeinsam: Ihre Bahnhöfe sind nicht barrierefrei. Beispielsweise scheitert der Zugang zu den Gleisen an Treppen oder es müssen lange Umwege in Kauf genommen werden oder aber der Einstieg in den Zug ist wegen der Höhenunterschiede zur Bahnsteigkante kaum möglich. Zumindest in Walheim könnte sich das Problem in absehbarer Zeit lösen. Die Deutsche Bahn verhandelt mit dem Land derzeit über ein zweites Bahnhofsmodernisierungsprogramm. Die Stationen, die dort aufgenommen werden, sollen bis 2029 im Zuge von Modernisierungen und Erneuerungen auch barrierefrei ausgebaut werden. Eine davon ist Walheim.

„Wir freuen uns, dass Walheim dabei ist“, sagt Bürgermeisterin Tatjana Scheerle auf Nachfrage. Einen konkreten Zeitpunkt für den Ausbau gibt es noch nicht. Nach Informationen unserer Zeitung wird es jedoch nicht vor 2023 der Fall sein. Sobald die Verhandlungen zwischen Bahn und Land abgeschlossen sind, könnten in einem nächsten Schritt die zeitlichen Abläufe geplant werden, erklärt die Deutsche Bahn. Auch wenn Scheerle sich über die Berücksichtigung Walheims freut, so findet sie es schade, dass die anderen Kommunen im nördlichen Landkreis nicht aufgeführt wurden.

Wie die Deutsche Bahn mitteilt, würden die Stationen in dieses zweite Modernisierungsprogramm aufgenommen, die einen vordringlichen Bedarf aufweisen. Aber was ist mit Besigheim und Kirchheim? Besteht dort kein dringender Bedarf? „Sie gehören nicht zu den priorisierten Bahnhöfen“, sagt ein Sprecher der Bahn. Auch Sachsenheim ist nicht aufgenommen worden. Der Bahnsprecher verweist auf diverse Bewertungsfaktoren: beispielsweise Reisendenzahlen, Knotenfunktion, Anzahl der täglichen Zughalte oder „streckenbezogene und betriebliche Aspekte“.

Für Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold ist diese Priorisierung der Bahn und des Landes nicht nachvollziehbar. Zumal am Kirchheimer Bahnhof ein reger Pendlerverkehr herrscht. „Das ist so nicht hinzunehmen“, sagt er. Und: „Ich verstehe das nicht. Die Entscheidung wird noch zu hinterfragen sein.“ Auch in Besigheim ist die Reaktion verhalten. „Wir haben ja immer wieder versucht, dass der Bahnhof barrierefrei ausgebaut wird“, erklärt Bürgermeister Steffen Bühler. Dabei hat sich die Stadt nicht nur an die Bahn gewandt, sondern auch an den Verband Region Stuttgart oder an Landrat Dr. Rainer Haas. Dass Letzterer sehr bemüht darum ist, dass die Bahnhöfe im Landkreis barrierefrei ausgebaut werden, bestätigt auch Tatjana Scheerle. Dennoch: Es hat bislang nichts gebracht. In die Modernisierungsrunde bis 2029 wurde Besigheim nicht aufgenommen. Allerdings überlegt die Stadt nun, ob sich über Förderprogramme des Landes etwas erreichen lassen könnte.

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