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Bauchspeck geht weg wie warme Semmeln

TSV Bietigheim lässt angesichts des abgesagten Pferdemarkts einen Versuchsballon steigen und wird förmlich überrannt

Dieter Späth am Bauchspeck-Grilll des TSV Bietigheim beim Viadukt. Dort bildete sich schnell eine lange Wartschlange. Fotos: Alfred Drossel
Dieter Späth am Bauchspeck-Grilll des TSV Bietigheim beim Viadukt. Dort bildete sich schnell eine lange Wartschlange. Foto: Alfred Drossel
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Bietigheim-Bissingen. „Bauchspeck to go“, eine Veranstaltung mit diesem Titel war als Alternative zum herkömmlichen Vereinsfest gedacht. Der TSV Bietigheim wurde an seiner Pfeilerschänke am Viadukt jedoch völlig vom Andrang überrascht. „Wir sind regelrecht überrannt worden, so dass unser TSV-Bauchspeck leider schon nach einer halben Stunde komplett ausverkauft war“, bedauert TSV-Geschäftsführer Jan Bodmer.

Kein Bietigheimer Pferdemarkt. Das bedeutet für den TSV im Umkehrschluss, dass er auch kein Bauchspeckbrot an die Besucher verkaufen kann, die auf dem Weg von der Landwirtschafts-Ausstellung zum Festzelt sind. Zwei Tonnen Bauchspeck drehen sich üblicherweise beim Pferdemarkt am Grill. 750 Kilogramm Bauchspeck verkauft der TSV bei seinem traditionellen Waldfest, das ebenfalls der Pandemie zum Opfer fiel.

„Aber auch wenn die traditionellen Vereinsfeste und die Bewirtung am Pferdemarkt ausfallen, muss das ja noch lange nicht heißen, dass die vielen Freunde des TSV-Bauchspeckbrotes dieses Jahr ganz darauf verzichten müssen“, sagt Jan Bodmer. Deshalb habe der TSV am letzten Wochenende der Schulferien seinen Holzkohlegrill angeheizt und 260 Kilo Bauchspeck geordert.

Angeboten wurden die beliebten Bauspeckbrote und als Schmankerl ganze Riegel ungeschnitten und direkt vom Grillspieß. Wer vorbestellt hatte, war gut dran, denn die Schlange der Wartenden wurde lang und länger. Natürlich musste das gemütliche Miteinander dieses Jahr weitestgehend entfallen. Unter Einhaltung der Corona-Regeln konnten die Bauchspeckbrote entweder vor Ort verzehrt oder mit nach Hause mitgenommen werden. Der TSV hatte sich mit den benachbarten Verein dahingehend abgesprochen, dass bei der Germania Getränke angeboten und dort auch zusammen mit dem Bauchspeck konsumiert werden dürfen.

Für Geschäftsführer Jan Bodmer und den TSV-Vorsitzenden Günther Krähling war die Bauspeck-Aktion eine große Unbekannte. „Wir wussten nicht, wie dieses erstmalige Angebot angenommen wird. Da der Bauchspeck tagelang vorbereitet werden muss, können wir weder etwas nachbestellen noch etwas zurückgeben. Deshalb waren wir eher zurückhaltend. Wenn wir ausverkauft sind, geht leider nichts mehr.“

Für Jan Bodmer war die „Bauchspeck to go“-Aktion vor allem eine Image-Sache, die an der schwierigen finanziellen Situation des Vereins aber nichts geändert habe. Seit Corona laufe nicht viel, auch nicht das TSV Sport Quadrat, das vereinseigene Fitness-Center.

In mehreren Schichten mussten die TSV-Mitglieder ganz schön ran. Einer der Grillmeister war Dieter Späth. Er hat die Bauchspeck-Riegel bei mehr als 60 Grad Celsius in den Grill gehängt und sie nach eineinhalb Stunden wieder abgenommen.

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