Logo

Bauernprotest gegen Verbote von Insektiziden und Herbiziden: Mit Schleppern nach Berlin

Bauernprotest gegen Verbote von Insektiziden und Herbiziden in FFH-Gebieten

Landwirte aus dem Kreis sind auf dem Weg ins mehr als 600 Kilometer entfernte Berlin.Foto: Alfred Drossel
Landwirte aus dem Kreis sind auf dem Weg ins mehr als 600 Kilometer entfernte Berlin. Foto: Alfred Drossel

Kreis Ludwigsburg. Mehr als 20 Landwirte und Wengerter aus den Kreisen Ludwigsburg und Heilbronn sind am Montag auf der B27 bei Kirchheim mit ihren Traktoren zu einer Demonstration nach Berlin gestartet. Dabei wurden sie von rund 40 Kollegen auf Traktoren auf der ersten Etappe begleitet. Seine Berufskollegen nähmen die Strapazen einer so langen Fahrt auf sich, um auf die Situation der Landwirtschaft aufmerksam zu machen, sagte Organisator Wolfgang Kölle aus Bönnigheim. Die erste Etappe führt den Konvoi auf Bundesstraßen bis Leipzig. Kölle rechnet damit, dass die Fahrt bis zu 20 Stunden dauert.

Morgen soll im Bundeskabinett das sogenannte Aktionsprogramm Insektenschutz beschlossen werden. Dabei geht es um Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz und beim Pflanzenschutz.

Das Aktionsprogramm war 2019 einer der Hauptgründe, warum die Landwirte in ganz Deutschland auf die Straße gingen. „Jeder, der sich ein wenig mit der Thematik beschäftigt, weiß, dass die Rückgänge auf sehr viele Faktoren zurückzuführen sind. Ob es Lichtverschmutzung ist, die Flächenversiegelung, die Klimaveränderungen, Strahlungen oder nicht zuletzt die Landwirtschaft“, betont Kölle. In den Gesetzesänderungen würden jedoch Flächenentwertungen und starke Einschnitte nur auf die Landwirtschaft zurückgeführt. Wirkliche Konsequenzen ergäben sich bei den weiteren Verursachern für Insektenrückgänge nicht, so Kölle.

Für die Landwirtschaft seien aber gewaltige Einschnitte geplant. Durch Verbote von Insektiziden und Herbiziden in FFH-Gebieten, durch Abstände zu Gewässern, die aus keiner wissenschaftlichen Grundlage heraus begründet seien, durch Unterschutzstellung von bestimmten sogar gewerblich genutzten Obstbaumbeständen und Grünland würden mindestens 1,3 Millionen Hektar wertvolle Nutzfläche in Deutschland zur Nutzung verloren gehen. Wolfgang Kölle weist darauf hin, dass die deutsche Landwirtschaft bereits zehn Prozent der Nutzfläche für den Natur- und Artenschutz zur Verfügung stelle, beispielsweise ökologische Vorrangflächen.

„Wir lehnen das Aktionsprogramm Insektenschutz ab und fordern einen Maßnahmenkatalog im Konsens mit der Landwirtschaft“, machen die Landwirte auf Plakaten und Transparanten an ihren Schleppern deutlich. „Wir sind nicht gegen den Insektenschutz. Wir haben in den letzten Monaten sehr viele konstruktive Vorschläge zu den Verantwortlichen gebracht. Insektenschutz kann nur zusammen mit der Landwirtschaft funktionieren, mit Anreizen und nicht durch unsachliche Verbote“, unterstreicht Wolfgang Kölle.

Autor: