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NEUE MITTE

Baukosten bleiben bisher im Rahmen

Jörg Lindenberger und Uwe Hein, Architekten des Ludwigsburger Büros HHL, sind zufrieden. Lediglich um zwei Prozent hätten sich die in ihrer Verantwortung liegenden Kosten für Rathaus, Stadthalle und Kubus seit dem Baubeschluss im April 2017 erhöht, berichteten sie im Gemeinderat.

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Blick vom Marktplatz auf Stadthalle und Kubus.Grafik: Büro Hein - Hüttel - Lindenberger

REMSECK. Nachdem nun 90 Prozent der Gewerke vergeben sind, liegen die Gesamtbaukosten für Remsecks Großprojekt laut Jörg Lindenberger aktuell bei gut 36 Millionen Euro. Beim Baubeschluss im April 2017 war man von knapp 35 Millionen Euro ausgegangen.

Barrierefreiheit verbessert

Seither wurde der Grundriss der drei Gebäude überarbeitet und angepasst. Unter anderem setzten die Architekten in puncto Barrierefreiheit die Latte höher. Zugangstüren und Notausgänge werden komplett eben gebaut. Der Kubus bekommt eine barrierefreie Umkleide, der Aufzug ein horizontales Bedientableau. Zur Bühne in der Stadthalle wird es einen Hublift geben. Rund 89 000 Euro fallen insgesamt für diese Maßnahmen an.

Im Rathaus wurden durch inzwischen veränderte Zuteilungen von Aufgabengebieten andere Raumzuschnitte und Nutzungsmöglichkeiten erforderlich. Die Kosten, die durch die Überarbeitung und Anpassung entstehen, liegen bei 28 000 Euro. Auch eine Küchenzeile im Mehrzweckraum des Kubus für 10 000 Euro kam inzwischen dazu. All diese Umplanungen führten zusammen zu Mehrkosten von rund 127 000 Euro.

Für den Kubus hatten die HHL-Architekten bisher nur 130 000 Euro eingeplant. Denn es gab ja noch kein Nutzungskonzept für den auf die Stadthalle aufgesetzten Gebäudekomplex. Eine vom Gemeinderat beauftragte Arbeitsgruppe, in der auch alle Fraktionen des Gemeinderates vertreten sind, arbeitet derzeit daran. Der Kubus soll unter anderem eine Mediathek mit Lesecafé und gesonderten Bereichen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche beherbergen. Zudem werden zwei Mehrzweckräume eingerichtet. Bisher fallen Kosten von knapp 388 000 Euro an für Möblierung, Einrichtungsplanung, technische Geräte, Beleuchtungskosten und eine im Erdgeschoss in die Alu-Fassade integrierte Bücher-Rückgabebox. All diese zusätzlichen Ausgaben für eine bessere Ausstattung bedeuteten einen Mehrwert, sagte Jörg Lindenberger am Dienstagabend im Gemeinderat. Die Kosten wurden dadurch auf gut 35,3 Millionen Euro fortgeschrieben. „Dass sich die Baukosten aktuell um zwei Prozent erhöht haben, ist sehr moderat, wenn Sie sehen, was derzeit auf dem Markt los ist“, so das Fazit von Uwe Hein. Er erwartet für die noch nicht vergebenen Gewerke keine Überraschungen mehr. „Das Gröbste haben wir durch“, gab Hein sich zuversichtlich.

Parkplätze bei früherer Kläranlage

Außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der HHL-Architekten sind inzwischen Kosten von insgesamt 275 000 Euro hinzugekommen. Etwa 205 000 Euro fielen laut Stadtverwaltung an für Erschließungsarbeiten auf dem Rathausgrundstück und die Auffüllung des Geländes der ehemaligen Kläranlage mit Erdaushub von der Baustelle. Dort sollen bekanntlich neue Parkplätze – auch für künftige Besucher der Stadthalle – angelegt werden. Weitere 70 000 Euro entstanden in Folge von Abbrucharbeiten beim Rathaus. So mussten unter anderem eine provisorische Hebeanlage installiert und ein vorübergehender Müllplatz eingerichtet werden, um den Betrieb des Verwaltungsgebäudes gewährleisten zu können. Die Projektkosten erhöhten sich laut Stadtverwaltung damit auf gut 36,3 Millionen Euro.