Logo

Kriminalität

Bei der Razzia klicken die Handschellen

Rund 50 Polizeibeamte stürmten am Freitagabend im Rahmen eines Fahndungs-und Kontrolltages zwei Lokale in Asperger Bahnhofsnähe. Bei der Razzia wurden vier Personen festgenommen, die Gaststätten geschlossen und dem Betreiber die Konzession entzogen. Bei verschiedenen Aktionen an diesem Tag kam es zur vorläufigen Festnahme von 35 Personen, gegen die ein Haftbefehl bestand.

350_0900_20796_neueu350_0008_1413477_kr_Raz4.jpg
Großes Polizeiaufgebot in Asperg: Ein Verdächtiger wird in den Untersuchungslaster geführt.Fotos: Alfred Drossel
350_0900_20797_neufneun350_0008_1413475_kr_Raz6.jpg
Zwei vorläufig Festgenommene vor dem Lokal in der Nähe des Bahnhofs.

asperg. Kurz vor 22.30 Uhr versammeln sich Beamte des Präsidiums Einsatz, der Kriminalpolizeidirektion Böblingen, des Landeskriminalamtes, vom Hauptzollamt und der Bundespolizei sowie der Schutzpolizei des Ludwigsburger Präsidiums in Asperg. Frank Spitzmüller, der Leiter der Kriminalpolizeidirektion Böblingen, gibt das Zeichen für den Einsatz.

Die Beamten fahren vor einer Gaststätte gegenüber des Bahnhofs auf. Sie sichern den Außenbereich, während weitere Polizisten sich Zugang zum Lokal verschaffen. Die Razzia hat natürlich einen Grund: Die Polizei hat dort vor einem Jahr eine 20-jährige Frau befreit, die zur Prostitution gezwungen worden war. Wegen Drogenhandels wurden dort Albaner und Deutsche verhaftet. Drogen wurden im Umfeld der beiden zusammenhängenden Gaststätten festgestellt. Die Szene hat mehrfach zu Beschwerden der Anwohner geführt.

„Ermittlungsverfahren haben in jüngster Zeit diesen Verdacht bestätigt und wir wollen mit dieser präventiven Maßnahme verhindern, dass sich kriminelle Strukturen festsetzen“, betonte Frank Spitzmüller vor Ort.

Der Erfolg stellte sich rasch ein. Mit Unterstützung von Urkundensachverständigen des Landeskriminalamts und Mitarbeitern der Steuerfahndung überprüften die Einsatzkräfte 18 Personen und nahmen vier von ihnen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und illegalen Aufenthalts vorläufig fest. Den Männern wurden Handschellen angelegt. Im Untersuchungs-Lkw wurden sie durchsucht. Die Beamten stellten kleinere Mengen Kokain und Marihuana sicher und fanden die Vermutung bestätigt, dass in der und rund um die Gaststätte Drogen konsumiert worden waren.

Ein vor dem Lokal geparktes Auto mit albanischem Kennzeichen wurde von Spezialisten genau untersucht. Die Razzia lief ruhig ab und erregte kein Aufsehen am Bahnhof. Allerdings malten das Blaulicht der Fahrzeuge und die Scheinwerfer ein gespenstisches Bild auf dem Bahnhofsvorplatz.

Kripochef Spitzmüller bezeichnete die Razzia als erfolgreich. Sie war eingebettet in eine Vielzahl von Maßnahmen, die am Freitag im Rahmen eines Fahndungs- und Kontrolltages in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg durchgeführt wurde. Polizeibeamte waren an Bahnhöfen und Omnibusbahnhöfen sowie in öffentlichen Anlagen, auf Plätzen, in Wohngebieten und auf den Autobahnen im Einsatz. „Die Maßnahmen erstreckten sich auf diejenigen Kriminalitätsformen, die das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders beeinträchtigen, wie zum Beispiel Raubüberfälle und Wohnungseinbrüche“, erläuterte Spitzmüller. Der nach 20 Stunden eine positive Bilanz zog: „Konzentrierte Aktionen wie diese sind auch ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Polizei alles daran setzt, um sich abzeichnende kriminelle Strukturen zu erkennen und konsequent zu intervenieren.“

Insgesamt waren rund 400 Einsatzkräfte beteiligt. In dem knapp 20 Stunden dauernden Einsatz wurden in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen 1 420 Personen, 280 Autos, 26 Lastwagen und vier Busse kontrolliert. Außerdem gab es Kontrollen in 22 Gaststätten und zwölf Bordellen. 1128 Dokumente wurden auf Echtheit überprüft. In Summe ergaben sich 32 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, dazu kamen ein illegaler Aufenthalt, eine Urkundenfälschung und ein Verstoß gegen das Waffengesetz.

35 Personen, gegen die ein Haft- beziehungsweise ein Vollstreckungshaftbefehl bestand, festgenommen. Acht von ihnen kamen in Untersuchungshaft. Bei den den Gaststättenkontrollen wurden zudem zahlreiche Verstöße aufgedeckt, die eine Anzeige nach sich ziehen werden. Vorwiegend handelte es sich um Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz sowie gegen das Lebensmittel- und Verbraucherschutzgesetz.

Bei der Überprüfung einer Gaststätte in Ludwigsburg ging den Ermittlern an diesem Aktionstag außerdem ein mit Haftbefehl gesuchter mutmaßlicher Einbrecher ins Netz.