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Verkehr

Bei Stau auf A 81 geht’s durch die Stadt

Seit die LGI Logistics Group International GmbH im Sommer 2017 ihren Standort in Freiberg bezogen hat, fallen die Lastwagen mit den weiß-orangenen Sattelaufliegern auf in der Stadt. Weil immer mehr Klagen über die hohe Zahl der Lkw-Fahrten durch Freiberg laut werden, haben Vertreter des Logistikers und dessen Kunde, die Porsche AG, im Gemeinderat Stellung bezogen.

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Ein LGI-Laster ist auf dem Weg von Freiberg in Richtung Autobahn. Geladen hat er Fahrzeugteile für Porsche in Zuffenhausen. Foto: Oliver Bürkle

Freiberg. Vom ehemaligen „Schwörer-Areal“ im Industriegebiet Neckar I beliefert LGI den Sportwagenhersteller Porsche in Zuffenhausen zeit- und mengengenau mit Fahrzeugteilen. Inzwischen wird in Freiberg vermutet, dass der Verkehr durch den Logistiker in der Stadt unverhältnismäßig zugenommen hat. Deshalb hat die CDU-Fraktion beantragt, dass das Unternehmen die Zahlen im Gemeinderat vorstellt.

Laut Oliver Bronder, Leiter Logistik und Produktionssteuerung bei Porsche, werden von dem Logistiker pro Stunde durchschnittlich 5,8 Lkw-Fahrten erzeugt. „Damit liegt der Verkehr deutlich unter den 14 Fahrten, die genehmigt sind“, erklärte Bronder am Dienstagabend den Stadträten.

Laut LGI-Geschäftsführer Eckhard Busch sind 21 Lkw im Drei-Schicht-Betrieb im Einsatz. Die Fahrer seien angehalten, alle Transporte über die Autobahn abzuwickeln. Ist dort Stau, „wählen wir den Weg durch die Stadt, sonst wird es für Porsche eng, die Fließbänder zu versorgen“, sagte Busch. Gleichzeitig sei es ausgeschlossen, dass LGI-Laster durch Freiberg fahren, wenn auf der Autobahn Richtung Zuffenhausen freie Fahrt ist. Über die Navigationssysteme und die Fahrer gebe es ständig Informationen zur Verkehrslage auf der Autobahn. Von Mitte Mai bis Mitte Juni seien acht Prozent aller Fahrten durch die Stadt erfolgt. Seit der Baustelle zwischen den Anschlussstellen Zuffenhausen und Feuerbach seien es 15 Prozent. Der LGI-Geschäftsführer verbürgte sich dafür, dass die Lkw-Fahrer nur bei Stau auf der Autobahn durch Freiberg fahren. „Wir können über GPS bei jedem einzelnen Lkw nachvollziehen, ob er durch die Stadt oder direkt zur Autobahn fährt“, sagte er. Von Stau sei im Übrigen nur dann die Rede, wenn der Verkehr zum Erliegen kommt. „Bei hohem Verkehrsaufkommen auf der A 81 fahren wir nicht durch Freiberg“, so Busch.

CDU-Stadtrat Willi Zimmer zeigte sich kritisch: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Fahrzeuge kontrolliert werden. Wir nehmen auf Porsche Rücksicht, nicht aber auf die Bevölkerung.“ Eckhard Busch lud daher interessierte Stadträte dazu ein, sich vor Ort von den Kontrollmechanismen zu überzeugen.

Fäkalien und Unrat im Industriegebiet von Fahrern der externen Speditionen, die Ware zu LGI bringen, sind ein weiteres Problem, das angesprochen wurde. „Wir haben keinen Einfluss darauf, wann die kommen und wo sie ihre Lkw abstellen“, sagte der LGI-Geschäftsführer. Doch er versprach, dass alle Fahrer aufs Betriebsgelände und dort die sanitären Einrichtungen benutzen dürfen, wenn sie zwei bis drei Stunden vor dem vereinbarten Termin da sind. LGI würde die externen Spediteure darauf hinweisen.