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750 Jahre Neckarrems

Beim Festumzug ist der gesamte Ort auf den Beinen

Bunt, vielfältig und lebenslustig hat sich Neckarrems beim Festumzug am Samstagnachmittag präsentiert – und einen Bogen zur 750-jährigen Geschichte des Ortes geschlagen.

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Großes Festprogramm mit Umzug.

Remseck. Ob hoch zu Ross, in Pferdegespannen, in historischen Fahrzeugen unterschiedlichster Art oder zu Fuß: Die zahlreichen Teilnehmer verbreiteten gute Laune, warfen Bonbons und verteilten kleine Geschenke. „Die kurzen Beine der Kindergarten- und Grundschulkinder geben das Tempo vor“, sagte Günther Glock, als sich das Eintreffen der Akteure etwas verzögerte. Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins gehörte ebenso wie die Mitglieder anderer Vereine und der Remsecker Stadtverwaltung zum Organisationsteam.

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750 Jahre Neckarrems

Zirka 50 Gruppen zogen von der Feuerwache an der Marbacher Straße in Richtung Dorfmitte. Angeführt wurden sie von einem historischen Feuerwehrauto. Aus dem Fenster an der Beifahrerseite winkte der Erste Bürgermeister Karl-Heinz Balzer. Hans Kurz und Heinz Layher erinnerten hoch oben auf einem Wagen in historischen Kostümen an die erste urkundliche Erwähnung des Fleckens Neckarrems im Jahr 1268. Damals unterzeichnete Ritter Wolfrad von Rems die Schenkungsurkunde an das Kloster Salem.

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Remsecks Oberbürgermeister Dirk Schönberger hatte dem festlichen Anlass entsprechend seine Amtskette angelegt. Zu Fuß reihte er sich gemeinsam mit Gästen aus den Partnerstädten zu Fuß in den Festzug ein. Von der Ehrentribüne aus, die an der Einmündung von der Marbacher Straße in die Dorfstraße aufgebaut worden war, verfolgte die Gruppe schließlich das Geschehen.

„Wir lassen die Kirche im Dorf“, lautete das Motto der evangelischen Kirchengemeinde. Mit Indianergeheul kündigten sich die Watomi-Naturkids an, während die rund 200 Kinder der Kelterschule sich als Ritter, Edelfräulein oder Bauernjungen und -mädchen verkleidet hatten.

Einen Folkoretanz zeigten die Mitglieder des türkischen Vereins „Mit Herz und Hand“. Die Remsfischer präsentierten mit Fischernetzen und einer großen Portion Fantasie ihren Fang.

In historischen Kostümen reihten sich die Mitglieder des Remser Heimatvereins und des Alt-Aldinger Handwerkervereins in den Zug ein. Eine wahre Freude war es auch der Anblick historischer Fahrzeuge, die den Mitgliedern des Hochdorfer Oldtimer Stammtisches gehören. Besonderes Highlight war das älteste, funktionsfähige Moped, das aus dem Jahr 1897 stammt und das Ewald Gall gehört.

Ob das Regiment 121 mit Pickelhauben auf dem Kopf, die Mitglieder des Jugendrotkreuzes, die einen großen Teddybären auf einer Trage transportierten oder der Sirtaki tanzende griechische Elternverein: Alle Gruppen hatten sich originelle Beiträge einfallen lassen. Der Obst- und Gartenbauverein Neckarrems hatte seinen Wagen mit all dem geschmückt, was die Natur gerade an Gaben hervorbringt.

Mit Hunden und Schießgewehren reihten sich die Remsecker Jäger ein. Fehlen durften natürlich nicht die vielen Abteilungen des VfB Neckarrems. Ein großes Motorboot zog der Wassersportverein Schifferclub Neckarrems durch die Straßen.

Kaum war der Festzug beendet, strömten die Besucher zum Straßenfestgelände. Dort wartete auf drei Bühnen ein buntes Programm auf die Bürger aus Neckarrems und Umgebung.

Vier Kinder nach Karussellunfall verletzt

Im Rahmen des Neckarremser Straßenfest kam es am Samstagnachmittag gegen 17.14 Uhr zu einem folgenschweren Unfall an einem Kinderfahrgeschäft. Hierbei sprang, aus bislang ungeklärter Ursache während des Fahrbetriebs, eine Gondel aus der Befestigung und prallte gegen eine weitere Gondel. Durch den Zusammenstoß wurden drei Kinder im Alter zwischen zehn und elf Jahren leicht und ein weiteres elfjährigeres Kind schwer verletzt.

Die Feuerwehr Remseck war mit vier Fahrzeugen und 20 Wehrleuten im Einsatz. Der Rettungsdienst und die Polizei waren mit je drei Fahrzeugen vor Ort.

Inzwischen haben die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Ludwigsburg die Ermittlungen zur Klärung der Unfallursache übernommen und einen Gutachter in das Verfahren eingeschalten. (red)