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Bestandsgebäude erfolgreich mit Neubau vereint

Mit ihrem Bauprojekt in Kirchberg zeigen klein architects, wie modernes und umweltfreundliches Bauen funktionieren kann.

Vorher, nachher: Das neue Mehrfamilienhaus in Kirchberg ist ein Musterbeispiel für modernes, klimaschonendes Bauen. Fotos: klein architects
Vorher, nachher: Das neue Mehrfamilienhaus in Kirchberg ist ein Musterbeispiel für modernes, klimaschonendes Bauen. Foto: klein architects
Vorher, nachher: Das neue Mehrfamilienhaus in Kirchberg ist ein Musterbeispiel für modernes, klimaschonendes Bauen. Fotos: klein architects
Vorher, nachher: Das neue Mehrfamilienhaus in Kirchberg ist ein Musterbeispiel für modernes, klimaschonendes Bauen. Foto: klein architects

Kirchberg. Nachhaltiges Wohnen ist ein Trendthema, das nicht nur Immobilienkäufer, sondern auch Bauherren und Investoren beschäftigt. Schließlich lässt sich mit den eigenen vier Wänden viel CO2 einsparen. Wie kann man bereits beim Bau sicherstellen, dass ein Haus dauerhaft klimafreundlich bleibt? Architekt Uwe Klein gibt Antworten zum umweltschonenden Bauen und gewährt Einblick in eines seiner Lieblingsprojekte.

Erneuerbare Energien

Dieses Projekt steht in Kirchberg an der Murr. Ein Mehrfamilienhaus in der Danziger Straße, das im Oktober 2020 fertiggestellt wurde und beim Klimaschutz vieles richtig gemacht hat. Beispiel Heizenergie: Die gewinnt das Gebäude dank Luft-Wasser-Wärmepumpe aus der Umgebung. Für einen geringen Wärmebedarf sorgen die hochwertige Dämmung der Außenwände und des Daches sowie die Wahl der Fenster.

„Die Holzfenster haben eine Dreifach-Verglasung mit besonders hohem Wärmeschutz“, erklärt Architekt Uwe Klein. Wichtigste Kennzahl ist hier der U-Wert. Er beziffert den Energieverlust bezogen auf die Fläche. Je niedriger der Wert, desto geringer die Wärmeverluste. Die Fenster erreichen einen U-Wert von 0,6. „Ein Spitzenwert in Sachen Wärmeschutz“, betont der Architekt.

Nachweisliche Qualität

Allerdings benötigt ein energiesparendes Gebäude mehr als gute Fensterelemente. Entscheidend ist, dass nirgends ungewollt Wärme entweicht. Das lässt sich mit gezielten Messverfahren vermeiden.

„Mit dem Gebäudeenergiegesetz GEG gilt seit November 2020 ein verbesserter Energiestandard“, sagt Uwe Klein. Was jetzt verpflichtend wurde, ist bei ihm seit vielen Jahren Standard. Mithilfe des Blower-Door-Tests prüft sein Team die Luftdichtheit und schließt Wärmelecks aus, zum Beispiel an Fugen oder den Übergängen von Fensterrahmen zur Außenwand. Auch das zählt zur Nachhaltigkeit. Denn: Die Messung liefert einen Qualitätsnachweis der Bauausführung und trägt dazu bei, Schäden und Folgekosten zu vermeiden. Neben den energetischen Vorteilen gewährleistet das höheren Wohnkomfort und gesundes Wohnen.

In die Zukunft gedacht

„Für mich bedeutet Nachhaltigkeit auch, die laufenden Kosten gering zu halten“, sagt Helga Klein, die für die Projektsteuerung verantwortlich war. Die Geschäftsführerin der kube5 GmbH verfolgt seit vielen Jahren die Entwicklungen am regionalen Immobilienmarkt und greift das Beispiel Heizkosten auf. Hier müsse der Eigentümer eines marktüblichen Neubaus mit monatlichen Ausgaben von rund 70 Cent pro Quadratmeter rechnen. „In allen von uns geplanten Projekten liegen die Heizkosten weitaus niedriger“, erklärt Helga Klein. „Dank des hochwertigen Ausbaus liegt der Wert dort bei etwa 35 Cent.“ Eine Kostenersparnis, von der die Bewohner dauerhaft profitieren.

Vorhandenes bewahren

Etwas Weiteres lag Architekt Uwe Klein bei der Planung am Herzen. „Wir haben das Bestandsgebäude auf dem Grundstück gezielt in die Planungen einbezogen“, erläutert er. So blieb das Treppenhaus bestehen, ebenso einige Wände, Außenwände und ein Teil der Decken. „Uns war wichtig, den Bestand zu bewahren, soweit es wirtschaftlich sinnvoll war.“ Dank gezielter Modernisierung wird der Bestandsbau dem hohen Energiestandard gerecht. Dazu wurde in neueste Technik investiert – für zukunftsfähiges Wohnen, moderne Smart-Home-Technologie und mehr.

Heute an morgen denken

„Ein Haus bleibt über Jahrzehnte bestehen“, betont Architekt Uwe Klein. „Darin liegt eine Chance – und unsere Verantwortung. Darum legen wir Wert auf langfristige Planung, nachwachsende Materialien und den bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Wir haben schon in 1300 fertiggestellten Bauprojekten nachhaltige Energien und CO2-Neutralität berücksichtigt. Alle nutzen beispielsweise Photovoltaikanlagen oder können jederzeit damit ausgestattet werden.“ Es gilt, späteren Bedarf von Anfang an mitzudenken, etwa durch flexible Grundrisse und barrierefreie Wohnkonzepte.

Sparsam und klimafreundlich

Ein Konzept, das Zuspruch findet. Bürgermeister Frank Hornek lobt den klimafreundlichen Ansatz und das Bestreben, Vorhandenes zu verwerten: „Ich freue mich, wenn es auch in Zukunft in Kirchberg gelingt, weitere Projekte wie dieses umzusetzen. Damit schaffen wir bezahlbaren Wohnraum und verknüpfen Werterhalt mit nachhaltigem Bauen.“

Simone Brem, Leiterin des Bauamts in Kirchberg, überzeugt die Verbindung von hochwertiger Ausstattung und niedrigen Betriebskosten. „Ein gelungenes Konzept, das langfristig gedacht wurde“, lobt sie.

Umweltschonendes Zuhause

Das Büro klein architects widmet sich mit seinen großen Erfahrungswerten den nächsten klimabewussten Bauprojekten. Für Uwe Klein ist Nachhaltigkeit ein Herzensthema, das er voller Überzeugung verfolgt. Die Juniorchefs mit ihrem jungen Team möchten noch einen Schritt weiter in die Zukunft gehen und freuen sich darauf, nachhaltiges Bauen in der Region weiter voranzutreiben. (red)

Das zählt beim nachhaltigen Bauen:

Materialgesundheit

Ressourcenschonung

Recyclingfähigkeit

Umnutzungsfähigkeit

Sortenreinheit

zukunftsbewusste, attraktive Architektur