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Bienenvölker und Lindenhonig gestohlen

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Martin Schäfers auffällig bunte Bienenkästen standen zwischen Marbach und Rielingshausen. Geblieben ist nur der Beutenständer. Fotos: privat
Martin Schäfers auffällig bunte Bienenkästen standen zwischen Marbach und Rielingshausen. Geblieben ist nur der Beutenständer. Fotos: privat
Martin Schäfer ist immer noch geschockt: Am vergangenen Wochenende haben Unbekannte sechs seiner Bienenvölker gestohlen. Doch nicht nur der materielle Verlust macht dem Hobbyimker zu schaffen.

Marbach. Martin Schaefer betreibt sein Hobby mit großem Engagement. Zum einen züchtet der Oberstenfelder seine Bienen selbst, arbeitet für Forschungsprojekte mit der Uni Hohenheim zusammen, zum anderen unterhielt er vor dem Diebstahl insgesamt 30 Völker.

Bislang blieb er von kriminellen Aktivitäten verschont, doch zwischen Freitag, 16. Juli, 22.20 Uhr, und Samstag, 17. Juli, 9.15 Uhr, schlugen der oder die Täter zu und nahmen sechs sogenannte Beuten mit jeweils einem Bienenvolk mit, die an der Lindenallee und damit direkt an der Landesstraße zwischen Rielingshausen und dem Kreisverkehr an der Schweißbrücke standen; auch zwei Völker eines Imkerkollegen aus Kleinaspach, die hier Nektar sammelten, wurden gestohlen. Die Polizei, bei der Schäfer Anzeige erstattet hat, bestätigte gestern den Vorfall, der Schaden beläuft sich auf insgesamt fast 5000 Euro. Zeugenhinweise nimmt das Polizeirevier Marbach unter Telefon (07144) 9000 entgegen.

Der Oberstenfelder hat sich dafür entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen, „und wenn nur ein weiterer Diebstahl damit verhindert wird.“ Für den Hobbyimker steht fest, dass es sich bei den Tätern um Profis handeln muss, die wissen, wie man mit Bienen umgeht. „Da sind Sachkenntnis und Erfahrung nötig. Man muss zum Beispiel wissen, wie man das Flugloch der Kästen verschließt und sie sichert. Die stellt man nicht so einfach in den Kofferraum.“

Über die Motive des oder der Täter kann Schäfer nur spekulieren. „Entweder war es ein Kollege, der selbst Opfer eines Diebstahls wurde, oder meine Völker wurden mit der Absicht gestohlen, sie weiterzuverkaufen.“

Ein Volk habe einen Handelswert von rund 180 Euro, hinzu kommen das Material und der Honig. „Es handelte sich um starke Wirtschaftsvölker, deren Honigräume mit Lindenhonig gefüllt waren und die jeweils in den nächsten Tagen an die Heimatstandorte abgewandert worden wären. Der Dieb hat den Zeitpunkt also ideal gewählt, um starke Bienenvölker und eine maximale Menge Lindenhonig zu stehlen“, erläutert Schäfer. Zwar ist er als Mitglied eines Imkervereins versichert, „aber die Wiederbeschaffungskosten werden davon vermutlich nicht gedeckt“.