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medizin

Blut spenden (fast) wie gewohnt

Kleinere organisatorische Änderungen und größere Räume ermöglichen es, die wichtigen Termine beizubehalten

Aktuell werden rund 2000 Blutkonserven pro Tag allein in Baden-Württemberg benötigt. Der DRK-Blutspendedienst hat deshalb ein Interesse daran, weiterhin Blutspendeaktionen zu organisieren. Archivfoto: Hans-Jürgen Wiedl/dpa
Aktuell werden rund 2000 Blutkonserven pro Tag allein in Baden-Württemberg benötigt. Der DRK-Blutspendedienst hat deshalb ein Interesse daran, weiterhin Blutspendeaktionen zu organisieren. Foto: Hans-Jürgen Wiedl/dpa

kreis ludwigsburg. Blutspendeaktionen in Zeiten einer Pandemie und von Kontaktverboten? Passt das zusammen? Lässt sich das organisieren? Ja, natürlich, sagt Eberhard Weck, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen, im Brustton der Überzeugung. Blutspendetermine fielen nicht unter das Veranstaltungsverbot und mit einigen „Umbauten“ und organisatorischen Veränderungen in den Örtlichkeiten könnten sowohl die geplanten als auch zusätzliche Aktionen wie gehabt über die Bühne gehen.

Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, benötigen zwar keine Blutkonserven, dennoch „haben wir im Moment in Baden-Württemberg einen Bedarf von 2000 Konserven täglich“, so Weck, die zum Beispiel für die Behandlung von Krebspatienten gebraucht würden. Der DRK-Sprecher geht allerdings davon aus, dass der Bedarf an Blutkonserven mittelfristig um etwa 20 Prozent zurückgehen wird, weil viele Krankenhäuser planbare Operationen abgesagt haben, um Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patienten zu schaffen. „Diesen Erfahrungswert nennt Italien, ich gehe davon aus, dass die Entwicklung auch hier so sein wird“, erklärt Weck.

Dennoch bleibe der Bedarf an Blutkonserven „auf einem hohen Niveau“. Und deshalb ist es für den Blutspendedienst des Roten Kreuzes wichtig, dass in diesen Krisenzeiten die Zahl der Spendewilligen nicht (noch) weiter zurückgeht. So wurden dieser Tage zum Beispiel die Stammspender mit der Bitte angeschrieben, diesen Dienst am Nächsten nicht aufzugeben. Grundsätzlich erkennt Eberhard Weck aber derzeit eine „sehr hohe Motivation“ bei den Menschen, auf diesem Weg anderen etwas Gutes zu tun. „Wir haben in der Regel etwa gleich viele Spender wie in normalen Zeiten, teilweise kommen aber auch deutlich mehr Spendewillige“, weiß der DRK-Sprecher. Das war zum Beispiel in der vorvergangenen Woche auch in Schwieberdingen so, als statt der durchschnittlich 150 mehr als 180 Spender kamen, um sich einen halben Liter Blut abnehmen zu lassen.

Größtmögliche Sicherheit für Spender, Ärzte und die freiwilligen Helfer der DRK-Ortsvereine soll laut Eberhard Weck die Maxime „Keiner kommt ungeprüft rein“ bieten. Jeder Spendewillige werde vor dem Betreten der Räume nach seinem Gesundheitszustand gefragt. Wer Erkältungs- oder Grippesymptome aufweist, werde freundlich, aber bestimmt nach Hause geschickt, „das war aber auch vor Corona schon so“, sagt Weck. Gleiches gilt für alle, die in einem der Risikogebiete waren. Nach dieser Befragung wird Fieber gemessen und die Spendewilligen müssen sich unter Aufsicht die Hände desinfizieren.

Die eigentliche Blutentnahme läuft wie üblich ab, für die Ruhephase danach werden aber Liegen und Betten im gebotenen Abstand zueinander aufgestellt. „Wo es geht, versuchen wir, größere Räumlichkeiten anzumieten, damit wir diese Vorgaben problemlos umsetzen können.“

Außerdem testet der Blutspendedienst in der aktuellen Krise auch das Angebot sogenannter regionaler Schwerpunkttermine. So kann man zum Beispiel in Leinfelden-Echterdingen in der Filderhalle die ganze Woche über täglich von 13 bis 18 Uhr Blut spenden. Außerdem erhalten die bereits angeschriebenen Stammspender die Möglichkeit, sich online einen Termin geben zu lassen. Damit sollen längere Wartezeiten und das Zusammentreffen zu vieler Menschen vermieden werden.

„Wir nehmen die Lage sehr ernst, fühlen uns aber auch gut gewappnet“, bilanziert Eberhard Weck die Situation für den Moment.

Internet: www.blutspende.de

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