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Bottwartal-Marathon

Bottwartal-Marathon findet in abgespeckter Form statt

Sie freuen sich und haben richtig Lust: „Wir wollen den Läufern nach eineinhalb Jahren wieder ein Event bieten“, sagt Frank Hehl. Gemeinsam hat das Organisationsteam rund um Chef Holger Bäßler alles dafür gegeben, dass der Bottwartal-Marathon stattfindet. Am Sonntag, 17. Oktober, wird gelaufen – wenn auch etwas anders als gewohnt.

Einen Massenstart wie 2019 wird es nicht geben. Die Läufer stellen sich breit gefächert an der Murrer Straße auf.Archivfoto: Holm Wolschendorf
Einen Massenstart wie 2019 wird es nicht geben. Die Läufer stellen sich breit gefächert an der Murrer Straße auf. Foto: Holm Wolschendorf
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Steinheim. Acht Seiten umfasst das Hygienekonzept, für den Bottwartal-Marathon – 3G selbstverständlich vorausgesetzt. „Der Aufwand war groß, wir haben geplant und geplant, aber jetzt passt es, wenn nicht wieder neue Vorgaben wegen Corona kommen“, sagt Holger Bäßler. Dass sich der Aufwand lohnt, zeigen schon jetzt die Anmeldezahlen, obwohl noch gar nicht klar war, ob überhaupt ein Lauf stattfindet. Für den Marathon sind es 240 Läufer, sonst liegt der Schnitt zu dieser Zeit um die 200. Spitzenreiter ist der Halbmarathon mit 840 Anmeldungen – „das wird steil nach oben gehen, wenn sicher ist, dass gelaufen wird“, ist Bäßler überzeugt. Sorgenkind ist noch der Zehn-Kilometer-Lauf mit 300 Anmeldungen. „Das ist der klassische Nachmeldelauf. Da warten viele ab, wie das Wetter wird. Für zehn Kilometer müssen die meisten nicht viel trainieren“, betont Streckenfachmann Uwe Funk vom SGV Murr. Alle anderen haben noch 47 Tage Zeit, um sich zu pushen.

Klar ist aber auch: „Es wird eine andere Veranstaltung sein, ohne das ganze Drumherum“, betont Bäßler. Zuschauer sind zwar erlaubt, aber nur zum Klatschen und Anfeuern. „Die Zuschauer sind die größte Herausforderung“, glaubt Hehl und appelliert an die Vernunft von allen, sich an die Coronaregeln zu halten. Es wird nichts angeboten, wo sich Menschentrauben bilden könnten: keine Rote Wurst, keine Guggenmusik, keine Bierstände. Es wird nur durch wenige Ortskerne gelaufen, und es wird im Start- und Zielbereich keinen Massenauflauf geben. Die Medaillen muss sich jeder selbst von einem Tisch nehmen, die Verpflegung nach dem Lauf wird in einem Beutel ausgelegt, es gibt keine Rose für die Zieleinläufer und auch kein Küsschen von Sprecher Achim Seiter. Der wird aber im Zielbereich sein und kommentieren. Es wird keine Dusch- und Umkleidemöglichkeit geben, lediglich eine Taschenaufbewahrung, die Zahl der Toiletten im Startbereich wird erhöht. Es gibt klare Zeitfenster für jeden Lauf, am Einlass werden die 3G überprüft, in der Murrer Straße mit Abstand gestartet.

Um 8 Uhr startet der von unserer Zeitung gesponsorte LKZ-Bergmarathon. Hier werden Marathon und Ultra-Marathon zusammengefasst. Auf die Läufer warten 42,2 Kilometer mit 700 Höhenmetern Unterschied. „Es wird wellig“, sagt Hehl. Vom Steppi in Steinheim aus geht es über Schaubeck, Forsthof, Feuersee, Kaisersberg, Griesberg, Lichtenberg – auf und und ab. Bestzeiten kann man da nicht laufen, aber es ist eine landschaftlich sehr schöne Strecke überwiegend auf Forstwegen. „Es ist ein Erlebnis“, verspricht Hehl.

Um 9Uhr startet der alt-bekannte Zehn-Kilometer-Lauf nach Murr, die flache Asphaltstrecke führt als einzige durch den Ortskern. „Die Läufer sind alle zum Mittagessen zu Hause“, betont Bäßler. Beschränkt ist er auf 1200 Teilnehmer. Die größte Änderung trifft den Halbmarathon: Er wird nicht wie bisher in Gronau starten, sondern ebenfalls in Steinheim. „Wir können nicht in beiden Orten die Läufer auf die 3G-Regeln prüfen, auch wird so kein Bustransfer nötig und es werden weniger Helfer gebraucht“, so Funk. Die Strecke führt vom Steppi nach Kleinbottwar und an den Wasserbüffeln vorbei nach Großbottwar, dann geht es auf dem Radweg weiter und am Ortseingang Oberstenfeld Richtung Gronau, wo an der Alten Schule gewendet und die komplette Strecke zurückgelaufen wird. Beilstein wird dieses Mal ausgeklammert. Die Teilnehmerzahl ist auf 1500 begrenzt. Gegen 13.30 Uhr sollen alle Läufer im Ziel sein.

Verzichtet wird auch auf die Kinder- und Behindertenläufe am Samstag, aber beide Wettbewerbe seien mit den zu erwartenden Zuschauerzahlen nicht zu organisieren gewesen. Es wird aber virtuell ein Lauf angeboten, die Schule mit den meisten Kilometern wird prämiert.

Vieles ist also anders, aber „ich hoffe, dass man sieht, was wir tun, und nicht anprangert, was wir nicht tun“, so Hehl. „Wir haben ein gutes Gefühl, das ist eine gute Lösung“, sind die Drei überzeugt. Alle Vereinsvorstände stehen dahinter.

Unterstützung kommt von allen Seiten. Der Steinheimer Bürgermeister Thomas Winterhalter und Ordnungsamtsleiterin Tanja Glück waren hoch interessiert daran, die Veranstaltung stattfinden zu lassen, auch die zuständigen Damen vom Landratsamt Ludwigsburg prüften immer wieder geduldig die Unterlagen. „Jetzt muss nur noch das Wetter passen“, hoffen die Drei auf einen goldenen Oktober.

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