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Infrastruktur
Brückensprengung im Livestream

Diese Ansicht der Gumpenbachbrücke ist von morgen an Geschichte. Die Brücke wird gesprengt und durch einen Neubau ersetzt. Foto: Andreas Becker
Diese Ansicht der Gumpenbachbrücke ist von morgen an Geschichte. Die Brücke wird gesprengt und durch einen Neubau ersetzt. Foto: Andreas Becker
Morgen kurzzeitige Sperrung der B27 nötig – Keine Schaulustigen vor Ort erlaubt – 20 Menschen müssen Wohnung verlassen

Kornwestheim. Wenn der westliche Teil der Gumpenbachbrücke am morgigen Samstag, 19. Dezember, um Punkt 9 Uhr gesprengt wird und mit lautem Getöse einstürzt, können Interessierte das quasi vom Frühstückstisch aus verfolgen: Vorarbeiten und Sprengung werden von circa 8 Uhr per Livestream übertragen. Schaulustige vor Ort sind in Coronazeiten verboten.

„Der beste Platz ist zu Hause“, betont deshalb auch Kornwestheims Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Sie findet es sehr gut, dass das Regierungspräsidium Stuttgart als Träger der Baumaßnahme die Sprengung der Brücke per Livestream auf seinem YouTube-Kanal zeigt. Es werden zwei Drohnen und mehrere Kameras eingesetzt, die sowohl die vorbereitenden Arbeiten als auch die eigentliche Sprengung in Szene setzen. Für viele Menschen mag die Brückensprengung ein Spektakel sein – für die Ordnungskräfte und das beauftragte Sprengunternehmen, die Lothar Rapp GmbH aus Vaihingen, ist diese Aktion dagegen mit hohem Aufwand verbunden, so die Stadtverwaltung Kornwestheim in ihrer Pressemitteilung weiter.

Aus Sicherheitsgründen wird das Umfeld der Brücke von 7.30 bis 9.30 Uhr weiträumig abgesperrt. Polizeibeamte, Mitarbeiter des Vollzugsdienstes der Stadt Kornwestheim, Feuerwehrleute sowie Helfer eines Sicherheitsunternehmens achten darauf, dass niemand diese Sperren passieren wird. Die Menschen, die in Gebäuden in einem Umkreis von circa 50 Metern wohnen, müssen ihre Wohnungen verlassen. Sie haben eine Räumungsverfügung erhalten. Dabei handelt es sich um etwa 20 Personen. Sie können sich während der Sprengung in der Feuerwache aufhalten. „Ich bitte alle Anwohner, sich an die Auflagen zu halten. In dem abgesperrten Bereich darf sich niemand aufhalten, der nicht mit der Sprengung oder der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen zu tun hat“, lautet der Appell von Oberbürgermeisterin Ursula Keck.

Darüber hinaus wird ein weiterer Bereich in einem Abstand von bis zu 150 Metern zur Brücke gesperrt. Die Bewohner in diesem Areal sind aufgefordert, sich während der Sprengung in ihren eigenen vier Wänden und nicht draußen aufzuhalten. Entsprechende Informationsblätter sind verteilt worden.

Um Beschädigungen an Autos zu vermeiden, empfiehlt die Stadtverwaltung dringend, die Fahrzeuge aus dem abgesperrten Bereich zu entfernen oder in der Garage zu parken.

Im Gefahrenbereich werden Halteverbote eingerichtet sein. Fahrzeuge werden hier sofort kostenpflichtig abgeschleppt. Das Halteverbot ist gültig ab heute, Freitag, 18. Dezember, 16 Uhr, und wird kontrolliert. Auf der B 27 wird der Verkehr morgen in beiden Fahrtrichtungen kurzzeitig gestoppt, maximal von 8.50 bis 9.15 Uhr. Spätestens dann ist der westliche Teil der Gumpenbachbrücke Geschichte.

Die Gumpenbachbrücke ist Teil der B27, Mitte der 50er Jahre errichtet worden und eine wichtige Verkehrsader in der Region Stuttgart. Im Laufe der Jahre ist das Bauwerk jedoch marode geworden. Das Regierungspräsidium Stuttgart investiert knapp 27 Millionen Euro in den Bau einer neuen Brücke. Erneuert werden auch die Lärmschutzwände sowie die Ein- und Ausfädelstreifen an der Anschlussstelle Kornwestheim-Nord sowie der Fahrbahnbelag. Baubeginn war im Frühjahr, die Fertigstellung ist für September 2022 geplant.

Bei dem Bau handelt es sich um ein Meisterwerk der Ingenieurkunst: Die neuen Brückenteile entstehen, während der Verkehr nahezu ungehindert fließen kann. Eine Fahrspur führt bereits über das neue Brückenbauwerk, die andere über die bestehende östliche Brücke. (red)