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Nahverkehr

Bürger sollen ihre Ideen einbringen

Gemeinsam mit Experten diskutierten Bürger über die Herausforderungen beim Thema Verkehr. Das Unternehmen Spillmann kündigt an: Ab 2025 sollen nur noch elektrisch betriebene Busse in der Stadt fahren.

Im Rathaus Bissingen machen sich Bürger Gedanken über die Zukunft des Nahverkehrs. Foto: Alfred Drossel
Im Rathaus Bissingen machen sich Bürger Gedanken über die Zukunft des Nahverkehrs. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Im Rathaus Bissingen fand am Samstag die zweite Ideenwerkstatt zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) statt. 34 Bürger waren dazu in den großen Sitzungssaal gekommen, um sich zunächst die Konzepte der Verkehrsplaner und des städtischen Busunternehmens Spillmann anzuhören und danach in einem Workshop erarbeitete Anregungen mit einzubringen.

Mit der Konzipierung und Umsetzung des Ideen-Workshops hat die Stadt Stephanie Utz vom Büro „Sinnwerkstadt“ aus Regensburg beauftragt. Bürgermeister Joachim Kölz wies in seiner Begrüßung auf die extreme Auslastung der Straßen hin und bezog sich damit sowohl auf die Stadt selbst als auch auf die Region. Er nannte Schwachstellen, wie die unbefriedigte Taktung von S-Bahn und Busverkehr.

Darauf ging auch Tobias Hähnle vom Verkehrsbetrieb Spillmann ein. Er listete die Verbesserungen auf und nannte bevorstehende Neuerungen. Bülent Menekse, Geschäftsführer von Spillmann und Dozent an der Fachhochschule Heilbronn, sieht in einem zukünftigen Mobilitätskonzept eine Herausforderung für Städte und Gemeinden.

Neues Konzept gefordert

Es gehe nicht darum, Mobilität zu reduzieren, sondern sie intelligenter zu machen, so Menekse. 90 Prozent der Mobilitätskapazitäten stünden ungenutzt herum. Als Beispiel nannte er Autos, die oftmals über den Tag irgendwo geparkt werden. Menekse fordert ein neues Konzept der digitalen Vernetzung. Der ÖPNV müsse vereinfacht und attraktiver gemacht werden. Das beginne schon im Zahlungssystem.

Menekse kündigt für Bietigheim-Bissingen eine Qualitätsoffensive an. Ab 2019 würden Hybridbusse und ab 2025 nur noch elektrisch betriebene Busse in Bietigheim-Bissingen fahren.

Steffen Eckert erläuterte den Verkehrsentwicklungsplan und nannte einzelne Maßnahmen wie neue Busspuren auf der Stuttgarter Straße, in der Freiberger Straße und in Richtung Löchgau. Lichtzeichenanlagen sollen zur Busbeschleunigung beitragen, an Kreuzungen soll der Bus Vorfahrt haben. Wichtig für Eckert: Zur Verbesserung der Pünktlichkeit der Busse sollten parkende Autos von der Straße verschwinden. Einig sind sich die Fachleute, dass Buslinien optimiert werden müssen. Es soll eine stärkere Differenzierung zwischen Schnellverbindung und Flächenerschließung geben. Schlecht eingebundene Außenziele müssten angebunden werden. Schlagworte waren: Citybus, Expresslinien, Intermodalität, besseres Tarifsystem, übersichtlicheres Tarifnetz, Taktverdichtung, Fahrradaufnahme und Anschlusssicherung.

Bei all diesen Vorgaben hatten es die Bürger in den anschließenden Workshops schwer, ergänzende Themen zu finden. Deutlich wurde dabei, dass die Stadt es schon allein wegen der Straßenführung und Bebauung schwer habe, Wünschenswertes zu realisieren. Angeregt wurde, die Tarife günstiger zu machen, übersichtlichere Anzeigentafeln zu montieren und einzelne Linien praxisgerechter zu gestalten. Ein Teilnehmer bezeichnete den Busverkehr in der Stadt als im Grunde gut, leider würde er oft nicht genutzt. Bärbel Daub aus Untermberg hat an den Workshop teilgenommen. Sehr viel Neues habe sie nicht erfahren, sagt sie, aber es hätte sich gelohnt, zuzuhören.

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