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„Bürgerboard“ soll das Miteinander stärken

In der Stadtbücherei können Besigheimer per Pinnwand Hilfe suchen und anbieten sowie Freundschaften knüpfen

Die erste Nachricht: Quartiersmanagerin Anika Haas pinnt einen Zettel an das „Bürgerboard“ in der Stadtbücherei. Fotos: Holm Wolschendorf
Die erste Nachricht: Quartiersmanagerin Anika Haas pinnt einen Zettel an das „Bürgerboard“ in der Stadtbücherei. Foto: Holm Wolschendorf
Die Zettel warten auf ihren Einsatz.
Die Zettel warten auf ihren Einsatz.

Besigheim. Eine 89 Jahre alte Bewohnerin des Robert-Breuning-Stifts sucht Brieffreundschaften, „ich würde gerne jemanden aus Besigheim kennenlernen“. Es ist die erste Nachricht, die gestern Vormittag an das „Bürgerboard“ in der Stadtbücherei geheftet worden ist. Geht es nach Quartiersmanagerin Anika Haas, sollen noch viele weitere folgen. Denn schließlich werde mit dem neuen Angebot das nachbarschaftliche Miteinander gestärkt – also genau das, was Haas in der Stadt vorantreiben will.

Seit dem Frühjahr, als das Land wegen Corona mehr oder weniger zum Stillstand kam, gibt es die Initiative „Besigheim hilft“: Freiwillige Helfer wollen mit ihrem Einsatz Corona-Risikogruppen schützen. Es werden etwa Einkäufe übernommen oder der Hund wird Gassi geführt. Immer wieder haben die Koordinatoren auch Anfragen erreicht, die nicht so recht für „Besigheim hilft“ gepasst haben. Da wurden Umzugshelfer gesucht oder jemand, der hilft, ein Bewerbungsgespräch vorzubereiten. Und bei der Haushaltsbefragung des Quartiersmanagements, die derzeit ausgewertet wird, ist mehrmals angemerkt worden, dass eine „Leihoma“ beziehungsweise ein „Leihopa“ eine schöne Sache für Besigheim wäre. „In Gesprächen hat sich auch immer wieder gezeigt, dass es einen Bedarf an stundenweiser Kinderbetreuung gibt“, erklärt Anika Haas. Oder es werde nach jemandem gesucht, der die Glühbirne im Auto-Scheinwerfer wechselt, im Gegenzug bekäme derjenige einen Apfelkuchen gebacken. „Es sind ganz niederschwellige Sachen, die für jemanden aber eine große Bedeutung haben.“

Die Idee, den Bürgern eine Plattform zu bieten, auf der sie miteinander kommunizieren können, bestand schon länger. Jetzt wurde sie in die Tat umgesetzt. Dass die blaue Pinnwand, das „Bürgerboard“, in der Stadtbücherei hängt, ist kein Zufall: „Sie ist hoch frequentiert von allen Altersgruppen“, sagt Anika Haas. Das bestätigt Büchereileiter Lutz Schützler. „Wir haben 2000 aktive Leser, vom Kindesalter bis ins hohe Alter.“ Er sei sofort bereit gewesen, die Pinnwand in der Bücherei aufzuhängen. Anika Haas freut sich darüber, dass die Umsetzung so schnell und unkompliziert geklappt hat.

Schützler und seine Mitarbeiterin Stephanie Rezcko kümmern sich um das Board: Sie achten darauf, dass nur die Nachrichten angepinnt werden, die dort auch zulässig sind. Gewerbliche Anzeigen und Inserate sind fehl am Platz. Auch müssen diejenigen, die das Brett nutzen, mindestens 16 Jahre alt sein. Die Zettel für Anfragen und Angebote liegen in einer Box bereit. Wer möchte, kann auch zustimmen, dass seine Notiz im Internet auf der Seite von „Besigheim hilft“ veröffentlicht wird.

Jetzt hoffen alle, dass das „Bürgerboard“ rege genutzt wird. Zumal es ein schönes Beispiel dafür ist, was aus einer Bürgerinitiative entstehen kann.

Info: Zum Kernteam von „Besigheim hilft“ gehören Janine Müller, Anika Haas, Philipp Alt und Christian Heidinger. Ansprechpartner sind Anika Haas, (07143)67132, und Janine Müller, (0171)3294974.

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