Logo

BOgenviertel

CDU will über neue Brücken gehen

Das neue Bogenviertel, welches auf dem DLW-Areal entstehen soll, ist das große städtebauliche Projekt in der Stadt. Kein Wunder, dass sich die CDU dabei ihre eigenen Gedanken über die Erschließung des Geländes macht. Zwei Brücken über die B.27 sollen es für die Fußgänger und die Radfahrer richten – nicht der geplante Übergang entlang der bestehenden Bahnbrücke.

Das geplante Bogenviertel mit der eingezeichneten Brückenlösung der CDU. Die Parkhäuser sind blau markiert.Illustration: privat
Das geplante Bogenviertel mit der eingezeichneten Brückenlösung der CDU. Die Parkhäuser sind blau markiert.Illustration: privat

Bietigheim-Bissingen. Die Christdemokraten trauen der Bahn AG nicht über den Weg. „Wir haben gesehen, wie viele Jahre es gedauert hat, bis die Bahnsteige und Unterführung in unserem Bahnhof saniert waren, und das, obwohl das Projekt von der Stadt gefördert wurde. Da glauben wir nicht, dass die angedachte Brückenlösung in den nächsten zehn Jahren realisierbar ist“, sagt Thomas Wiesbauer, CDU-Fraktionschef.

Gemeint ist die Idee, entlang der bestehenden Eisenbahnbrücke einen Weg über die B.27 zu führen. Doch nicht allein das Misstrauen gegenüber der Bahn AG lässt die Christdemokraten ins Grübeln kommen. Sie glauben auch nicht daran, dass die Fußgänger den bisher geplanten Weg über die Bundesstraße annehmen. Zu weit seien die Wege, vor allem aus dem hinteren Teil des Baugebiets.

Also hat man sich Gedanken gemacht, wie das Problem zu lösen sei, und kam auf eine Möglichkeit, die schon zuvor im städtebaulichen Wettbewerb entwickelt worden war. Nach den Vorstellungen der CDU sollen Brücken für Fußgänger und Radler auf Höhe des Bahnhofs und auf Höhe des DLW-Verwaltungsgebäudes gebaut werden. Dies wäre die optimale Verbindung in Richtung Bahnhof und hinüber zu den Schulen im Aurain und im Ellental, so die CDU. Inspiriert wurde die große Lösung von der Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Stuttgarter Nordbahnhof, die sich elegant über das Bahngelände und die Bundesstraße spannt.

Man müsse den Autoverkehr von den Fußgängern und Radfahrern deutlich trennen, um den Verkehrsfluss durch die Stadt zu gewährleisten und um für mehr Sicherheit zu sorgen, heißt es in der Vorlage. Die Vorschläge sollen jetzt von der Stadtverwaltung geprüft werden und möglichst in den Bebauungsplan einfließen.

Ein wenig Druck wollen die Christdemokraten auf die Verwaltung schon ausüben. Thomas Wiesbauer wies darauf hin, dass die weitere Zustimmung der CDU zum Planungsverfahren auch vom Umgang mit den Brücken-Vorschlägen abhängt. Wiesbauer: „Die Ideen sollen jetzt geprüft werden. Wir verbauen doch nichts.“

Eine weitere Idee der CDU betrifft die geplanten Parkhäuser in dem neuen Wohngebiet. Die Fahrzeuge sollen zukünftig zentral in zwei großen Gebäuden untergebracht werden – zumindest der größte Teil der Autos. Damit will man den Verkehr in dem Gebiet auf ein Minimum reduzieren. Die CDU ist jedoch skeptisch, ob die bisher vorgesehene Anzahl von Stellplätzen ausreicht, weil bisher noch nicht klar sei, wie viele Gewerbeeinheiten in dem Gebiet untergebracht werden. Auch in diesem Fall will man sich möglichst flexibel geben.

Daher soll die Planung der Parkhäuser so geschehen, dass später noch weitere Parkebenen aufgesetzt werden können. Dies müsse man bei der Statik der Gebäude berücksichtigen.

Doch auch die bisherigen offiziellen Planungen wollen sehr flexibel sein – allerdings in eine ganz andere Richtung. Vorgesehen ist, dass die Parkhäuser so konstruiert sind, dass sie später mit zusätzlichen Wohnungen ausgestattet werden können, wenn die Menge an verfügbaren Stellplätzen nicht benötigt wird. Die Planer gehen davon aus, dass sich das Verhalten der Bewohner in Richtung Carsharing verändern wird. Außerdem habe man mit dem Bahnhof eine optimale Anbindung an Busse und Bahnen. Daher sei es für viele Bewohner nicht notwendig, ein eigenes Auto mit Stellplatz zu besitzen.

Autor: