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Corona

Corona: Omikron-Variante sorgt in nur drei Monaten für zwei Drittel aller Infektionen im Kreis Ludwigsburg

Maskenpflicht Ade, allgemeine Impfpflicht politisch passé. Dabei ist die Zahl der Corona-Infektionen im Kreis Ludwigsburg so hoch wie noch nie: Dem Kreisgesundheitsamt wurden im März 42045 Neuinfektionen gemeldet.

Während auf den Intensivstationen aktuell nur wenige Covid-Patienten liegen, steigt deren Zahl auf den Normalstationen wieder. Außerdem belastet Omikron die Kliniken durch massive Personalausfälle. Foto: Bodo Schackow/ dpa
Während auf den Intensivstationen aktuell nur wenige Covid-Patienten liegen, steigt deren Zahl auf den Normalstationen wieder. Außerdem belastet Omikron die Kliniken durch massive Personalausfälle. Foto: Bodo Schackow/ dpa
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Kreis Ludwigsburg. Wie ansteckend die Omikron-Variante ist, lässt sich auch an den Kreiszahlen ohne weiteres ablesen: Mitte Dezember erstmals im Landkreis aufgetaucht, gehen seither rund 90000 Ansteckungen auf ihr Konto – rund zwei Drittel aller Corona-Infektionen im Kreis haben sich damit im ersten Quartal dieses Jahres zugetragen.

Gesundheitsamt geht bei Infektionszahlen von hoher Dunkelziffer aus

Das tatsächliche Infektionsgeschehen dürfte noch weitaus dynamischer sein – das Kreisgesundheitsamt vermutet eine hohe Dunkelziffer. Und das nicht nur, weil symptomfreie oder -arme Verläufe bei landesweit wieder rückläufigen PCR-Testkapazitäten vielfach wohl gar nicht erst erkannt werden. Vielmehr gingen auch „zunehmend Personen, die sich selbst positiv testen, nicht zur offiziellen Testung, um keine Quarantäne-Setzung zu bekommen“, berichtet das Gesundheitsamt von einer auch auf diesem Gebiet offenbar deutlich abnehmenden Disziplin bei der Befolgung der Coronaregeln: „Insofern können wir die Dunkelziffer aktuell nicht seriös abschätzen.“

Für eine hohe Dunkelziffer spricht auch die Quote positiver PCR-Tests. Sie wird vom Landesgesundheitsamt an jedem Donnerstag veröffentlicht und liegt in Baden-Württemberg aktuell in der dritten Woche hintereinander über 60 Prozent. Treiber der Pandemie ist auch landesweit längst der Omikron-Subtyp BA.2. Bei den noch sequenzierten Proben standen 2046 BA.2-Proben nur noch 229 mit dem älteren Subtyp BA.1 gegenüber.

Sterberate signifikant niedriger als bei früheren Wellen

Die Kreiszahlen zeigen aber auch, dass Omikron-Infektionen sehr viel seltener zum Tod führen als Ansteckungen mit den vorhergegangenen Virusvarianten. 54 Menschen sind im ersten Quartal 2022 – Stand 31. März – an oder mit Covid-19 gestorben. Das ist, gemessen an 89215 Infektionen, eine Quote von 0,06 Prozent. Auch wenn Nachmeldungen von Todesfällen noch mehrere Wochen lang zu erwarten sind, springt der Unterschied vor allem zur ersten Welle ins Auge: Im Frühjahr 2020 lag die Sterberate im Kreis bei 3,9 Prozent – 65-mal höher als jetzt.

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