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Entspannung bei Covid-Infektionen
Corona-Sommerwelle in Kliniken des Landkreises Ludwigsburg gebrochen

Die Sommerwelle hat die Intensivstationen der Krankenhäuser im Kreis weniger stark belastet als die Normalstationen. Dieses Bild stammt von einer Covid-19-Normalstation am Klinikum Stuttgart. Archivfoto: Marijan Murat/dpa
Die Sommerwelle hat die Intensivstationen der Krankenhäuser im Kreis weniger stark belastet als die Normalstationen. Dieses Bild stammt von einer Covid-19-Normalstation am Klinikum Stuttgart. Archivfoto: Marijan Murat/dpa
Die Corona-Sommerwelle hat nach Einschätzung von Medizinern der Regionalen Kliniken Holding (RKH) ihren Höhepunkt überschritten. Das zeigt sich sowohl an der Zahl der Patienten in den Krankenhäusern der Holding als auch bei den Personalausfällen. Die bereiten dennoch einige Probleme.

Kreis Ludwigsburg. Für eine großflächige Entwarnung sehen aber weder Holding-Geschäftsführer Prof. Jörg Martin noch Dr. Stefan Weiß als Leiter des zentralen Krisenstabs der RKH Anlass. Beide gehen von einer weiteren Welle im Herbst aus, „doch was da auf uns zukommt, können wir im Moment ebenso wenig einschätzen wie die Folgen der Energieknappheit“, so Martin in einem Pressegespräch am Mittwoch. Die Folgen der aktuellen Hitzewellen hinzugenommen, spricht der RKH-Chef denn auch von einer „Polykrise“ für die Häuser der Holding im Landkreis Ludwigsburg und im Enzkreis.

Zahl der Patienten zeitweise verdoppelt

Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Patienten in den Krankenhäusern Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Mühlacker, Bretten und Bruchsal ist seit Mitte Juli wieder rückläufig. Zuvor hatte sich die Sommerwelle ab Anfang Juni aufgebaut, die Zahl der Erkrankten verdoppelte sich in etwa von 90 auf 180 Mitte Juli. Seit der vergangenen Woche verstetigt sich der Abwärtstrend. Laut Stefan Weiß schlug sich die Sommerwelle vor allem auf den Normalstationen nieder, nicht auf den Intensivstationen. Aktuell bewegten sich die Zahlen auf dem Niveau vom Februar. Derzeit befinden sich im Klinikum Ludwigsburg 59 Covid-Patienten, davon sieben auf Intensiv- und 52 auf Normalstation. In Bietigheim liegen 20 Covid-Patienten auf Normalstation.

Weiß geht nicht davon aus, dass die Ferienzeit neue Spitzen bringen wird. Die derzeit vorherrschende BA5-Variante des Coronavirus sei inzwischen weit verbreitet, so dass die Menschen auch in Urlaubsregionen nicht auf neue Mutationen träfen. Trotz aller Lockerungen rät RKH-Chef Jörg Martin aber weiter zur Vorsicht und appelliert an die Vernunft: „In geschlossenen Räumen Maske zu tragen ist absolut sinnvoll, ebenso wie die Abstandsregel einzuhalten.“

Infektionen und Ferienzeit: Engpässe beim Klinikpersonal

Sommerferien und Corona: Diese Kombination bringt auch beim RKH-Klinikpersonal Probleme mit sich. Zwar scheint auch bei Ärzten und Pflegekräften die Welle gebrochen, auf deren Höhepunkt wöchentlich über 80 Infektionen mit dem Coronavirus registriert wurden, dennoch werde man weiterhin mit einem „Grundrauschen“ von 20 bis 30 Fällen wöchentlich rechnen müssen, so Weiß. Und: Es kommt aufgrund der aktuellen Personalsituation jeden Tag zu vereinzelten Ausfällen und Reduzierungen von Betten. Teilweise seien deshalb Aufnahmestopps an den Wochenenden zu verzeichnen, die von einem Tag bis zu einer Woche andauerten. An allen Standorten werde versucht, diese Ausfälle täglich zu kompensieren.

Energieversorgung rückt immer mehr in den Fokus

Der Krisenstab der Kliniken-Holding beschäftigt sich inzwischen nicht mehr nur mit den Folgen der Corona-Pandemie, sondern richtet den Fokus verstärkt auf die Energieversorgung. Zwar zählen Krankenhäuser zur kritischen Infrastruktur und haben damit einen besonderen Schutzstatus, „doch wir müssen uns zum Beispiel mit der Frage beschäftigen, was passiert, wenn die künftig externe Wäscherei vom Netz genommen wird oder was es für uns bedeutet, wenn eine Arztpraxis in einem Wohngebiet schließen muss“, verdeutlicht Martin. Ergänzend liefen Planungen, wie in den Häusern der Holding größere Mengen an Gas eingespart werden können.