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Umzug

Das Bietigheimer Hospiz übernimmt Haus Lindenhain

Das Hospiz braucht mehr Platz. Jetzt hat sich eine ganz praktische Lösung für das Problem ergeben. Das Haus Lindenhain, in dem bisher hauptsächlich MS-Kranke versorgt wurden, steht leer. Hier soll das Hospiz in Zukunft unterkommen und kann somit die Zahl seiner Betten von sieben auf zwölf erhöhen. Der Kaufpreis liegt bei 1,3 Millionen Euro.

Das Haus Lindenhain in der Pforzheimer Straße steht inzwischen leer.Foto: Alfred Drossel
Das Haus Lindenhain in der Pforzheimer Straße steht inzwischen leer. Foto: Alfred Drossel
Auch neue Betreuungsangebote sollen im neuen Hospiz entstehen. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Auch neue Betreuungsangebote sollen im neuen Hospiz entstehen. Foto: Holm Wolschendorf

Bietigheim-Bissingen. In der Gartenstraße ist aktuell das Bietigheimer Hospiz untergebracht. Die Einrichtung ist für den gesamten Landkreis Ludwigsburg zuständig und verfügt bisher über sieben Betten. Hier werden todkranke Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet und versorgt. Doch wegen des großen Einzuggebiets kommt es immer wieder zu Engpässen.

Daher besteht schon seit längerem der Wunsch, zu expandieren. Ursprünglich war sogar ein Neubau geplant, doch dann kam die Evangelische Heimstiftung zu Hilfe. Sie betreibt das Haus an der Metter gleich in der Nachbarschaft. In der Vergangenheit gehörte auch das Haus Lindenhain dazu. Hier wurden in Bietigheim Menschen versorgt, die an Multipler Sklerose (MS) leiden. In den vergangenen Jahren hat die Heimstiftung in der Pforzheimer Straße und in Bissingen in der Nähe des Hallenbads neue Plätze geschaffen. Die MS-Kranken konnten in den neuen Räumen untergebracht werden. Dies war das Aus für das bisherige Haus Lindenhain. Daher wurde der Pachtvertrag Ende vergangenen Jahres gekündigt, denn Eigentümer des Gebäudes war nicht die Evangelische Heimstiftung, sondern die Stadt Bietigheim-Bissingen. Grund für die Umsiedlung der bisherigen Bewohner waren die hohen Sanierungskosten, das Gebäude stammt aus den 1980er Jahren. Rund 1,75 Millionen Euro gibt die Heimstiftung an, würden die Arbeiten kosten.

Andere Voraussetzung

Man stützt sich dabei auf vergleichbare Objekte. Das Gebäude sei in seiner Grundstruktur für den Betrieb als Pflegeeinrichtung nicht geeignet, heißt es in einer Stellungnahme. Bei der Hospiz-Stiftung Bietigheim-Bissingen ist der Sachverhalt anders. Sie unterliegt anderen Vorschriften. Für eine spätere Nutzung ist hier der Sanierungsaufwand deutlich geringer. Unter diesen Umständen könnte das Hospiz wirtschaftlich betrieben werden, heißt es in einer Beurteilung der Verwaltung.

Offensichtlich ist auch die Hospizstiftung dieser Meinung, denn zum Preis von 1,3 Millionen Euro ist sie bereit, das Gebäude in der Pforzheimer Straße zu kaufen. In dem Vertrag ist allerdings festgeschrieben, dass der Hospizbetrieb innerhalb von vier Jahren aufgenommen werden muss. Darüber muss der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag entscheiden.

Im Bietigheimer Hospiz werden Menschen mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung aufgenommen, bei denen nach menschlichem Ermessen weder Heilung noch Stillstand erreicht werden kann und die Lebenserwartung nicht länger als ein halbes Jahr beträgt. Die Aufnahme ist unabhängig von Alter, Konfession und Art der Erkrankung. Schmerzen und andere Belastungen verstärken ihre Dringlichkeit.

Der Aufenthalt im Hospiz wird nach einem mit den Krankenkassen vereinbarten Bedarfssatz berechnet, die zusammen mit der Pflegeversicherung einen großen Teil tragen. Fünf Prozent der Kosten übernimmt der Trägerverein des Hospizes. Da die Tagessätze weiterhin nicht kostendeckend sind und die fünf Prozent Trägeranteil auch finanziert werden müssen, ist das Hospiz weiterhin auf Spenden angewiesen. Trotzdem ist für die Patienten der Hospizaufenthalt kostenlos.

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