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Das Publikum schmettert die Ohrwürmer mit

Schlagerparty in der Wagenhalle des Café Bricklebrit mit Lou Hoffner und DJ Dieter Bröckel – Extra-Ständchen für eine Zuhörerin

Temperamentvoll: Lou Hoffner in Walheim. Foto: Benjamin Stollenberg
Temperamentvoll: Lou Hoffner in Walheim. Foto: Benjamin Stollenberg

Walheim. Auch wenn das eigentliche Café Bricklebrit im Obergeschoss der Kelter momentan nicht genutzt werden darf, lassen sich Künstler und Gäste die Stimmung nicht vermiesen: Jetzt begeisterten Sängerin Lou Hoffner und DJ Dieter Bröckel das Publikum in der Wagenhalle.

Unter dem Motto „Schlager, die wir lieben – zum Tanzen und Mitsingen“ fand am Samstag die erste Schlagerparty in der Wagenhalle des Cafés statt. „Wir haben alles gegeben und eine Bühne aufgebaut sowie Lampions aufgehängt“, sagte Jürgen Kunz bei der Eröffnung. Schließlich sollte sich Sängerin Lou Hoffner wohlfühlen, auch wenn sie nicht wie in den Vorjahren auf der „Bühne onderm Balka“ im Obergeschoss auftreten konnte. Wie berichtet, hatte die Gemeinde die Nutzung der oberen Räume Mitte Mai aus Brandschutzgründen mit sofortiger Wirkung untersagt. Seitdem finden die Veranstaltungen in der Wagenhalle statt.

Lou Hoffner, die Deutschland 2003 beim Eurovision Song Contest vertrat und dort den elften Platz erreichte, begeisterte das Publikum von der ersten Minute. Die temperamentvolle Sängerin mit den knallroten Haaren präsentierte ihre neueste CD „Blaue Nacht 2“ und bot Schlager aus den 50er bis 70er Jahren. Zum Mitsingen musste sie nicht lange auffordern, das Publikum schmetterte die Ohrwürmer textsicher mit. Lou Hoffner besang das Meer als Heimat des Seemanns und ließ die rote Sonne bei Capri im Meer versinken. In „Egon, ich habe nur aus Liebe zu dir“ kippte sie als liebeskrankes Mädchen gleich mehrere Schnäpse. Dann flüchtete sie mit Caterina Valente auf eine Insel und sang inbrünstig „Wo meine Sonne scheint“. Die Besucher in der voll besetzten Wagenhalle waren begeistert, einige tanzten vor der Bühne.

Dann wurde es rührend, als Lou Hoffner fragte: „Wo ist Frau Jäger?“ Eine ältere Dame meldete sich und die Sängerin sang speziell für sie deren Lieblingslied „Doch dann kam Johnny“, da diese Hoffners letzten Auftritt wegen Krankheit verpasst hatte. Anschließend wurde die Sängerin zu Zarah Leander und fragte „Kann denn Liebe Sünde sein?“ und beteuerte „Davon geht die Welt nicht unter“. Nach der Pause ging es mit Schlagern der 70er Jahre weiter. „Er gehört zu mir“, „Ein bisschen Spaß muss sein“ oder das knallrote Gummiboot kamen ebenfalls bestens an. Immer mehr Tänzer wagten sich auf die Fläche vor der Bühne und der Gesang des Publikums wurde noch vielstimmiger. Gemeinsam mit ganz Paris träumten alle von der Liebe und gaben dem „Bossa Nova“ die Schuld. Zum Schlager „Ein Schiff wird kommen“ tanzten die Besucher einen Sirtaki.

Das Konzert von Lou Hoffner ging nahtlos in eine Sonderausgabe des beliebten Bricklebrit-Vinylabend mit DJ Dieter Bröckel über. Anders als bei dieser Veranstaltung, die an jedem vierten Freitag im Monat stattfindet, wurden nun allerdings nicht vom Publikum mitgebrachte Platten aufgelegt, sondern Bröckel hatte eine zur Schlagerparty passende Auswahl getroffen. „Aber bitte mit Sahne“ und „Mein Herz, es brennt“ hätten sicher als Eisbrecher gedient, wenn die Stimmung nicht sowieso schon heiß gewesen wäre. Atemlos ging es weiter durch die Nacht und die Schlagerparty. Und weil Dieter Bröckel nur im Café Bricklebrit als DJ fungiert, im wirklichen Leben aber Walheims einziger Chocolatier ist, gab es für jeden Besucher auch eine süße Kostprobe.

Die erste große Schlagerparty war eine rundum gelungene Veranstaltung und immer wieder wurde an diesem Abend der Wunsch geäußert, dass der Gemeinderat die Brandschutzmängel beheben und das Café Bricklebrit erhalten möge.

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